Buch, Deutsch, 280 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 220 mm, Gewicht: 450 g
Buch, Deutsch, 280 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 220 mm, Gewicht: 450 g
ISBN: 978-3-99082-133-6
Verlag: edition riedenburg e.U.
Zielgruppe
Alle Einwohner*innen von Obertraubling und Menschen, die an der Ortsgeschichte von Obertraubling interessiert sind. Sehr gut lesbar für Kurzgeschichten in der Schule (Deutschunterricht). / Für Historiker und Historikerinnen von Interesse. Schulbibliothek. Stadtbibliothek.
Weitere Infos & Material
Wie Geschichte gemacht wird: Eine Gebrauchsanweisung … 8 Urk, der Steinzeitjäger, mit dem Feuerstein (50.000 v. Chr.) … 10 Tulius, der römische Legionär, und der Apis-Stier (179) … 15 Rotraud, die Bajuwarin, und das Leben nach dem Tod (590) … 20 Leopold, der Bauer, und der König (857) … 26 Rüdiger, der Dichter, und der Schlegel (1300) … 31 Albrecht, der Amann, und die Äbtissin (1343) … 36 Friedrich, der Weichser, und die Burg (1343) … 41 Johann, der Unschuldige, und das Rügegericht (1371) … 45 Heinrich, der Löwler, gegen den Herzog (1491) … 50 Bartholomäus, der Pfarrer, und die Pest (1520) … 54 Albrecht, der Maler, und sein Lehen (1537) … 59 Josef, der Alte, und der große Krieg (1633) … 63 Barbara, die Bäuerin, Seppi und Napoleon (1809) … 68 Scherg, der Gerichtsdiener, und die Henkersmahlzeit (1830) … 73 Johann, der Unternehmer, und die Tasse der Königin (1830) … 78 Wolfgang, der Landbesitzer, und die Walhallastraße (1834) … 83 Joseph, der Lehrer, und die Obertraublinger Schule (1825) … 88 Georg, der Hofbesitzer, und die Freiheit (1847) … 96 Erna, die Neugierige, und die Eisenbahn (1859) … 100 Josef und Mathias, die Feuerwehrler, und das neue Haus (1890) … 105 Maria, die Näherin, und ihre erste Nähmaschine (1895) … 110 Michael, der Pfarrer, und die neue Kirche (1907) … 115 Ignatz, der Ballkünstler, und der SVO (1923) … 121 Wilhelm, der Liebende, in Big Apple (1924) … 126 Mich, der Bader, und der entzündete Zahn (1924) … 131 Ludwig, der Trachtler, und der Maibaum (1924) … 136 Georg, der Flieger, in Einthal (1930) … 142 Franz, der Schulbub, und der „Führer“ (1937) … 147 Herbert, das Kriegskind, und der Angriff (1945) … 153 Moishe, der KZ-Häftling, und der schlimmste Platz auf Erden (1945) … 158 Howard, der Soldat, und der Absturz der Black Cat (1945) … 165 Josef, der Offizier, gegen die SS (1945) … 172 Josef, der Sudetendeutsche, und die neue Heimat (1945) … 177 Gerhard, der Vertriebene, in der Barackensiedlung (1950) … 181 Simon, der Schütze, beim Weitzerwirt (1956) … 186 Xaver, der Großherzige, und das offene Haus (1960) … 192 Gustava, die Malerin, und ein Lebensabend (1969) … 199 Georg, der Bürgermeister, und die Eingemeindung (1972) … 205 Hermann, der Hochspringer, bei Olympia (1972) … 210 Barbara, die Schülerin, und das große Jubiläum (1973) … 217 Caritas, die ehrwürdige Schwester, und der Kindergarten (1973) … 223 Pius, der Heimatpfleger, und das Ortsgedächtnis (1985) … 228 Reinhard, der Entwicklungshelfer, im wilden Osten (1991) … 233 Leo, der Gstanzl-Sänger, und das große Lachen (1996) … 239 Josef, der Radfahrer, und die Partnerstadt Dobrany (2007) … 245 Angelika, die Literaturliebhaberin, und die Bücherei (2009) … 250 Ingrid, die Pfarrerin, und die Diaspora (2018) … 256 Aydin, der Komponist, und die Orgel (2018) … 261 Olesia, die Optimistische, und das sonnengelbe Haus (2022) … 265 Isabella, das Sonntagskind, und die Zukunft (2022) … 271 Meine Ortsgeschichte … 275 Über die Autorin: Heike Wolter … 279 Über den Illustrator: Samuel Wolter … 279
