Sonner | Gregor Mendel begegnet dem Schicksal | Buch | 978-3-96054-372-5 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 136 Seiten, Format (B × H): 211 mm x 128 mm, Gewicht: 232 g

Sonner

Gregor Mendel begegnet dem Schicksal

Novelle
Originalveröffentlichung
ISBN: 978-3-96054-372-5
Verlag: Edition Nautilus

Novelle

Buch, Deutsch, 136 Seiten, Format (B × H): 211 mm x 128 mm, Gewicht: 232 g

ISBN: 978-3-96054-372-5
Verlag: Edition Nautilus


Eine Zugfahrt von Wien nach Bru¨nn, etwa 1883. Gregor Mendel, Abt des Augustinerklosters Bru¨nn, sitzt allein im Waggon erster Klasse. In Wien hatte er einen letzten vergeblichen Versuch unternommen, im Streit um die Besteuerung des Klosters zu einer Einigung mit der Verwaltung zu kommen. Mendel ist alt und wegen einer Nierenkrankheit dick und unbeweglich. Der endgu¨ltige Misserfolg lässt ihn in einer Mischung aus Demut und Auflehnung Rechenschaft u¨ber sein Leben ablegen.
Als Bauernsohn, zwar nicht brillant, aber beharrlich und sorgfältig, war er aufs Gymnasium gekommen und konnte später als Erster der Familie studieren. Ständig mittellos, findet er schließlich im Bru¨nner Augustinerstift einen sicheren Hafen. Dort bekommt Mendel die Gelegenheit und die nötige Ausstattung fu¨r seine Forschungen: Viele Jahre lang zu¨chtet er Erbsen im Klostergarten und fu¨hrt Kreuzungsversuche durch. Doch seine Ergebnisse zur Merkmalsvererbung werden nahezu ignoriert. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod werden sie wieder aufgegriffen, ausgerechnet im Zusammenhang mit Vorstellungen von »Rassenhygiene« und Eugenik.
Am Ende seines Ru¨ckblicks steht fu¨r Mendel die Gewissheit, mit allem wesentlichen Bemu¨hen gescheitert zu sein. Doch dann nimmt die Erzählung eine Wendung ins Wundersame … Über das Drama dieses Lebens hat Franz-Maria Sonner eine bemerkenswerte Novelle geschrieben.

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Er blickte auf seine Zigarre. Kurzzeitig verödeten alle Gedanken, ein willkommenes Loch tat sich auf und aller Hader schwieg in ihm. Die Aschespitze war bedrohlich lang geworden, eine unbedachte Bewegung, ein Ruck beim Anfahren des Zugs und sie wu¨rde auf das Polster oder die schwarze Soutane fallen. So oder so eine Sauerei! Der Aschenbecher stand in zwei Meter Entfernung. Ob er es wagen konnte? Praktische Physik, Teilgebiet Ballistik, aus dem Handgelenk? Gedacht, getan: Er hielt die Zigarre nach oben, holte aus, zielte und tippte im rechten Moment, als nämlich die bogenförmige Bewegung gerade ihren Wendepunkt u¨berschritten hatte, mit dem Finger dagegen, der Aschezylinder löste sich von der Spitze und trudelte in den Behälter. Tusch!


Sonner, Franz-Maria
Franz-Maria Sonner, geboren 1953 in Tutzing, lebt in Mu¨nchen und Hannover. Er schreibt Hörspiele und Romane und ist Träger des Glauser-Preises. In der Edition Nautilus hat er unter seinem Pseudonym Max Bronski die Kriminalromane »Halder« und »Urs der Berserker« veröffentlicht und wurde mit dem Radio-Bremen-Krimipreis 2023 ausgezeichnet.

Franz-Maria Sonner, geboren 1953 in Tutzing, lebt in Mu¨nchen und Hannover. Er schreibt Hörspiele und Romane und ist Träger des Glauser-Preises. In der Edition Nautilus hat er unter seinem Pseudonym Max Bronski die Kriminalromane »Halder« und »Urs der Berserker« veröffentlicht und wurde mit dem Radio-Bremen-Krimipreis 2023 ausgezeichnet.



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