Steiner / Stauffer | Stichwort Lüge | Buch | 978-3-7274-4910-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 64 Seiten, PB, Format (B × H): 106 mm x 183 mm, Gewicht: 67 g

Reihe: Spirituelle Perspektiven

Steiner / Stauffer

Stichwort Lüge


2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7274-4910-9
Verlag: Steiner Verlag, Dornach

Buch, Deutsch, 64 Seiten, PB, Format (B × H): 106 mm x 183 mm, Gewicht: 67 g

Reihe: Spirituelle Perspektiven

ISBN: 978-3-7274-4910-9
Verlag: Steiner Verlag, Dornach


Lügen haben lange Beine: individuell und kosmisch
Das Stichwort Lüge ist von einer hohen Brisanz, wenn man den Blick auf das aktuelle Weltgeschehen richtet. Was Rudolf Steiner zur Lüge sagt, unterscheidet sich radikal von der sonstigen Meinung, dass es sich hier um eine Verfehlung aus eigennützigen oder strategischen Gründen handelt, die ohne Folgen bleibt. Er weist darauf hin, dass jede Lüge plastische Spuren hinterlässt. Wo Notlügen, Schummeleien, Unwahrhaftigkeiten verbreitet werden, entstehen Gedankenformen, die in der geistigen Welt zu zerstörerischen Realitäten werden, für andere, aber auch für einen selbst. Daraus ergibt sich, dass jede Lüge ihre Korrektur und ihren Ausgleich erfordert, sei es im jetzigen oder im nächsten Leben.

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„Ein Verschweigen aus Liebe, eine Notlüge, ist immer eine sehr komplizierte Tat. Eine Notlüge aus Liebe kann eine Notwendigkeit sein, zunächst scheint sie ja unter Umständen eine gute Tat, aber auf sehr komplizierte Weise verbindet sie. Durch die Notlüge haben wir uns karmisch verbunden mit dem Betreffenden, und zwar mit seiner Schwäche haben wir uns verbunden. Wir werden später wieder etwas mit ihm zu tun haben. Wir werden ihm später die Wahrheit zu sagen haben. Wir werden später durch eine recht unsympathische Wahrheit, die wir ihm zu sagen haben, dies als einen Entwicklungsfaktor auszugleichen haben. Es ist gut, dass das so ist, denn wenn wir gezwungen sind zu einer Notlüge, so ist das schon karmisch, egoistisch also, denn eine Notlüge auch als Notlüge ist eine egoistische Tat, sie hat nichts zu tun mit einer wahren Liebestat. Denn ein Stückchen Klugheit gehört schon immer zur Notlüge. Sie geschieht nicht nur aus Liebesentscheidung.“


Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec (Königreich Ungarn, heute Kroatien), geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule Wien und promovierte an der Universität Rostock mit einer erkenntnistheoretischen Arbeit, die mit dem Satz endet: «Das wichtigste Problem alles menschlichen Denkens ist das: den Menschen als auf sich selbst gegründete, freie Persönlichkeit zu begreifen.» Diese Überzeugung leitete ihn auch in seiner Tätigkeit als Goethe-Herausgeber in Weimar, als Schriftsteller, als Redakteur und Vortragsredner in Berlin, später in Dornach und an vielen anderen Orten Europas. Seine durch Bewusstseinsforschung erweiterte Sichtweise, die er «Anthroposophie» (Weisheit vom Menschen) nannte, ermöglichte es ihm, auf zahlreichen Lebensgebieten praktische und tiefreichende Impulse zu geben, stets mit dem Ziel einer spirituellen Erneuerung der Zivilisation. Nach der Trennung von der Theosophischen Gesellschaft, deren Deutscher Sektion er zunächst als Generalsekretär vorstand, wirkte bei der Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft mit. Im Goetheanum in Dornach bei Basel bekam die Gesellschaft ihr Zentrum «Freie Hochschule für Geisteswissenschaft». Als der Doppelkuppelbau aus Holz durch Brandstiftung zerstört wurde, stellte sich Rudolf Steiner an die Spitze der neu begründeten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Rudolf Steiner starb am 30. März 1925. Sein Werk umfasst neben zahlreichen geschriebenen Büchern Nachschriften von rund 6000 Vorträgen und ist in der «Rudolf Steiner Gesamtausgabe» zum großen Teil ediert.



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