Wie Geschichte gemacht wird: Eine Gebrauchsanweisung Vor bald drei Jahren fragte mich Bürgermeister Rudolf Graß, ob ich mir vorstellen könnte, ein neues Ortsbuch zu schreiben. Die bisherige Chronik endete Anfang der 1980er Jahre und seitdem war eine ganze Menge geschehen. Nicht nur die Welt hatte sich verändert, auch in Obertraubling war die Zeit nicht stehengeblieben. Zum Jubiläum sollte das handliche Büchlein mit 50 Geschichten aus der Geschichte fertig werden. 2023 müsse es vorliegen und die Menschen auf eine Zeitreise durch 1150 Jahre Obertraublinger Vergangenheit mitnehmen. Doch halt, 1150 Jahre? Schon wer die Chronik von 1982 aufmerksam gelesen hatte, dem verknotete sich das Hirn beim Rechnen. Die dort abgedruckte „Geburtsurkunde“ datiert laut Wissenschaftlern in die Jahre 826 bis 840. Keinesfalls käme man 2023 so auf 1150 Jahre. „Ja, aber ...“ entgegneten die Älteren, die 1973 fulminant die 1100-Jahr-Feier Obertraublings mit Zwölfuhrläuten, Festumzug und Tag der Jugend gefeiert hatten. Nach einigen Recherchen ist klar: Das Jubiläum 1973 war eine wirkmächtige Inszenierung. Sie diente dazu, ein Jubiläum nachzuholen. Dieses hatte unbestimmt irgendwann zwischen 1926 und 1940 gelegen. Das war in einer Zeit, in der kaum jemandem nach Feiern zumute war. Nach dem Krieg jedoch hatte Obertraubling einen steilen Aufstieg genommen. Erst 1972 waren die letzten Teile der Großgemeinde per Gebietsreform hinzugekommen. Außerdem feierten 1973 der Sportverein Obertraubling sein 50-jähriges, der Trachtenverein Holzhacker und die Freiwillige Feuerwehr Obertraubling ihr 100-jähriges Bestehen. Kein Wunder, dass Bürgermeister Hermann Zierer am 28. Juni 1970 im Gemeinderat vorschlug, „die Vereinsfeste in größerem Stile und im Rahmen einer (und nicht DER) 1100-Jahr-Feier von Obertraubling zu begehen“. Das ist Geschichte in doppeltem Sinne: Es ist eine der spannenden Erzählungen in diesem Buch. Und es ist die Rekonstruktion der Vergangenheit. In diesem Falle nicht so sehr des Gründungsdatums, sondern der jüngeren Gemeindegeschichte am Anfang der 1970er Jahre. Geschichte ist eben nicht das, was geschehen ist. Sie ist das, was wir darüber erzählen. Das tun wir aufgrund von Quellen. Aber manchmal fehlen solche Quellen. Manchmal sind sie ungenau. Und manchmal widersprüchlich. Immer dienen sie dazu, zu erklären, woher wir kommen und wie die Vergangenheit uns prägt. Wir denken uns das, was geschehen ist, vor dem Hintergrund unserer eigenen Erfahrungen. Das ist auch und besonders bei diesem Buch so. Es sind die von mir recherchierten Quellen und Darstellungen, die das Gerüst bilden. Aber es sind meine ganz persönlichen Vorstellungen, die die Leerstellen zwischen den „Beweisen“ füllen. Ganz wie schon der englische Schriftsteller William Somerset Maugham geschrieben hat: „Der Historiker ist ein Reporter, der überall dort nicht dabei war, wo etwas passiert ist.“ Einige Lücken konnte ich dank der unermüdlichen Hilfe von Edgar Rothammer schließen. Seine Kenntnisse der (oft nicht niedergeschriebenen) Lokalgeschichte(n) und seine Fähigkeit, als Einheimischer stets zu wissen, wen man fragen muss, hauchten den Geschichten noch mehr Leben ein. Manche Leerstellen waren allerdings so groß, dass sie sich nicht füllen ließen: Das ist der Grund dafür, warum es viel mehr Geschichten über Männer gibt. Gerade als Historikerin hätte ich gern mehr von der weiblichen Seite der Ortsgeschichten erzählt. Doch wo die Quellen hartnäckig schweigen, da wäre Geschichtsschreibung zur Märchenstunde geworden – und das sollte sie nicht. Was wir heute über die Vergangenheit von Obertraubling erzählen, sagt viel über unsere Gegenwart aus. In diesem Sinne sind Sie die besten Geschichtenerzähler*innen. Nutzen Sie gern die vorbereiteten Seiten am Ende des Buches, um den Geschichten aus der Geschichte eine weitere hinzuzufügen. Wenn Sie mögen, teilen Sie sie, das Rathaus freut sich sehr auf Ihre Einblicke. Vielleicht gibt es ja irgendwann einen zweiten Band mit Geschichten aus der Geschichte der Großgemeinde Obertraubling!? Und nun: Begleiten Sie mich auf eine Zeitreise mit 50 kurzweiligen 15-Minuten-Geschichten. Viel Vergnügen wünscht Ihnen dabei Heike Wolter Historikerin aus Obertraubling




