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Buch, Deutsch, 188 Seiten, Format (B × H): 225 mm x 285 mm, Gewicht: 800 g
Buch, Deutsch, 188 Seiten, Format (B × H): 225 mm x 285 mm, Gewicht: 800 g
ISBN: 978-3-03858-774-3
Verlag: edition abcdefghijklmnopqrstuvwxyz
In dieser Monografie ist viel versammelt, was den Stil und die Kunst von Peter R. Müller (*1944) ausmacht. Seit 60 Jahren haben wir es mit einer künstlerischen Heiterkeit zu tun, die den wahren Pessimismus übertüncht. Sein Werk ist ein statement für eine arte povera; sie speist sich aus den Relikten und Reibflächen der Industriegesellschaft: Geistesblitze und Götterfunken. In diesem Sinn wird hier eine transformatorische Archäologie betrieben, indem das Industriezeitalter in eine tragische Ästhetik der verflossenen Schönheit überführt wird: bis zu einem letzten Rasenstück. Die Japaner benutzen den Begriff Wabi-Sabi, also die Schönheit des Gebrauchten und Vernutzten, was wir als Vintage mit der entsprechenden Patina bezeichnen. Doch Hitze, Licht und Wasser sind die Furien der steten und zukünftigen Zersetzung: Durchrostgarantie! Dieser natürlichen Melancholie können auch die Künstler nicht entwischen.
Die von Peter R. Müller entwickelten Rostmonotypien sind Naturselbstdrucke. Die chemischen Zersetzungen hinterlassen Spuren und Botschaften auf textilem Untergrund. Die Gemälde werden angereichert ist Objekten. Materialassemblagen zitieren das Konzept des ready made. Installative Arbeiten führen weg vom Tafelbild. Mächtige Eisenskulpturen rufen archaische Zeiten in Erinnerung. Mit dem Plasmaschneider ins Metall geschnittene Linien werden zu heroischen Besitzzeichen. Auf Sockel geschweißte Mutanten zelebrieren ihre Majestät. Allerlei Gehörntes paradiert und parodiert mit anthropomorphem Witz. Geflexte und polierte Gesichter verleihen mythischen Gestalten ihre Magie. Mit diesen künstlerischen Veredelungen mutiert das Werk zum Wertstoff, Wertsteigerung inbegriffen.
Künstlerische Prozesse sind letztlich offene Prozesse, ein stetes Drehen und Wenden des toten Objekts, bis es die wahre Bestimmung preisgibt und lebendig wird, sich die blosse Möglichkeit zur Evidenz mausert, zur finalen Demonstranz kristallisiert und synthetisiert. Denn der Zufall spielt gegen die Absicht, das Unerwartete begünstigt das Glück: Serendipität.
Zielgruppe
An heiterer Kunst Interessierte




