Kunst im Textraum
Buch, Deutsch, 58 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 190 mm
Reihe: Paradosis
ISBN: 978-3-98805-058-8
Verlag: parasitenpresse
Eine Person, die in einem vollkommen dunklen Raum steht, sieht 'Eigengrau', diese zitternde Nichtfarbe begleitet von einem Punkteflackern. Abgeschnitten von a¨ußeren Reizen dringen bald Vorstellungen und der innere Monolog dazu. Hier, wo mentale Bilder mit einer abstrakten Form von Sprache oszillieren, liegt irgendwo eine Verbindung zwischen Literatur und bildender Kunst.
In diesem Buch habe ich mich Kunst zugewandt, die auf ganz unterschiedliche Weise eine solche Verbindung hervorbringen konnte. Teilweise sind die enthaltenen Texte an reale Kunstwerke angelehnt, teilweise behandeln sie Kunst, deren Konzept fu¨r den jeweiligen Text erstellt wurde. Allen Arbeiten ist gemein, dass sie im Text eine neue Existenz bekommen und als mentale Bilder ein Eigenleben entwickeln.
Wie physische Kunst wird diese Textkunst wahrgenommen und lo¨st eine Reaktion aus, beeinflusst durch Vorwissen, Kontext und vorangegangene Erlebnisse. Dabei werden die Arbeiten nicht mit einem Schlag wahrgenommen, sondern entwickeln sich Wort fu¨r Wort. So steht die Erfassung eines Kunstwerks am Ende einer Kette von Erfahrungen. Vor allem im Narrativ lassen sich solche Verkettungen entfalten. Wahrnehmung kann schrittweise gescha¨rft, eine Stimmung erzeugt werden, lange bevor jemand dem Kunstwerk u¨berhaupt gegenu¨bertritt. Zwar fehlt Text dabei die visuelle Eindringlichkeit von bildlichen Darstellungen, dafu¨r bietet sie eine Projektionsfla¨che, die innere Bilder entstehen la¨sst und eine individuelle Kunsterfahrung ermo¨glicht.




