Willmann | Camera Austria International 74/2001 | Buch | 978-3-900508-35-7 | www.sack.de

Buch, Englisch, Deutsch, 116 Seiten, PB, Format (B × H): 210 mm x 295 mm, Gewicht: 520 g

Willmann

Camera Austria International 74/2001


Erscheinungsjahr 2001
ISBN: 978-3-900508-35-7
Verlag: Camera Austria

Buch, Englisch, Deutsch, 116 Seiten, PB, Format (B × H): 210 mm x 295 mm, Gewicht: 520 g

ISBN: 978-3-900508-35-7
Verlag: Camera Austria


Die neueste Arbeit von Herwig Kempinger „Temporary Volumes“ veranlasst uns, erneut den Brüchen und Entwicklungen in seiner Arbeit nachzuspüren (vgl. auch C. A. 23, 1987; 33/34, 1990). Die „Temporären Volumina“ erweisen sich in genauerer Betrachtung als Konsequenz aus seinen Untersuchungen von Raum-, Licht- und Farbphänomenen, in deren Mittelpunkt stets der transitorische Charakter seiner Arbeit und eine Analyse des Fotografischen stehen. Seine am Computer generierten Wolkenbilder zeigen, wie Ann Thomas in ihrem Essay nachweist, eine Erweiterung seines Werkes in der Zeit-Dimension. Kempingers Position als „enttäuschter Romantiker“ bildet eine Spannung, die das Werk lebendig hält, stehen die allgemeine konzeptionelle Strenge seiner Werke und die Emotionaltiät oder kontemplative Stimmung, die die Wolkenbilder evozieren, doch in einem scheinbaren Widerspruch zueinander. Dieses Changieren zwischen Konzeptualität und Emotion könnte eine lose Verbindung zu den Arbeiten des in Los Angeles lebenden Künstlers Doug Aitken herstellen. Die von Aitken zusammengestellte Bildfolge bezieht sich auf sein neuestes Buchprojekt „Notes for New Religion Notes for No Religion“, während der begleitende Essay von Lauri Firstenberg den Anteil des Fotografischen im Werk Aitkens zu bestimmen versucht. Aitkens Bilder zeigen Orte, die keinen Zielpunkt markieren, sondern wie schwerelos im Raum des Medialen zu schwimmen scheinen. Seine Bilder rufen diffuse Gefühle hervor, die Kamera dient ihm als eine Art Erinnerungswerkzeug, mit ihr wird zu Spekulationen über etwas Unsagbares eingeladen oder von Unschlüssigkeit und Verfall erzählt, die die zeitgenössische Kultur begleiten.

Die griechische Künstlerin Maria Papadimitriou hat für ihr langjähriges work in progress „Temporary Autonomous Museum For All“, das in Zusammenarbeit mit BewohnerInnen, SoziologInnen, KünstlerInnen und ArchitektInnen entsteht, einen konkreten Handlungs-Ort gefunden: das Avliza-Viertel in Menidi im Westen Athens, ein Zwischenquartier für Wanderpopulationen. Beeindruckt von der Dynamik der wandelbaren „Gefühlstopographie“ dieser Gegend – wie sie Yorghos Tzirtzilakis in seinem Text beschreibt – hat Papadimitriou hier das Museum als soziale Einrichtung wiederbelebt, das einer Vorstellung von Kunst als Produktion zwischenmenschlicher Beziehungen folgt. Eine andere Art von „Testräumen“ schafft die junge, in Wien lebende Künstlerin Lisa Holzer mit ihren Foto-Inszenierungen. Sie zeigen Modelle entleerter Schauplätze, aber auch Objekte, die daran erinnern, wie – und hier verbindet sich ihre Arbeit auf einer idellen Ebene mit der sozialen Praxis Maria Papadimitrious – reale Orte außerhalb von Kunst als solche vereinnahmt werden können und für utopische Erinnerungsarbeit herhalten können.

Den vier monographischen Beiträgen in diesem Heft haben wir einen theoretischen Text von Reinhard Braun beigestellt, in dem er Spekulationen über visuelle Diskurse und Konsumkulturen anstellt. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Tatsache, dass das Wechselspiel von Diskursen und Visualität zunehmend in Konsumzusammenhänge eingebettet ist, was zurückzuführen ist auf die zunehmende Ökonomisierung privater, sozialer, kultureller und politischer Diskurse. Von hier aus versucht er einen neuen, an den Warenkonsum gekoppelten Repräsentationsbegriff zu etablieren, über den zeitgenössische Lebensentwürfe (Lifestyle, Mode, Musik) produziert werden.

Es ist vor allem die internationale, sich erweiternde, in ihrem Kern jedoch stabile Gruppe von AutorInnen und KritikerInnen, die die Identität von CAMERA AUSTRIA mit definieren und deren Mit-Arbeit an der Konzeption unserer Zeitschrift uns zu Dank verpflichtet. Um mit ihnen, aber auch mit unseren LeserInnen Kontakt zu halten, nimmt CAMERA AUSTRIA auch in diesem Jahr zahlreiche internationale Termine wahr: wir nehmen an Kunstmessen wie Chicago, Basel, Berlin, Paris oder Köln teil und organisieren für die Rencontres Internationales in Arles ein Kolloquium über ein zentrales Thema unserer Arbeit: die sich verändernde Rolle und Funktion von Kunstzeitschriften zwischen künstlerischer Produktion und Markt.

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