Nettekoven, Ina
Ina Nettekoven ist Kunsthistorikerin mit den Schwerpunkten illuminierte Handschriften und frühe illustrierte Druckwerke. Ein Großteil ihrer Forschung konzentriert sich auf den durch Gutenberg und seine revolutionäre Erfindung ausgelösten Medienwandel sowie auf die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Handschriftenproduktion (Promotion an der Freien Universität Berlin). Sie erforscht und beschreibt Handschriften und Miniaturen.
Zöhl, Caroline
Caroline Zöhl, geb. 1965 in Bremen, ist derzeit tätig als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin. Forschungsschwerpunkte: Kunst des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, mit Schwerpunkt nördlich der Alpen, Künstlerische Mobilität, Regionaler und Medialer Transfer, Buchmalerei und Graphik in Handschriften und Frühdrucken, Ikonographie des Todes
Tenschert, Heribert
Heribert Tenschert (* 1947 in Mariakirchen, Niederbayern) ist ein deutscher Antiquar, Büchersammler, Publizist und Autor.
Tenschert war ein Kind einer schlesisch-böhmischen Flüchtlingsfamilie. Er begann 1969 ein Studium der Romanistik, Germanistik und Latinistik an der Universität Freiburg bei Erich Köhler, das er jedoch 1977 abbrach, um in Rotthalmünster ein Buchantiquariat zu gründen. Nach erfolgreichem Handel mit bibliophilen Werken der Neuzeit konzentrierte er sich auf mittelalterliche Bücher, insbesondere Stundenbücher.
1993 erwarb er die Sulzersche Villa, bekannt als Landgut Bibermühle, bei Stein am Rhein in der Schweiz gelegen.
2010 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg. Auch gedruckte Stundenbücher gehören zu seinem Fachgebiet, er besitzt die größte Sammlung der Welt, ca. 375 Exemplare (Stand 2016). Anlässlich der Antiquariatsmesse Stuttgart 2024 teilte er in einem Interview mit, dass seine Sammlung inzwischen 430 gedruckte Stundenbücher umfasst und weiter:
«Das ist so viel wie die Bibliothèque nationale de France und die British Library in London zusammen haben.»
Tenschert ersteigerte 1988 bei Sotheby’s für eine Million Pfund das Manuskript des Romans Der Process von Franz Kafka, das ursprünglich von Max Brod vernichtet werden sollte. Kurz nach dem Kauf überließ Tenschert dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach das Manuskript zum Einkaufspreis. Für seinen Freund Martin Walser erstellte Tenschert eine 25-bändige Werkausgabe zu dessen 90. Geburtstag.