Buch, Deutsch, 307 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 210 mm, Gewicht: 800 g
Perlen indischer Lebensweisheit
Buch, Deutsch, 307 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 210 mm, Gewicht: 800 g
ISBN: 978-3-937632-27-8
Verlag: Wiethase, H
Das Panchatantra (Sanskrit, wo¨rtlich „die fu¨nf Gewebe“) wurde urspru¨nglich im heutigen Kaschmir in Pali, einer mittelindischen Literatursprache, verfasst und wird heute auf das dritte Jahrhundert nach Chr. bestimmt. Es gilt als das wichtigste literarische Werk Indiens, das jedoch bereits im sechsten Jahrhundert im indopersischen Kulturraum, und hier besonders unter den Sassaniden, intensiv vereinnahmt wurde. Zu dieser Zeit entstanden auch die ersten U¨bersetzungen ins Mit- telpersische. Danach folgten U¨bersetzungen ins Arabische, Lateinische, Hebra¨ische, Spanische, Deutsche und viele weitere europa¨ische und asiatische Sprachen. Viele dieser U¨bersetzungen ba- sierten auf arabischen Versionen und wurden als „Fabeln des Bidpai“ verbreitet. Genau genommen ist der Urtext, aus dem das Panchatantra entstand, das kaschmirische Tantrakhyayika, das Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wieder gefunden wurde.
Das Buch besteht aus fu¨nf Teilen, die allesamt wiederum aus ineinander verwobenen, moralischen Fabeln und Gleichnissen bestehen.
Das Panchatantra diente im indo-persischen Kulturgebiet der Erziehung der Prinzen. Durch seine erza¨hlerische Struktur regt es den Leser an, sich emotional zu beteiligen und einen unbewusst vor- gegebenen Wertekanon zu erkennen.
Bereits zwischen dem zweiten Jahrhundert vor bis dem zweiten Jahrhundert nach Chr. entstand in Nordindien ein Werk, die Manusmriti („Gesetze des Manu“), das die Moral aus der Sicht der Brah- manen beschreibt und als Leitfaden fu¨r hinduistische Herrscher und Politiker, sowie Vorschriften zum Dharma („richtiges Verhalten“) verfasst wurde. Im Gegensatz zu diesem, recht trockenen und streng an den Hinduismus gebundenen Werk, ist das Panchatantra ein religionsu¨bergreifendes, beinahe weltliches moralisches Werk. Das erkla¨rt auch seine intensive Verbreitung in allen Religi- onen und spa¨ter auch in islamischen Kulturkreisen, wobei Werke wie das Manusmriti und andere vedische Schriften rein indische Angelegenheiten blieben.
Der folgende Text basiert zum Teil auf der 1901 vero¨ffentlichten Ausgabe von Richard Schmidt, der sie als „Eine altindische Ma¨rchensammlung, zum ersten Male u¨bersetzt von Richard Schmidt“ be- zeichnete. Das mag dem Umstand geschuldet zu sein, dass ihm damals andere deutsche Fassungen nicht bekannt waren. Tatsa¨chlich weiß man heute von einer deutschen Handschrift von 1484, die Johannes de Capua als „Directorium humanae vitae“, also als Leitfaden des menschlichen Lebens,
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verfasst hat. Zudem hatten spa¨ter Dr. Wilhelm Ludwig Holland (Das Buch der Beispiele der al- ten Weisen) 1860, Theodor Benfey (Pantschatantra: Fu¨nf Bu¨cher indischer Fabeln, Ma¨rchen und Erza¨hlungen) 1859, sowie Dr. Ludwig Fritze („Pantschatantra, Ein altes Indisches Lehrbuch der Lebenskunst“) 1884, zwar unter anderen Titeln, jedoch auf a¨hnlichen Quellen basierende U¨berset- zungen vero¨ffentlicht.
Zielgruppe
10 bis 99




