Buch, Deutsch, 116 Seiten, PB, Format (B × H): 210 mm x 297 mm, Gewicht: 507 g
Buch, Deutsch, 116 Seiten, PB, Format (B × H): 210 mm x 297 mm, Gewicht: 507 g
ISBN: 978-3-900508-40-1
Verlag: Camera Austria
„Waiting for Tear Gas“ ist der Titel einer Serie neuer Arbeiten Allan Sekulas, die wir am 4. Oktober anlässlich der offiziellen Übergabe des Camera-Austria-Preises 2001 für zeitgenössische Fotografie der Stadt Graz in den Ausstellungsräumen von Camera Austria zeigen werden. Sekula dokumentiert in dieser während der Weltwirtschaftskonferenz in Seattle im Spätherbst 1999 entstandenen Arbeit die Demonstrationen, mit denen eine Welle der Protestbewegung der Globalisierungsgegner losgebrochen ist. „Waiting for Tear Gas“ wird als Bild-Sequenz als Dia-Projektion präsentiert, im Gegensatz dazu setzt Sekula sich mit der Globalisierungsproblematik in „TITANIC’s wake“ – der Arbeit, die wir hier vorstellen – in einer Bildfolge mit kommentierendem Text auseinander.
Die Präsentation von Isaac Julien in diesem Heft von Camera Austria ist unsere erste Zusammenarbeit mit diesem Filmemacher, mit Allan Sekula verbindet ihn nicht nur die Teilnahme an der diesjährigen Documenta11, sondern auch politisches Bewusstsein und Interesse an Theorie. Die Künstlerin Constanze Ruhm hat mit Isaac Julien ein Gespräch geführt, in ihm werden Fragen zur Geschichte der schwarzen Filmkultur in England zur Sprache gebracht, sowie Juliens filmisches Werk einer gemeinsamen Analyse unterzogen. Der kritische Gebrauch und die Analyse von Sprache erweisen sich in seiner Arbeit als durchgängige und zentrale Motive, ebenso wie die Politik des Blicks im Kontext von Fragen zur Identität und zur Repräsentation im Vordergrund stehen.
Der Kölner Medienkünstler Axel Roch plädiert mit seinen blickbasierten Installationen für einen Blick im zeitlichen Da-Zwischen der Bilder, seine künstlerische Arbeit ist motiviert davon, dass der Betrachter den Prozess des Sehens selbst entwirft. Axel Roch war Artist in Residence am Medienturm Graz, in Zusammenarbeit mit diesem Zentrum für Medienkunst und Theorie stellen wir die Stipendiaten in loser Folge im Rahmen dieser Zeitschrift vor.
In einem Gespräch mit dem italienischen Fotokünstler und Vermittler William Guerrieri zeigt der Fotohistoriker Thilo Koenig die Geschichte und Aktivitäten von „Linea di Confine per la Fotografia Contemporanea“ in der Emilia Romagna auf. In dieser Einrichtung konzentriert man sich – in Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Theoretikern – auf die fotografische Dokumentation ländlichen und städtischen Strukturwandels dieser Region Italiens. Neben Guerrieri war Guido Guidi Mitbegründer dieser Institution, aber auch der leider früh verstorbene Historiker Paolo Costantini hat sie mit gestaltet. Das besondere Interesse für topografische Gegebenheiten verbindet italienische aber auch internationale FotokünstlerInnen, die in den „Laboratori“ und in den Ausstellungs- und Publikationsprojekten ihre künstlerische Arbeit umsetzen und zur Diskussion stellen.




