Buch, Deutsch, 112 Seiten, GB, Format (B × H): 169 mm x 243 mm, Gewicht: 452 g
Sagen von der Insel Rügen
Buch, Deutsch, 112 Seiten, GB, Format (B × H): 169 mm x 243 mm, Gewicht: 452 g
ISBN: 978-3-944102-47-4
Verlag: Demmler Verlag GmbH
Faszinierend und ursprünglich ist die Insel Rügen, aber auch sagenhaft und geheimnisvoll? Natürlich! Ul-rich Völkel entführt mit den „Zwei Riesen im Sund“ zu einer magischen Reise auf die größte Insel Deutschlands und kleidet mit wunderbarer Sprache alte Sagen in ein modernes Gewand. Mythen und zau-berhafte Orte, Riesen und Zwerge, Wassergeister und Hexen sind die Hauptdarsteller in den Geschichten über Gut und Böse, Glück und Unglück, Gier, Bescheidenheit und Moral. Mutige Leser begeben sich nun also auf die Pfade zwischen die Kreidefelsen und entdecken die Wesen und Menschen, die zwischen den Seiten lauern.
Illustriert wurden die Geschichten von der Aquarellkünstlerin Katrin Kadelke, die mit ihrem frischen und auch karikativen Stil den Figuren mit viel Liebe Leben und Witz einhaucht.
Altersempfehlung: ab 9 Jahr
Weitere Infos & Material
Der Riese von Rügen
Johann und Liesbeth
Der Schäfer von Patzig
Der listige Bauer
Herr von Scheele und die Wassergeister
Matthes Pagels vor Gericht
Vom Mäusewinkel zu Dumsewitz
Rattenkönig Birrlibirr
Brennendes Gold
Trine Piper und Kater Martin
Das schneeweiße Hühnchen
Worterklärunge
Der Riese von Rügen
Auf der Insel Rügen lebte einst ein Riese. Der war so groß, dass er von weitem wie ein Berg aussah. Wenn die Menschen ihn erblickten, liefen sie vor ihm davon. Darüber war er sehr traurig, denn mit keinem konnte er reden. Zwar hatte der Riese einen Freund, der nur ein bisschen kleiner
war als er, doch der wohnte auf dem Festland. Wenn er ihn besuchen wollte, musste er immer erst durch das Meer waten. Auf der Insel Rügen gab es keinen zweiten Riesen. Nun können manche Menschen durchaus allein sein, aber ein Riese verträgt das nicht. Weil er sehr groß ist, sieht er sehr viel. Und wer viel sieht, der weiß viel. Wer viel weiß, will es gern anderen erzählen. Deshalb besuchte der Riese seinen Freund auf dem Festland einmal im Monat. Und dann reichten drei Tage nur knapp, um einander alles zu erzählen, was sie gesehen und erlebt hatten. Der Festlandriese hätte seinen Freund zu gern einmal auf der Insel besucht, aber das ging leider nicht, denn für zwei Riesen war Rügen zu klein. Einmal im Monat krempelte also der Inselriese seine Hosenbeine bis zum Knie hoch. Er zog seine Strümpfe aus, von denen man Segel für hundert Schi?e hätte machen können. Die Schuhe, deren einer ausgereicht hätte, das Korn einer Scheune wegzutragen, band er an den Schnürsenkel zusammen und warf sie sich über die linke Schulter. Und dann watete er durch den Sund, wie das Wasser der Ostsee zwischen Rügen und Stralsund heißt, um seinen Freund zu besuchen




