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Wien – Stadt ohne Gewähr | Buch | 978-3-99126-447-7 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 88 Seiten, Format (B × H): 270 mm x 270 mm

Wien – Stadt ohne Gewähr

I bin a Ringlgschbüübsizza
Erscheinungsjahr 2026
ISBN: 978-3-99126-447-7
Verlag: Bibliothek der Provinz

I bin a Ringlgschbüübsizza

Buch, Deutsch, 88 Seiten, Format (B × H): 270 mm x 270 mm

ISBN: 978-3-99126-447-7
Verlag: Bibliothek der Provinz


WIEN POETISCH

Es gibt Städte, die so oh beschrieben, besungen, abgebildet wurden, dass man meinen könnte, es gäbe nichts Neues mehr von ihnen zu erfahren. Wie aber, wenn das Neue das scheinbar längst Bekannte wäre? Wien ist eine der Städte – wie Paris, wie Venedig –, die wie ein Klischee ihrer selbst wirken können. Um sie neu, anders zu sehen, braucht es das Auge eines Meisters.

Gerhard Trumler ist ein solcher Meister. Seine Abbilder des Realen wirken nicht durch stilistische oder technische Mätzchen, sondern durch genaues, beinahe kontemplatives Hinsehen, durch Konzentration auf das Wesentliche. Kein Wunder, dass er besonders in der Schwarzweiß Fotografie, der ohne Reduktion nichts Herausragendes abzugewinnen ist, unvergessliche Bilder geschaffen hat.

Für «Wien poetisch» hat Gerhard Trumler Schwarzweißfotos aus vier Jahrzehnten mit von ihm selbst ausgewählten literarischen Texten von H .C.Artmann, Ingeborg Bachmann, Gerhard Fritsch, Friedrich Torberg, Adalbert Stifter, Josef Weinheber, Anton Wildgans und vielen anderen zu einem poetischen Porträt der Stadt komponiert, fern von Tourismus-Barock und Kaiser-Kitsch; eine Hommage an das Gegenwärtige, eine Elegie auf das Vergangene.

Beides verbindet sich zu einer Essenz dessen, was Wien auch ist: eine Stadt aus vielen Schichtungen, karg und üppig, proletarisch und aristokratisch, urban und manchesmal beinahe bäuerlich.

«Die Darstellung der Dinge, wie sie sind»: Dieses Wort Francis Bacons hat der Bilderpoet Gerhard Trumler zu seinem Motto gewählt. Und so holt er aus dem Alltäglichsten – einem Beisel in Ottakring, einer alten Bassena – wie aus dem Abseitigen und Verborgenen das, was Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung «Bildmusik von unsentimentaler Schönheit» genannt hat. Und er lehrt uns dabei das Schauen, das verloren zu gehen droht.

(Brigitte Hilzensauer)
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