Werner | Moderne in der Provinz | Buch | 978-3-89244-594-4 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 368 Seiten, Format (B × H): 144 mm x 226 mm, Gewicht: 539 g

Werner

Moderne in der Provinz

Kulturelle Experimente im Fin-de-Siecle-Jena
1. Auflage 2003
ISBN: 978-3-89244-594-4
Verlag: Wallstein Verlag GmbH

Kulturelle Experimente im Fin-de-Siecle-Jena

Buch, Deutsch, 368 Seiten, Format (B × H): 144 mm x 226 mm, Gewicht: 539 g

ISBN: 978-3-89244-594-4
Verlag: Wallstein Verlag GmbH


Meike G. Werner untersucht die Experimente der europäischen Moderne fernab der großen Metropolen.

Georg Simmel hat in seinem berühmten Essay 'Die Großstädte und das Geistesleben' die Großstadt als den klassischen Ort der Moderne bezeichnet. Der dort gleichfalls explizierte Gegensatz zwischen Großstadt und Moderne auf der einen sowie provinzieller Kleinstadt und Traditionalismus auf der anderen Seite verschleiert jedoch die Komplexität und vielfältigen Nuancen moderner Kulturgeschichte mehr, als daß er aufklärt. Manche bedeutenden Experimente der europäischen Moderne fanden fernab der großen Metropolen statt, sei es in Darmstadt oder Weimar, Nancy oder Lyon, Czernowitz oder Triest. Meike G. Werner untersucht die Moderne in einer deutschen Provinzstadt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert: Jena in Thüringen.

Der Eugen Diederichs Verlag, die Intellektuellen des 'jungen Jena' wie Karl Korsch, Wilhelm Filtner und Rudolf Carnap sowie die Schriftstellerin Helene Voigt-Diederichs sind der Fluchtpunkt, von dem aus die Perspektive einer expandierenden und sich bewußt modern gebenden deutschen Stadt facettenreich nachgezeichnet wird. Jena gilt der Autorin als intellektuelles Kräftefeld, in dem die Akteure abseits großstädtischer Zentren zu kultureller Produktivität angeregt wurden. Insbesondere wird gezeigt, wie der Verleger Eugen Diederichs Jena für sein Programm nationalkultureller Identitätsstiftung nicht nur kulturutopisch neu besetzte, sondern es auch konkret veränderte. Dem interdisziplinären Ansatz der amerikanischen Cultural Studies verpflichtet argumentiert Meike G. Werner, daß die Moderne in der Provinz sich nicht als Gegensatz, sondern vielmehr als Korrektur der großstädtischen Moderne verstand.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Werner, Meike G.
Meike G. Werner ist Centennial Chair of German Studies an der Vanderbilt University (USA) und dort auch Direktorin des Max Kade Center for European and German Studies. Bis 2023 war sie Präsidentin der American Friends des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Veröffentlichungen u.a.: Gruppenbild mit Max Weber (2023); Germany’s Other Modernism. The Jena Paradigm (2023; deutsch: Moderne in der Provinz, 2003); Peter Demetz. Was wir wiederlesen wollen (Hg. 2022); Ein Gipfel für Morgen (Hg., 2021). Werner hat den Nachlass von Wilhelm und Elisabeth Flitner weitgehend geordnet und erschlossen.

Meike G. Werner ist Assistant Professor of German an der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee. Sie hat zur deutschen Literatur und Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts veröffentlicht und ist Mitherausgeberin von "Romantik, Revolution & Reform. Der Eugen Diederichs Verlag im Epochenkontext 1900-1949" (Wallstein 1999); "German Literature, Jewish Critics. The Brandeis Symposium" (2002) sowie der "Karl Korsch Briefe 1908-1939" (2001).



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