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Unverfehrt Kohle, Koks und Kolonie



Das Verbundbergwerk Gneisenau in Dortmund-Derne

Erscheinungsjahr 2019, 464 Seiten, Gebunden, Format (B × H): 240 mm x 293 mm, Gewicht: 1956 g Reihe: Eine Publikation der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Dortmund
ISBN: 978-3-402-24641-2
Verlag: Aschendorff Verlag


Unverfehrt Kohle, Koks und Kolonie

Mit der Stilllegung der Zeche und der Großkokerei Gneisenau in den Jahren 1985 und 1989 ging die wechselvolle Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Dortmunder Nordosten zu Ende. 1886 hatte das Bergwerk nach wiederholten Wassereinbrüchen in der Abteufphase die Förderung aufgenommen; 1891 gelangte es zusammen mit den benachbarten Schachtanlagen Scharnhorst und Preußen in den Besitz der 1856 in Dortmund gegründeten Harpener Bergbau-AG. 1899 kam die seit 1861 in Betrieb befindliche Zeche Courl in Dortmund-Husen hinzu, die allerdings bereits 1931 im Zuge der Weltwirtschaftskrise stillgelegt werden musste, während Gneisenau und Scharnhorst zur Großschachtanlage Gneisenau vereinigt wurden.

Von der 1958 einsetzenden Kohlenkrise blieb Gneisenau zunächst verschont. Vielmehr wurde die Zeche unter wie über Tage noch einmal großzügig ausgebaut und modernisiert. Mit der Übernahme des Baufelds Victoria 3/4 entstand 1963 das Verbundbergwerk Gneisenau, das nach der Einbringung in die Ruhrkohle AG als größte Zeche im Ruhrgebiet und als eine der bedeutendsten in Europa gelten konnte. 1974 erreichte sie mit weit über 6.000 Bergleuten und einer Jahresproduktion von 4,2 Millionen Tonnen Kohle die höchste Förderung ihrer Geschichte. Da sich die Absatzkrise jedoch in den frühen 1980er Jahren weiter verschärfte, stellte Gneisenau am 4. August 1985 den Betrieb ein, 99 Jahre und sechs Wochen nach Aufnahme der Förderung. Erhalten geblieben sind zwei einzigartige Fördergerüste mit ihren Maschinenhallen, die sich seit 1997 in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur befinden.

Das in erster Linie von ehemaligen leitenden Mitarbeitern des Verbundbergwerks Gneisenau erarbeitete Buch stützt sich vor allem auf die reichlichen, größtenteils noch unveröffentlichten Quellen, die im Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund verwahrt werden. Eingebunden in die Geschichte der Harpener Bergbau-AG, wissenschaftlich fundiert, aber verständlich geschrieben, beleuchtet es die wirtschaftliche und technische Entwicklung der Zechen Gneisenau, Scharnhorst und Courl/Kurl in all ihren Facetten. Aber auch der Sozialgeschichte ist viel Raum gewidmet. Das Buch erzählt u. a. von der Herkunft und Zusammensetzung der Belegschaften, vom Charakter und den Gefahren der Arbeit vor Ort, vom Kampf der Bergleute um die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und ihrer sozialen Lage, vom Überleben in Kriegs- und Krisenzeiten, von den Wohnverhältnissen in den Bergarbeitersiedlungen und von den anderen Einrichtungen der betrieblichen Sozialpolitik.

Das Buch, das sich bewusst an eine breite Öffentlichkeit wendet, soll die Erinnerung an ein Bergwerk wach halten, das fast ein Jahrhundert lang sein Umfeld geprägt und das Schicksal von Generationen von Bergleuten und ihren Familien bestimmt hat.

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