Buch, Deutsch, Band 92, 288 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm
Reihe: Film – Medium – Diskurs
Motive und Verfahren in Literatur und Medien
Buch, Deutsch, Band 92, 288 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 235 mm
Reihe: Film – Medium – Diskurs
ISBN: 978-3-8260-6552-1
Verlag: Königshausen & Neumann
Sprengstoff ist präsent in unterschiedlichsten Medienformen. Die Literatur
erzählt von der Angst vor dem Sprengstoff als unsichtbarer Gefahr oder nutzt
als Comic das Spektakel der bildlich dargestellten Detonation als komisches
Mittel. Im Film ticken Countdowns, Explosionen überraschen Helden wie
Zuschauer und Atompilze machen die Apokalypse sichtbar. Popmusiker greifen
auf Dynamit, Bomben und Feuerwerkskörper als Metaphern zurück, um
die Kraft der eigenen Performance oder ein Lebensgefühl zum Ausdruck zu
bringen.
Als technisches Produkt wurde Sprengstoff seit der Industrialisierung stetig
fortentwickelt, um ein immer größeres Zerstörungspotential auf kleinstem
Raum zu verdichten. Seine Funktion bleibt immer die Destruktion. Als Zeichen
in kulturellen Texten kann Sprengstoff als Motiv und Metapher verschiedene
Bedeutungs- und Erzählfunktionen übernehmen. Das destruktive
Potential des materiellen Stoffs entwickelte sich in seiner Medialisierung zu
einem poietischen.
Der Sammelband bildet in Analysen konkreter Beispiele die Breite dieses
bisher kaum beachteten Themas ab und betrachtet Sprengstoff auch abseits
dominanter Diskurse wie Terror und Krieg. Außerdem liefert er instruktive
Ansätze, um das Spannungsverhältnis zwischen technischer und kultureller
Entwicklung zu verstehen.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Medienwissenschaften Mediengeschichte
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Literarische Stoffe, Motive und Themen
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Literarische Gattungen
- Geisteswissenschaften Design Comics & Cartoons (Design)
Weitere Infos & Material
Einleitung – J. Stephan: Sprengstoff als Perspektive – I INNOVATION – M. Wiegandt: Literarische Explosionen. Vom Bau einer Echokammer für die Literatur – M. Wagner: Mr. Dynamite in Dublin – eine filmdramaturgische Analyse – F. Tebbe: Der Abfall der Welt. Zur Funktion von Sprengstoff in Chuck Palahniuks Fight Club – II POTENZIALITÄT / IMPOTENZIALITÄT – V. Bachmann: Nach der Zerstörung. Metaphorik der Explosion im späten Expressionismus (Georg Kaisers Gas und Fritz Langs METROPOLIS) – M. Kuhn: Narratives Nitroglyzerin: Zum Verhältnis von Sprengkraft und Spannung im Film LE SALAIRE DE LA PEUR und dessen Remake SORCERER – S. Berlich / J. Ueberfeldt: „Ganz harmlos – bis es explodiert“. Beschleunigung, Brückenbau und eine Bombe in David Leans THE BRIDGE ON THE RIVER KWAI – III EXPLOSION / DEPOTENZIERUNG – F. Köster, I. Schwemin: The Walk-Away. Eine Ironisierung des spektakulären Actionfilm-Skripts im Superheldenfilm? – H. Günther: „I’m midnite Dynamite". Die Darstellung von Männlichkeit(en) und sexueller Potenz durch Sprengstoff im Glam Metal – M.C. Hänselmann: Der Bomben-Gag im klassischen amerikanischen Cartoon. Zur Geschichte, Narratologie und Funktionalisierung des Sprengstoffgebrauchs im unterhaltenden Kurzzeichentrickfilm der USA zwischen 1915 und 1960 – IV DYNAMIK / STASIS – I. Husser: Zwischen Mythos und Atombombe – Zur Komplexität und (ästhetischen) Sprengkraft des Bösen in TWIN PEAKS: THE RETURN – G. Löwen: Nach der Bombe. Narrative und semantische Funktionen atomarer Apokalyptik am Beispiel von Arch Obolers FIVE – K. Baumann: Sprengsätze. Arno Schmidts Kaff auch Mare Crisium als Seismogramm des atomar akzentuierten Bewusstseins – Dank.




