oder: Suite für eine viertel Kuh
Buch, Deutsch, 144 Seiten, Format (B × H): 130 mm x 220 mm
ISBN: 978-3-940524-77-5
Verlag: Edition.fotoTAPETA Berlin
Eine Erzählung und eine Reihe von autobiografischen Notizen, zwei Autoren, zwei Städte, zwei Länder. Die Autoren Stig Sæterbakken und Nino Vetri kannten sich nicht, die Entfernung zwischen ihnen und den Städten, in den sie leben bzw. lebten ist groß: Sie reicht von Europas Norden bis ganz in den Süden, nach Sizilien. Das Thema der beiden aber ist ganz ähnlich: die Auseinandersetzung des Künstlers mit der Kunst, mit den Grenzen der Kunst. Und der Kampf des Künstlers mit seinem Alltag. Aber auch: die Irritation, die er auslöst in seiner Umgebung. In Lillehammer wie in Palermo.
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Zwischen Lillehammer und Palermo
Das ist ein kleines Buch. Wir empfehlen Ihnen, es bis zum Ende zu lesen, beide Teile. Sie können dabei durchaus zwischen dem ersten Teil und dem zweiten hin und her springen, zwischen der Erzählung von Nino Vetri aus Palermo und den Notizen von Stig Sæterbakken aus Lillehammer, zwischen Fiktion und Tagebuch. Sie wechseln dann zwar den Ort und das Genre; das aber, worum es geht, bleibt eigentümlich ähnlich: die Auseinandersetzung des Künstlers mit der Kunst, mit den Grenzen der Kunst. Und der Kampf des Künstlers mit seinem Alltag. Aber auch: die Irritation, die er auslöst in seiner Umgebung.
Nino Vetri und Stig Sæterbakken kannten sich nicht; Sæterbakken ist seit 2012 tot. Die Zusammenstellung der beiden Texte geht auf eine Idee des Verlags zurück. Auf vielleicht überraschende Weise aber trägt diese Idee, wenn man sich auf diese Texte einlässt. Sie schlagen einen weiten Bogen zwischen dem Süden und dem Norden Europas, zwischen so unterschiedlich Städten wie Palermo, der Heimatstadt von Vetri, die in allen seinen Erzählungen eine Rolle spielt, und Lillehammer, der Stadt, von welcher aus Sæterbakken seine kontroverse Position unter den norwegischen Autoren seiner Generation erschrieb. Die ehemalige Olympiastadt ist nicht selten Schauplatz seiner Reflexionen, seines Haderns über die Gesellschaft und die eigenen Abgründe.
So erfährt man zwischen den Zeilen einiges vom Leben an den Rändern Europas, von der Normalität und mehr noch von Wahn und Zerrissenheit, die dazu gehören. Den Protagonisten dieser Texte wird es nicht so gut ergehen: Der eine verfällt dem Wahnsinn; der andere bereitet seinem Leben selbst ein Ende. Darüber zu spekulieren, ob das mit der Auseinandersetzung zusammenhängt, die sie mit ihrer Kunst geführt haben, mag ungehörig sein. Aber es gehört doch zur Klammer, die diese Text auch zusammenhält.
„Ja, das könnte ein interessantes Thema sein“, belehrt der Kritiker in der Erzählung Vetris den Künstler. „Aber wo ist der Plot? Gibt es einen roten Faden? Oder handelt es sich nur um eine Aneinanderreihung kleiner Szenen…“
Wer weiß. Wo also ist der Plot? Zwischen Lillehammer und Palermo …




