Studien zu einem Begriff und dessen Bedeutung in deutschsprachigen Publikationen des 19. Jahrhunderts
Buch, Deutsch, 646 Seiten, Format (B × H): 2400 mm x 239 mm, Gewicht: 1322 g
ISBN: 978-3-95908-740-7
Verlag: Thelem Universitätsverlag
Die heute übliche Anwendung des Stilbegries »Rundbogenstil« auf
einen Architekturstil des 19. Jahrhunderts ist eine Konstruktion der
modernen Architekturhistoriograe. Die Analyse von Quellenschriften
aus dem Zeitraum 1771–1900 dagegen zeigt, dass dieser Begri relativ
selten für Bauten der eigenen Zeit gebraucht wurde. In der ersten Hälfte
des 19. Jahrhunderts hatte die stete Zunahme der historischen Erkenntnisse
zur Auösung des Stilideals des Klassizismus und zur Entstehung
von historischen Stilbegrien geführt: Nach der Betrachtung der
Bauten der Antike und der Gotik fokussierte sich die frühe Architekturhistoriogra
e auf die in der Zeit zwischen diesen beiden Epochen
entstandenen Bauwerke und bezeichnete diese bis zu deren präziseren
stilistischen Bestimmung zunächst mit dem formbeschreibenden
Sammelbegri »Rundbogenstil«. Ab etwa 1850 ist eine gegenläuge
Tendenz in der Verwendung dieses Begries zu beobachten: Während
er mit dem Fortschreiten der historischen Forschung allmählich aus
der Architekturgeschichtsschreibung verschwindet, bleibt er in den
von Architekten herausgegebenen Lehrwerken weiter aktuell. In der
vorliegenden Studie wird diese Entwicklung des Stilbegries »Rundbogenstil
« erstmals nachvollzogen.




