Buch, Deutsch, 384 Seiten, KART, Format (B × H): 130 mm x 210 mm, Gewicht: 1 g
Reihe: Blaue Reihe
Selbstbilder und Selbstverständnisse der akademischen Philosophie
Buch, Deutsch, 384 Seiten, KART, Format (B × H): 130 mm x 210 mm, Gewicht: 1 g
Reihe: Blaue Reihe
ISBN: 978-3-7873-5182-4
Verlag: Meiner Felix Verlag GmbH
Die Philosophie wird gern als universales, prinzipiell offenes Unterfangen verstanden, das einzig und allein der Wahrheit verpflichtet ist. Hannah Wallenfels konfrontiert diesen Anspruch mit der institutionellen Wirklichkeit der akademischen Disziplin und kommt zu einem drastischen Befund: Was sich als universal und offen geriert, erweist sich bei näherem Hinsehen als von Abgrenzungen durchzogene und in vielfacher Hinsicht exklusive Angelegenheit.
Diese Dynamik zeigt sich in Geschlechterverhältnissen ebenso wie in geopolitischen Ordnungen, in der Privilegierung bestimmter Schreib- und Argumentationsstile wie im hierarchischen Verhältnis zu anderen Formen des Wissens. Philosophie ist somit keine neutrale Sphäre der Erkenntnis, sondern eine konkrete Praxis, die allzu beständig unreflektierte Auf- und Abwertungen vornimmt und ihre Identität erst in dieser Selbstbehauptung, die Teil ihres Wesens zu sein scheint, gewinnt.
In drei großen Kapiteln spannt die Autorin ein faszinierendes Panorama von der Kompromittierung der deutschen Philosophie im Nationalsozialismus über die prägenden Leitmetaphern und Bildtraditionen der Disziplin bis hin zu aktuellen Debatten um feministische und interkulturelle Kritik. Dabei werden zentrale Selbstbilder, etwa das der 'Königin der Wissenschaften' oder das des autonomen Schöpfergenies, kritisch hinterfragt. Gleichzeitig gibt die Autorin die Philosophie noch nicht auf – denn sie zeigt auch, wie eine reflektierte Erweiterung und Transformation des Kanons und des philosophischen Selbstverständnisses aussehen könnte.




