Schütze / Treutler | Der Flämingpastor Otto Bölke | Buch | 978-3-945402-02-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 5, 68 Seiten, PB, Format (B × H): 145 mm x 210 mm, Gewicht: 110 g

Reihe: Genealogisch-Historische Studien Brandenburgs (GHSB)

Schütze / Treutler

Der Flämingpastor Otto Bölke

Die Lose Reihe, Heft 5
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-945402-02-3
Verlag: Brandenburgische Genealogische Gesellschaft "Roter Adler" e.V.

Die Lose Reihe, Heft 5

Buch, Deutsch, Band 5, 68 Seiten, PB, Format (B × H): 145 mm x 210 mm, Gewicht: 110 g

Reihe: Genealogisch-Historische Studien Brandenburgs (GHSB)

ISBN: 978-3-945402-02-3
Verlag: Brandenburgische Genealogische Gesellschaft "Roter Adler" e.V.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die heimatorientierte Geschichts-schreibung eine wahre Blüte. Einer ihrer Vertreter war Otto Bölke (1873–1946). Der evangelische Pfarrer der Gemeinden Blönsdorf und Mellnsdorf beschäftigte sich leidenschaftlich mit der Geschichte und Kultur seiner Heimatregion, dem Fläming. Dabei waren dessen Forschungen schon während seiner Amtszeit durchaus populär, weshalb er den Beinamen „Flämingpastor“ erhielt. Doch seine Bekanntheit reichte über den Fläming weit hinaus.
Max Schütze untersucht den Wandel und Charakter der Forschungstätigkeit Otto Bölkes anhand seiner wissenschaftlichen Publikationen, Zeitungsartikel und bisher unveröffentlichter Manuskripte. Die Grundlage für die vorliegende Untersuchung ist der wissenschaftliche Nachlass Bölkes, der vom Museum im Mönchenkloster Jüterbog aufbewahrt wird. Er bildet den Rest der Fläming-Sammlung - auch bekannt als „Bölke-Fläming-Archiv“. Im Anhang sind die einzelnen Aktenstücke in Form eines Findbuchs, erstellt von Felix Engel, aufgelistet.

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Zielgruppe


Jedermann, regionalgeschichtlich Interessierte, die sich mit der Region des Flämimg und der heimatgeschichtlichen Forschung in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der protestantischen Kirche interessiert

Weitere Infos & Material


Inhalt
1. Einleitung 4
2. Etappen seines Schaffens 5
2.1. Erste Forschungen 1904 bis 1914 5
2.2. Die Zeit des Weltkriegs 1914 bis 1918 12
2.3. Krise und Euphorie 1918 bis 1945 19
3. Facetten seines Wirkens 27
3.1. Heimatforschung mit Blick nach Flandern 27
3.2. Der Fläming als Lutherland 34
4. Schluss 40
Abkürzungsverzeichnis 41
Quellen- und Literaturverzeichnis 43
Anhang 47
Nachlass von Otto Bölke 47
Nachkommen von Johann Christian Bölke 64
Nachkommen von Johann Christian Schulze 66


1. Einleitung
Im 19. Jahrhundert leitete die deutsche Geschichtswissenschaft durch Na-men wie RANKE oder TREITSCHKE eine neue Ära ein. Geschichte wurde zunehmend professionalisiert. Mit dieser Professionalisierung ging eine Ge-schichtsbegeisterung der Zeitgenossen einher, die heute ihresgleichen sucht. Die Historie wurde ergründet, um aktuelle Ereignisse des Zeitgeschehens erklären zu können, wobei regionale Aspekte nur bedingt eine Rolle spielten. Diesen regionalen Aspekten, welche von der Wissenschaft immer mehr vernachlässigt wurden, widmeten sich Laienforscher, so dass sich neben der akademischen Geschichtsschreibung zunehmend eine regional bezogene Laiengeschichtsschreibung etablierte. Gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die heimatorientierte Geschichtsschreibung eine wahre Blüte. Einer ihrer Vertreter war Otto Bölke. Der Pfarrer der brandenburgischen Gemeinden Blönsdorf und Mellnsdorf beschäftigte sich leidenschaftlich mit der Historie und Kultur seiner Heimatregion, dem Fläming. Dabei war seine Forschung schon während seiner Amtszeit durchaus populär, weshalb er den Beinamen "Flämingpastor" erhielt. Nach der Veröffentlichung seines ersten Buches, das sich vorwiegend mit der Geschichte des Flämings auseinandersetzte, schrieb Bölke immer wieder Zeitungsartikel oder kleinere Schriften zur regionalen Geschichte. Jedoch änderte sich im Laufe der Jahre der Charakter seiner Forschung, so dass sie immer mehr volkskundliche Züge trug und sich etwa seine Beschreibung des Flämings von einer „Heimat für Heimatlose“ zu einem Kampfplatz um urgermanisches Land wandelte.

