Buch, Deutsch, 154 Seiten, PB, Format (B × H): 125 mm x 200 mm, Gewicht: 250 g
GEDICHTE Mit schwarz-weiß Fotografien von GERHARD NOTZEM
Buch, Deutsch, 154 Seiten, PB, Format (B × H): 125 mm x 200 mm, Gewicht: 250 g
ISBN: 978-3-8196-0968-8
Verlag: Universitätsverlag Brockmeyer
Auf 150 Seiten, Gedichte ausgewählt aus 30 Jahren, zusammengestellt in einer handsignierten, limitierten Auflage. Zusammen mit den Bildern des Werler Fotografen Gerhard Notzem ein Leseereignis und das Buch ein Liebhaberstück zugleich. Die jetzt vorliegenden Liebesgedichte, Zeitgedichte, Gedichte vom Glauben und Heimatgedichte sind thematischen Schwerpunkten zugeordnet und auf eine spannende und höchst anspruchsvolle Art unterschiedlich. Der Lyrikband bezaubert bei den Liebesgedichten mit einfühlsamen Metaphern, scheut dabei oft auch nicht Reim und Versmaß. Viele der Gedichte sind inzwischen nicht von ungefähr bereits vertont. Soziales Engagement, experimentelle Lyrik und Gedichte in der Tradition der Literatur der Arbeitswelt zeigen im anschließenden Kapitel einen Dichter, der alltagssprachenmächtig nicht im Elfenbeinturm wohnt. Sehr persönliche Eindrücke eröffnen sich dem Leser in den Glaubensgedichten und in den in ihrer Art ganz besonderen Gedichten über den Geburtsort Plettenberg in Westfalen.
Zielgruppe
Interessierte an Lyrik, Gedichten
Weitere Infos & Material
„Zart“ will uns Udo Weinbörner, der Erzähler und Romancier, berühren mit seiner Gedichtarbeit der letzten 30 Jahre. Dabei: Seine Krankheit Morbus Parkinson, ach, und die schlechten Tage. Sind wie ein Anschlag. Die Krankheit, das Leben hat ihm einen harten linken Haken verpasst, Weinbörner steht auf und antwortet „zart“ mit Versen. Der Dichter hat mit seinen Gedichten eine Spur gelegt, wie um ihr zu folgen. Und er hat seine Themen gefunden, im Buch in vier Kapitel unterteilt. „Allein der Liebe wegen“, Liebesgedichte, „Hinsehen, Wi(e)derstehen, Aufrecht gehen“, Zeitgedichte, „Buchstabiere: Gott“, Gedichte vom Glauben, „Der Weg der Elster (Plettenberg-Ohle)“, Heimatgedichte. Ich kenne Udo Weinbörner schon lange; immer wieder sind wir ein Stück Weg gemeinsam gegangen, und ich stelle fest, seine Verse sind mehr als Abfallprodukte und Ideen
zwischen dem Schaffen an Romanen und Erzählungen flüchtig skizziert, es sind keine Zufallsgedichte. Sie werden
ernsthaft und intensiv erarbeitet und lassen sich nicht täuschen in Fragen und Antworten von Leben und Tod. Sie umkreisen Erde, Welt und All im Äußeren und im Inneren ebenso wie das Äußere und Innere des Menschen. Sie kennen den Alltag und die Nöte, finden eine berührend schöne Sprache für die Liebe und schenken zuweilen sogar ein Lächeln. Sie werden, was immer das heißen mag, von der Seele geschrieben. Es gibt Anlässe, ausgestreut wie Samen, Erlebnisse, Erfahrungen, kostbare Erinnerungen, diagnostiziert wie die eigene
Krankheit, eingenistet in die fruchtbare Erde der Dichtung, mit wachen Augen und pfleglichen Worten während
des Wachstums sensibel begleitet, bis sie sich verdichten und die Pflanzen knospend zu Poesie erblühen.
Die Gedichte von Udo Weinbörner verkörpern Weg und Ziel. Dabei probiert er Formen und Möglichkeiten aus,
die ihm das Genre bietet, freie Verse, gereimte Verse, experimentelle Lyrik, Lyrik, die angereiht wie Prosa daherkommt oder plakativ, mit Rahmen oder mit Kunst versehen, intensiviert wird, ungewöhnlich für die Augen, ein gewolltes Sprengen von angestammtem Leseverhalten. Die Gedichte von Udo Weinbörner zeigen ein weiteres Talent seiner Vielseitigkeit auf, das der Musikalität. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass manche der Gedichte liedhaft anmuten, von ihm vertont worden sind und mit befreundeten Musikern eingespielt wurden.
Die Krankheit Morbus Parkinson, ach, und die schlechten Tage. Sind wie ein Anschlag. Wenn die Schreib- und Gitarrenhand nicht will. Davon betroffen lässt sich Udo Weinbörner, der zweifelsohne auch ein Lyriker ist, nicht abhalten. Weder Larmoyanz noch Selbstmitleid ist in seinen Gedichten angesagt. Dafür ehrliche Worte und welche, schön wie verblassende Träume und welche, die die Sache mit der Liebe nicht aufklären wollen wie ein Verbrechen, sondern sich voll und ganz hingeben, ohne jedes Bedenken, was passieren könnte. Gedichte, die dann Brücken des Vertrauens schlagen für die Liebe und das Leben. Diese Gedichte, an den Himmel der Poesie gehängt wie neue Sterne, die entdeckt gehören, blinken wie blank poliertes Silber, in dessen Spiegel sich auch die Leser wiedererkennen können. Und so wünsche ich diesen Gedichten, von denen manche bleiben werden, viele Leserinnen und Leser und dem Dichter (der alles andere ist als „ein Träumer ohne Land“ oder „ein Findling“, der keinen kannte, wie es in seinen Gedicht „Abschied“ so herzergreifend zu lesen ist) Gesundheit fürs
Leben und seine Schreibarbeiten.
Michael Starcke, Bochum
im Juli 2014




