Speth / Achermann / Oestmann | In dubio - Zweifel vor Gericht im Pitaval | Buch | 978-3-662-72889-5 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 19, 613 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm

Reihe: Literatur und Recht

Speth / Achermann / Oestmann

In dubio - Zweifel vor Gericht im Pitaval


Erscheinungsjahr 2026
ISBN: 978-3-662-72889-5
Verlag: Springer

Buch, Deutsch, Band 19, 613 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm

Reihe: Literatur und Recht

ISBN: 978-3-662-72889-5
Verlag: Springer


Vor Gericht sind Zweifel zentral: Richter lassen sie bei Feststellung der Sach- und Rechtslage nicht aufkommen. Parteien streuen sie, indem sie Beweise, Zeugen oder die Unbefangenheit der Richter in Frage stellen. Voreingenommene Richter gefährden den Rechtsgang ebenso wie unschlüssige. In Gayots de Pitaval sind Zweifel entsprechend allgegenwärtig, wecken das Interesse am literarisch aufbereiteten Aktenmaterial und bilden Spannungsmomente, die das Urteil der Lesenden in der Schwebe halten. Die Beiträge dieses Bandes untersuchen ausgewählte Pitavalgeschichten aus rechtshistorischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive.

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Zielgruppe


Research

Weitere Infos & Material


1. In dubio pro dubio: Einleitende Bemerkungen zum Zweifel in Pitavalgeschichten aus der Perspektive von Recht und Literatur.- 2. Recht und Literatur im Wettstreit. Das Parlement de Paris als Hort beredter Billigkeit.- 3. Justizaffären im Raum der Öffentlichkeit. Die Causes célèbres im Kontext literarischer und publizistischer Diskurse im Frankreich des 18. Jahrhunderts.- 4. Martin Guerre: zur anhaltenden Faszination einer Betrugsgeschichte.- 5. Le faux Martin Guerre – Zweifel an der Identität der Person.- 6. Betrug, Standesanmaßung, Bigamie – und Konversionspolitik Anmerkungen zu Peter Mege giebt sich für den Herrn von Caille aus (Pitaval II,1).- 7. Zweifel versus Unschlüssigkeit. Peter Mege giebt sich für den Herrn von Caille aus.- 8. Prozessführung im Wandel der Öffentlichkeiten: Pitavals Darstellung des Abstammungsprozesses der Familie de la Guiche.- 9. Eine zweifelhafte Identität: Orte des Zweifels in der Geschichte Enfant reclamé par deux mères, ou la célèbre cause de Saint Geran – Die Rechtssache S. Geran .- 10. Der Pitaval als rechtshistorische Enttäuschung: Offene Fragen in der Pivardiere-Geschichte.- 11. Histoire de la Pivardiere Stadien ihrer Textualisierung – vor, nach und bei Gayot de Pitaval.- 12. Ein außergewöhnlicher Zivilprozess in der Fallsammlung des Advokaten Gayot de Pitaval: Cause de Dieu. Oder: Die Morgenröte der Gerechtigkeit.- 13. Das Individuum vor Gericht: Pitavals Handelsvertrag mit Gott als mehrfachsemantisierte Fallgeschichte.- 14. Eine juristische Lektüre von Pitavals Mariage declaré abusif.- 15. Zweifel qua Gerücht und Widerspruch. Übertragungs- und Argumentationsprobleme in der Pitavalgeschichte: Die nach dem Tode der Frau für nichtig erklärte Ehe.- 16. Der Fall der Marquise von Brinvilliers und die Frage nach der strafprozessualen Verwertbarkeit ihrer Beichte.- 17. Täuschung, Perversion, Komplott und Reue. Erzählerische Plausibilisierungen zweifelhafter Momente des Falls Brinvilliers in den causes célèbres von Gayot de Pitaval (1734) bis Fouquier (1861).- 18. Eine tödliche Folter – zur Pitavalgeschichte des unschuldig Verurteilten Jacques Le Brun.- 19. Vor-Urteile: Zur Funktion des Zweifels im Fall Le Brun (alter Pitaval).- 20. Das Spannungsfeld zwischen dem „öffentlichen Geschrei“ und dem richterlichen Ermessen: Pitavals Darstellung des Falles der Marquise von Ganges (1667).- 21. Genese einer Fallgeschichte: Pitavals Marquise de Gange.- 22. Urbain Grandier und die Nonnen von Loudun (Pitaval II,2): Eine rechtshistorische Lektüre.- 23. Im Bann des Zweifels. Der ‚Fall‘ Urbain Grandier als Lehrstück dubioser Rechtlichkeit.- 24. Von pflichtvergessenen, unwissenden und vollkommenen Richtern: Pitavals gestrafte Richter von Mantes.- 25. Affektbetontes Erzählen. Schrecken und Mitleid in Pitavals Rechtsfalldarstellung der gestraften Richter.


Sebastian Speth ist Akademischer Oberrat auf Zeit am Germanistischen Institut der Universität Münster.

Eric Achermann ist Professor für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Frühe Neuzeit und Geschichte des Wissens an der Universität Münster.

Peter Oestmann ist Professor für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Münster.



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