Wie kam es zu einem solchen Wandel seiner Forschungen? Anzunehmen ist, dass vor allem Ereignisse wie der Erste Weltkrieg und die darauffolgende neue Ordnung von Weimar einen großen Einfluss auf die Arbeiten von Heimatforschern wie Bölke ausübten. Besonders der Erste Weltkrieg scheint Bölkes Arbeiten verstärkt beeinflusst zu haben, da diese danach auch weit außerhalb des Flämings verbreitet wurden. Das war relativ ungewöhnlich für die Zeugnisse von Heimatforschern und wirft somit eine weitere Frage auf: Kann Bölke am Ende überhaupt noch als einfacher Heimatforscher bezeichnet werden? Folgt man dahingehend dem Historiker Winfried DOLDERER, so war Bölke vordergründig ein Charakter, der durch seine Aktivitäten und Forschungsarbeiten gezielt die deutsche Propaganda während der Weltkriege unterstützte. Inwiefern jedoch das Bild des einfachen Heimatforschers mit dem eines Propagandisten vereinbar ist und ob ein solches Urteil im Falle Bölke überhaupt haltbar ist, kann nur eine Analyse der Arbeiten von Otto Bölke zeigen. Es soll daher das Ziel dieser Abhandlung sein, den Wandel und den Charakter von Bölkes Forschertätigkeit anhand seiner Schriften näher zu bestimmen. Dies soll in zwei Teilen umgesetzt werden. Im ersten Teil werden zunächst die einzelnen Etappen von Bölkes Forschungen näher beleuchtet, da sich darin deren jeweilige Einflüsse sowie die daraus resultierenden Änderungen innerhalb seiner Arbeiten und vor allem die zentralen Themenfelder zeigen. Der zweite Teil wird dann Bölkes Arbeiten zu diesen Themen näher untersuchen, um so den Charakter seiner Forschungsarbeit bestimmen zu können. Grundlage für diese Untersuchung ist der wissenschaftliche Nachlass Bölkes, welcher sich im Museum im Mönchenkloster Jüterbog befindet. Dieser Nachlass bildet den Rest der Fläming-Sammlung von Otto Bölke, die er als „Bölke-Fläming-Archiv“ bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Blönsdorfer Pfarrhaus lagerte. Nach dem Krieg und der Besetzung durch die Rote Armee wurden diese Bestände fatalerweise zunächst in feuchten Kellerräumen untergebracht, so dass hier große Teile der Sammlung dem Verfall zum Opfer fielen. Da Otto Bölke kurz nach Kriegsende verstarb, kümmerte sich sein Sohn um die Rettung der restlichen Bestände, doch es dauerte noch Jahrzehnte, bis diese ihren Weg nach Jüterbog fanden, so dass in der Zwischenzeit wohl ebenfalls noch einige Teile der Sammlung verloren gegangen sind. Da in den Beständen folglich einfach zu große Lücken auftreten, kann in vielen Punkten kein eindeutiges Urteil gefällt werden. Nichtsdestotrotz wird die vorliegende Arbeit versuchen, Bölkes historiographisches Schaffen, so gut es geht, zu rekonstruieren.



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