Buch, Deutsch, 408 Seiten, Format (B × H): 130 mm x 200 mm, Gewicht: 493 g
Reihe: Poseidons Söhne
Leandros
Buch, Deutsch, 408 Seiten, Format (B × H): 130 mm x 200 mm, Gewicht: 493 g
Reihe: Poseidons Söhne
ISBN: 978-3-98914-957-1
Verlag: Neubachverlag
Atlantis ist dem Untergang geweiht. Nur durch Poseidons Eingreifen überlebt ein Teil der Bevölkerung. Unter ihnen auch seine fünf Söhne und der Seher Anthanasios. Als der Hauptmann der Garde bei einer Mission, die in Albion stattfindet, in der Oberwelt verschwindet, beschließt Leandros, der Älteste der Söhne, der inzwischen Atlantis regiert, nach ihm zu suchen. Seine Suche führt ihn jedoch nicht nur zum Grund für Therons Verschwinden, sondern auch zu einer alten Prophezeiung über sein Schicksal und das seiner Brüder. Ein Rätsel, das es zu lösen gilt, um einem Fluch, der schlimmer ist als der Tod, zu entgehen.
Zielgruppe
Alle, die Mythen und Legenden, moderne Märchen, Schottland oder Griechenland gepaart mit einer Romance lieben.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Der Wind peitschte die Gischt der Wellen bis an die Mauern der Tempelanlage. Donner grollten und Blitze zuckten, dabei regnete es in Strömen. Es sah fast so aus, als hätte man die Schleusen zum Olymp geöffnet, um die Wassermassen des gesamten Enipeas auf die Insel hinabstürzen zu lassen.
Anthanasios blickte betrübt hinauf zum Himmel. Das hier war ihre Strafe für den Hochmut und all die Dinge, die sie getan oder auch nicht getan hatten. Sie alle hatten den Zorn der Götter auf sich gezogen und nun ernteten sie die Früchte ihres Tuns. Da war es einerlei, dass sie eigentlich unter Poseidons persönlichem Schutz standen. Gegen die Allmacht seiner Brüder, deren Kinder und seiner eigenen konnte selbst der mächtige Herrscher der Meere nichts ausrichten, wenn sie sich zusammenrotteten.
Anthanasios seufzte leise. Er war der Seher, Priester und Berater des obersten Königs von Atlantis. Atlas sein Name, benannt nach seinem Vorfahren, dem Namensgeber der Insel, hatte jedoch all seine Warnungen ignoriert. Seine Machtgier und sein Hochmut hatten ihn sogar dazu getrieben, Athen anzugreifen, was eindeutig gegen den Willen der Götter geschehen war. Ungehorsam ertrug keiner von ihnen. Die Götter waren äußerst rachsüchtig. Und das, was jetzt folgte, war ihre Art, ihren Durst danach zu stillen.
Ein weiterer Blitz durchbrach die düstere Wolkendecke und schlug in eines der Gebäude, das sich in seiner unmittelbaren Nähe befand, ein. Menschen schrien und rannten ohne Ziel und Verstand panisch los, während ein erneuter Blitz das nächste Gebäude traf, um es in Schutt und Asche zu zerlegen. Gleichzeitig begann die Erde zu beben.
»Lauft zum Palast. Dort werdet ihr in Sicherheit sein«, schrie er ihnen zu, wohlwissend, dass sie alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren, als dass sie auf seine Worte hören würden. Doch einen Versuch war es wenigstens wert.
In diesem Moment bewegte sich die Säule, neben der Anthanasios stand, ächzend, schwankte gefährlich und fiel dann in sich zusammen. Er schaffte es gerade noch, zur Seite zu springen, bevor er von ihrem Kapitell erschlagen werden konnte. Das brachte auch ihn dazu, loszustürmen. Allerdings nicht ziellos, wie all die anderen. Im Gegensatz zu all den anderen wusste er ganz genau, wohin er wollte. Seine Zöglinge brauchten jetzt dringend seine Hilfe. Sie mussten überleben, damit ihr Volk nicht vollkommen unterging. Leandros, Kyros, Arion, Nikos und Alexis waren ihre Zukunft. Die Jungen wussten es nur noch nicht. Sie ahnten es noch nicht einmal. Mit dem heutigen Tag würde ihre Kindheit enden.
Anthanasios seufzte zum wiederholten Mal. Er hatte es vorhergesehen, jedoch nicht, dass es so bald geschehen würde. Seine Schützlinge waren noch viel zu jung für die Verantwortung, die sehr bald schon auf ihren Schultern liegen würde. Aber es half ja nichts. Keiner der fünf konnte sich ihr entziehen. Nur zusammen würden sie es schaffen, den Untergang eines ganzen Volkes zu verhindern.




