Rzehak | Vom Persischen zum Tadschikischen | Buch | 978-3-89500-250-2 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 476 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 945 g

Reihe: Iran – Turan

Rzehak

Vom Persischen zum Tadschikischen

Sprachliches Handeln und Sprachplanung in Transoxanien zwischen Tradition, Moderne und Sowjetmacht (1900 bis 1956)
Erscheinungsjahr 2001
ISBN: 978-3-89500-250-2
Verlag: Reichert Verlag

Sprachliches Handeln und Sprachplanung in Transoxanien zwischen Tradition, Moderne und Sowjetmacht (1900 bis 1956)

Buch, Deutsch, 476 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 945 g

Reihe: Iran – Turan

ISBN: 978-3-89500-250-2
Verlag: Reichert Verlag


Diese Arbeit untersucht auf der Basis zeitgenössischer Quellen den Wandel der persisch-tadschikischen Sprache Transoxaniens von einer Sprache, die im multilingualen Milieu Mittelasiens eine führende Position in den Bereichen Religion, Wissenschaft, Literatur, Verwaltung, Schriftverkehr und Handel innehatte, zu einer Sprache, deren Funktion weitgehend auf ihre Rolle als Primärsprache einer nach nationalen Kriterien definierten Sprechgemeinschaft reduziert wurde. Die sozialen und linguistischen Merkmale, die diese Sprache in der Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende der Stalinära kennzeichneten, werden beschrieben und in ihrer Beziehung zu den Faktoren analysiert, die das sprachliche Handeln der Persisch-Tadschikischsprecher in dieser Zeit beeinflussten. Zu diesen Faktoren gehören geistes- und ideengeschichtliche Entwicklungen, politische und ideologische Absichten, wissenschaftliche und technische Innovationen und nicht zuletzt die sprachliche Kompetenz der Sprecher. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei die islamisch-modernistische Aufklärungsbewegung der vor- und frühsowjetischen Zeit, Ideologie und politische Programmatik der Bolschewiki während und nach ihrer Machtergreifung, die verschiedenen Spielarten des Turkestan-Nationalismus und des tadschikischen Nationalismus in seinen einzelnen Entwicklungsphasen, die kommunistische Weltanschauung, die großen sprachplanerischen Unternehmungen zur Entwicklung einer „tadschikischen Literatursprache” und der zweifache Schriftwechsel.
Vor dem Hintergrund der von Wissenschaftlern, Politikern und Sprachaktivisten bis zum heutigen Tag mit vielen Emotionen geführten Diskussion über die Frage, ob das „Tadschikische” eine vom „Persischen” zu unterscheidende Sprache darstellt oder nicht, besteht eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit in der Erkenntnis, dass die persisch-tadschikische Sprache Transoxaniens im Untersuchungszeitraum keine naturwüchsige Einheit darstellt, die sich aus sich selbst heraus als solche definieren ließe, sondern dass sie aus politischen, ideologischen oder anderen Absichten, die immer Absichten von Menschen waren, als „Sprache” definiert und konstruiert wurde.
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