Buch, Deutsch, 124 Seiten, Format (B × H): 103 mm x 205 mm, Gewicht: 140 g
Die Griechen und die Macht
Buch, Deutsch, 124 Seiten, Format (B × H): 103 mm x 205 mm, Gewicht: 140 g
ISBN: 978-3-911804-05-9
Verlag: tentare Verlag
bietet eine pointierte und glänzend geschriebene Einführung in die Machtverhältnisse und Herrschaftsbegründungen der griechischen Polis. Wie Mario Vegetti zeigt, fehlten im Athen des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. die drei großen Stützen, die Herrschaft andernorts absicherten: ein zentralisierter Staatsapparat, eine priesterliche Autorität und eine verbindliche kulturelle Tradition. Aus dieser Souveränitätskrise entstand ein einzigartiges Laboratorium der politischen Theorie, das fünf grundlegende Prinzipien der Machtlegitimation hervorbrachte: (Mehrheit), (Gesetz), (Gewalt), (Tugend) und (Kompetenz). In einer thematisch gegliederten Darstellung führt Vegetti durch die antike Debatte, an der Philosophen, Historiker, Dichter und Politiker beteiligt waren. Er vergleicht die griechischen Typologien mit den Herrschaftsmodellen Max Webers und Alexandre Kojèves und zeigt, inwiefern das begriffliche Instrumentarium der Antike auch für die heutige politische Reflexion noch maßgeblich ist.
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Studierende der Politischen Philosophie | Altphilolog:innen und Gräzist:innen | Politikwissenschaftler:innen | Philosophisch interessierte Allgemeinleser:innen | Lehrende an Gymnasien (Philosophie/Geschichte) | Demokratietheoretiker:innen und -aktivist:innen | Leser:innen politischer Sachbücher | Platon- und Aristoteles-Interessierte | Jurist:innen mit Interesse an Rechtsgeschichte | Journalist:innen und politische Kommentator:innen | Teilnehmer:innen politischer Bildungsprogramme
Weitere Infos & Material
In den
des Euripides fragt der Herold von Theben den Athener Theseus, wer in seiner Stadt befehle (wörtlich: »wer ist der Herr (tyrannos) dieses Landes?«). Die Antwort des Theseus, Athen kenne keine Tyrannen und werde demokratisch vom Volk regiert, führt zu einer scharfen Debatte, in der der Herold die Gründe für die autokratische Monarchie vertritt und Theseus eben jene für die Demokratie. Die Stelle ist vielsagend.
Gewiss stellt sich in jeder hierarchisch geordneten sozialen Formation die Frage nach der Legitimation oder der Rechtfertigung für die Ausübung der Macht – als Gesamtheit der notwendigen Bedingungen dafür, dass ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen die Befehlsgewalt über die Gemeinschaft ausübt und Entscheidungen in ihrem Namen trifft. Aber es geschah in der griechischen Gesellschaft, dass sich die Frage zum ersten Mal und mit der größten Dringlichkeit stellte, so sehr, dass das griechische Denken ein Forschungslabor zum Thema der Macht darstellte, das fähig war, ein Spektrum von Lösungen auszuarbeiten und zu kritisieren, aus dem zu schöpfen die späteren Kulturen nie aufhören würden.




