Buch, Deutsch, Band 107, 314 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm
Reihe: Edition Museum
Museen des Seehandels als Infrastrukturen der Kritik
Buch, Deutsch, Band 107, 314 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm
Reihe: Edition Museum
ISBN: 978-3-8376-8143-7
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Wie die globalen Wege von Waren verlaufen, welche Orte sie verbinden, auf wessen Arbeit sie beruhen, wer von ihnen profitiert und wer ihre Kosten trägt – all das gibt Aufschluss darüber, wie unsere Welt funktioniert und, in historischer Perspektive, wie sie geworden ist, was sie ist. Maritime Museen und Hafenmuseen sind Orte, an denen sich diese Fragen verdichten. Sie verdienen es, als Räume der Auseinandersetzung mit unserer globalen Gegenwart ernst genommen und kritisch untersucht zu werden.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Kritische Museumsdebatten konzentrieren sich häufig auf ethnografische Museen oder Kunstmuseen. Institutionen, die sich mit maritimen Artefakten befassen, führen hingegen ein eigenartiges Schattendasein im toten Winkel dieser Kritik. In meinem Buch zeige ich: In ihnen materialisieren sich Fragen von globaler Verflechtung, Kolonialität und Sozialgeschichte, die bis in unsere Gegenwart hineinreichen und Anstoß für Debatten und Reflexion geben.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Fragen von Logistik und Infrastruktur haben seit einigen Jahren Konjunktur in verschiedenen Feldern, etwa in der Geografie, der politische Ökonomie, oder den Medienwissenschaften. Mit dem Konzept des Logistischen Museums setze ich diese Debatten in Beziehung zu aktuellen Museumsdiskursen und dekolonialer Theorie. Ich erweitere damit den Fokus logistiktheoretischer Debatten und schlage gleichzeitig eine neue Perspektive der Museumsanalyse vor.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Forschenden die, wie ich, zwischen den Disziplinen stehen: Museumsleute, Theoretiker*innen außerhalb fester Denkschulen, autodidaktische Ethnograf*innen. Aber auch mit denjenigen, die Teil der Warenketten sind, die in den von mir untersuchten Museen thematisiert werden: Seeleute, Hafenarbeiter*innen, Fabrikarbeiter*innen, Bergleute.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Mein Buch eröffnet einen neuen Blick auf maritime Artefakte und ihr kritisches Potenzial in einer globalisierten Welt.




