Buch, Deutsch, 298 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 466 g
Buch, Deutsch, 298 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 466 g
Reihe: X-Texte zu Kultur und Gesellschaft
ISBN: 978-3-8376-5503-2
Verlag: transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die romantische Liebe gilt als Heilsversprecherin und als Fundament gemeinsamen Elternglücks. Sie birgt aber auch Fallstricke: Überhöhte Ansprüche, unerreichbare Ideale, Überforderung, Leiden an ihrer Flüchtigkeit. Co-Parenting – eine Familie zu gründen, ohne sich dabei auf romantische Liebe zu berufen - verspricht Elternglück jenseits dieser Fallstricke und die Befreiung von Geschlechterungleichheiten. Es birgt womöglich gar utopisches Potenzial. Das Buch wirft Licht auf Chancen und Grenzen.
2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?
Co-Parenting, als von Anfang an ohne romantische Liebe geplante Elternschaft, breitet sich seit einigen Jahren aus. In gesellschaftlichen Debatten zeichnen Kritiker das Ende der überkommenen Vater-Mutter-Kind/er-Familie. Feministische und queertheoretische Stimmen betonen hingegen die Chancen auf Emanzipation und auf Familiengründungen jenseits der heterosexuellen Norm. Einer vermeintlichen familialen Dystopie steht also die Ermöglichung des erstrebten Kinderglückes für mehr Menschen entgegen.
3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Anders als getrennte oder geschiedene Co-Eltern und deren Herausforderungen werden Eltern, die bewusst auf romantische Paar-Liebe verzichten, bisher kaum beachtet. Im Licht gesellschaftlicher Paarnormativität gelten solche postromantischen Lebensformen als defizitär. Sie sind aber keineswegs lieb-los oder liebesfrei. Im Gegenteil, die Liebe zum Kind und die dauerhafte Sorge für das Kind sind das Fundament dieser Familien. Mein Buch zielt darauf, das Verständnis von Familie und Liebe zu erweitern.
4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Sie zeigt, dass die zuverlässige Sorge- und Verantwortungsübernahme für Kinder ganz wesentliche Grundlage von Elternschaft ist. Romantische Liebe muss nicht notwendig das Fundament von Familie sein. Aber auch in Co-Eltern-Familien verschwinden Geschlechterungleichheiten nicht von selbst, egal ob in heterosexuellen oder nicht heterosexuellen. Geschlecht bleibt also auch in postromantischen Beziehungen eine zentrale Kategorie für ungleiche Sorge- und Erwerbsarbeitsteilung.
5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die sich mit Liebe, Familie, Kindern, neuen Lebens- und Liebesformen befassen – wissenschaftlich, theoretisch, empirisch oder alltagspraktisch.
6. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch lotet die Potenziale und Spannungen postromantischer Co-Elternschaft zwischen dem Ende der überkommenen Familie, der Befreiung aus patriarchalen und heteronormativen Abhängigkeiten, einem utopischen Lebens- und Liebesentwurf und weiter bestehenden Geschlechterungleichheiten aus.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Soziologie | Soziale Arbeit Spezielle Soziologie Familiensoziologie
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