Rausch & Trauer, Furor & Seligkeit, Ekstase & Wahnsinn. Poesie trifft Kürzestprosa
Buch, Deutsch, 90 Seiten, Format (B × H): 115 mm x 200 mm, Gewicht: 106 g
ISBN: 978-3-944585-13-0
Verlag: Verlag Ingo Munz
wir sind bei weitem
notorische liebhaber
hungernd nach gehorsam und feuer.
Gedichte und Geschichten,
Matches aus Poesie und Prosa.
Weitere Infos & Material
Pädagogisches Reziprok
das letzte cowgirl
die homerische frage
Links und rechts
Kooperation
in aller kürze
Der Heiler
die stimme
früher am morgen
Es hatte einfach sein müssen
auslöser
Die Abtrünnigen
zeitalter der extreme
Die WAZ und der Wirt
Der Gefallen
einzelmomente
Einer muss es gewesen sein
ellington bar
der gewöhnliche mensch
Weltenwissen
warum wir alle zu etwas beten
Wahltag
gier
noch einmal lustig
Der Erfolg und der Brombeerstrauch
verborgene sehnsüchte
Guter Morgen
früher am morgen
Inger Christensen sieht
Die Zeit der Unverbindlichkeit
Wendepunkt-Miniatur
früher am morgen
brice marden im rollstuhl
Veränderungslust
Solitär
falsche annahme
Der Fokus
im unsichtbaren haus
Die Selektion
der zauber einer vorstellung von etwas irdischem
kleines glück
Der Schlag des Glücks
Der Brombeerstrauch und der Misserfolg
früher am morgen
Glücklich
früher am morgen
Das Warum und das Wie
herrlichkeit
Der Bruder des Erfolgs
von der erfindung der zahnbürste
früher am morgen
Ins Nichts
expressionismus
auf der brücke (für a)
Die letzte Stufe der Ablehnung
formel der erledigung
Die Zeitung
früher am morgen
Negatives Wachstum
anleitung zum zeichnen
Der Eros des Andersseins
löschvorgang
Am blauen Himmel
am fenster
O Vanitas
seltsames
Wasser in Wein
ohne titel
Der große Schrecken
notorische liebhaber
Allüberall
was war
Der Heiler
Der Heiler begrüßt seinen Patienten nicht zum ersten Male. Mit einem leisen Stöhnen legt der Patient sich auf die Pritsche. Wieder riecht er recht unangenehm. Denn wieder schwitzt er aus zu vielen Poren. Und wieder kommt das Gespräch
in Gang auf die bekannte Art und Weise: Ich … heute, wieder ein unsäglicher Tag … Und diese unsäglichen Arbeitskollegen … Dann der Stau, der ewige Zeitdruck und essen müssen im Auto. Immer weitere neue Termine und die Schmerzen in den Gelenken werden auch nicht besser. Das Schlimmste aber: Ich verstehe die Menschen nicht mehr, ich … ich hasse sie
einfach alle. Auch unsere Sitzungen erscheinen mir mehr und mehr wenig produktiv. Was, fragt der Patient, soll ich nur tun?
Der Heiler lächelt. Behutsam legt er die Hand aufs Knie des Patienten. Der Heiler atmet bewusst und sehr leise. Schließlich sagt er, wie wenn er ein Kind in die Welt holen wollte: Das wissen Sie selber.
die stimme
wahrscheinlich ist es
zuträglicher die arbeit
ruhen zu lassen
dann bin ich
ungebunden
tatenlos
ein papagei säße
auf meinem arm
und wiederholte
was die welt sei.




