Seeanner | Die Barmherzigkeit (Eleos) im Matthäusevangelium | Buch | 978-3-901853-17-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 322 Seiten, PB, Format (B × H): 170 mm x 240 mm

Seeanner

Die Barmherzigkeit (Eleos) im Matthäusevangelium

Rettende Vergebung
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-901853-17-3
Verlag: St. Josef

Rettende Vergebung

Buch, Deutsch, 322 Seiten, PB, Format (B × H): 170 mm x 240 mm

ISBN: 978-3-901853-17-3
Verlag: St. Josef


Ausgehend von der fünften Seligpreisung 'Selig, die Barmherzigen,
denn sie werden Erbarmen finden' versucht diese
Dissertation darzulegen, was der Begriff 'Barmherzigkeit' im
ersten Evangelium meint. Die weiteren Kapitel behandeln die
Forderung Gottes 'Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer', die
Reaktionen Jesu in Situationen, wo er um Erbarmen angefleht
wird, sowie das Gleichnis vom Unbarmherzigen Knecht. Es
stellt sich heraus, dass bei Matthäus die Vergebung von Schuld
der zentrale Inhalt von Barmherzigkeit ist.
Josef Seeanner (1966), Priester der Diözese St. Pölten und
Mitglied der Gemeinschaft vom hl. Josef, unterrichtet Neues
Testament an der Philosophisch-Theologischen Hochschule
St. Pölten.

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Der Aufbau der Arbeit
Die Arbeit gliedert sich in vier Kapitel und folgt dabei im Großen und
Ganzen dem Aufbau des Matthäusevangeliums. Zum ersten Mal stoßen wir
in Mt 5,7 auf zwei der gesuchten Termini: ??e?µ?? und ??ee?? (Kapitel I).
Als nächstes bietet 9,13 das Substantiv ??e??. Dazu werden auch die beiden
anderen Vorkommen dieses Wortes herangezogen (12,7; 23,23; Kapitel II).
Weiters begegnet uns die Bitte ????s??, die jeweils an Jesus gerichtet ist
(9,27; 15,22; 17,15; 20,30.31; Kapitel III). Schließlich wird uns im
Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht ein Bild von Barmherzigkeit bzw.
Unbarmherzigkeit vor Augen gestellt (18,23-35; Kapitel IV).
Das erste Kapitel untersucht die fünfte Seligpreisung: 'Selig die
Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden' (Mt 5,7). Nach dem
Studium der allen Seligpreisungen gemeinsamen Elemente wird die exakte
Bedeutung von 'barmherzig' und 'Erbarmen finden' bestimmt. Ein
Vergleich mit den anderen sieben Seligpreisungen stellt Parallelen und
Bezüge zur Barmherzigkeit her.
Das zweite Kapitel behandelt die drei Vorkommen von ??e?? in Mt. Alle
drei Belege meinen ein von Gott gefordertes zwischenmenschliches
Verhalten. Zweimal zitiert Jesus Hos 6,6: 'Barmherzigkeit will ich, nicht
Opfer', einmal im Zusammenhang seiner Tischgemeinschaft mit Zöllnern
und Sündern, die von den Pharisäern kritisiert wird (9,13), das zweite Mal
als Verteidigung der Jünger, die am Sabbat aus Hunger Ähren abgerissen
haben (12,7). Jesus stellt damit das Barmherzig-Sein als die ganzheitliche
Erfüllung des Willens Gottes dar, was durch die rein äußerliche Befolgung
der Tora (Reinheitsvorschriften bzw. Sabbatruhe) nicht gewährleistet ist.
Die dritte Stelle ist der zentrale der sieben Weherufe 23,23, in dem Jesus
den Pharisäern zum Vorwurf macht, dass sie zwar zweitrangige Gebote der
jüdischen Überlieferung wie das Verzehnten von Gartenkräutern peinlich
genau nehmen, dabei aber die wichtigeren Dinge im Gesetz außer Acht
lassen: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Hier liegt eine der
matthäischen Zusammenfassungen des alttestamentlichen Ethos vor, die im
Liebesgebot gegeben sind (vgl. 22,34-40; 5,21-26.43-48; 7,12).
Das dritte Kapitel untersucht jene vier Perikopen, in denen an Jesus von
verschiedenen Menschen die Bitte gerichtet wird: 'Erbarme dich'. Jesus
verweigert keinem dieser Menschen sein Mitleid und Erbarmen, wenn auch
bei allen vier Berichten ein Verzögerungsmoment der Gewährung des
Erbetenen vorausgeht. Es handelt sich im Einzelnen um eine Begegnung
mit zwei Blinden in Kapharnaum (9,27-31), um die Bitte der Kanaanäerin
für ihre Tochter (15,21-28), um den Vater des epileptischen Knaben
(17,14-20) und schließlich erneut um zwei Blinde bei Jericho (20,29-34).
Jesus will nicht nur der zeitlichen Not der Bittsteller abhelfen, sondern sie
zum endgültigen Heil führen. Die jeweiligen Verzögerungsmomente stellen
den Glauben der Hilfesuchenden auf die Probe und verdeutlichen die
Notwendigkeit des Glaubens als Voraussetzung zum Heil.
Gegenstand des vierten Kapitels ist das Gleichnis vom unbarmherzigen
Knecht (18,23-35). Ein König (Gott) erlässt seinem zahlungsunfähigen
Knecht eine ungeheure Schuld, dieser jedoch ist nicht bereit, seinem
Mitknecht eine vergleichsweise geringe Schuld auch nur zu stunden.
Darauf wird der Schulderlass vom König zurückgenommen. Hier begegnen
wir ausdrücklich der Forderung, dass das menschliche Handeln dem
göttlichen Handeln entsprechen soll (vgl. 18,33). Deshalb schließen
Überlegungen über die imitatio Dei das Kapitel ab.



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