Zilch | Erregende Dokumente | Buch | 978-3-8376-5755-5 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 6, 382 Seiten, Kt, Format (B × H): 146 mm x 226 mm, Gewicht: 588 g

Reihe: Das Dokumentarische. Exzess und Entzug

Zilch

Erregende Dokumente

Pornografie und dokumentarische Autorität
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8376-5755-5
Verlag: Transcript Verlag

Pornografie und dokumentarische Autorität

Buch, Deutsch, Band 6, 382 Seiten, Kt, Format (B × H): 146 mm x 226 mm, Gewicht: 588 g

Reihe: Das Dokumentarische. Exzess und Entzug

ISBN: 978-3-8376-5755-5
Verlag: Transcript Verlag


1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Pornografiekonsum spielt im Alltag vieler Menschen eine Rolle. Allerdings findet die Nutzung zumeist im Privaten und ohne jeden Austausch darüber statt. Sie ist tabuisiert – entsprechend wird ihr mit sehr viel Unwissen und Vorurteilen begegnet. Das Buch möchte hier einige Lücken schließen, interessiert sich aber insbesondere für den Widerspruch, dass Pornografie von ihren Befürworter*innen und Gegner*innen gleichermaßen ein dokumentarischer Charakter zugesprochen wird und doch zugleich betont wird, sie sei reine Fiktion. Diese Spannungsverhältnisse haben mich interessiert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich entwickle den Begriff ›erregender Dokumente‹, um aufzuzeigen, inwiefern Pornografie (potenziell aber auch andere Dokumente) vielfältige Formen der Erregung auslösen können: Pornografie erregt sexuell, aber immer auch Debatten um ihren (Un-)Wert. Das ist weniger selbstverständlich als häufig angenommen. Wenn wir Pornografie und die sie umgebenden Debatten untersuchen, lernen wir sehr viel über geltende Norm- und Wertvorstellungen in heutigen und vergangenen Gesellschaften, Doppelmoral eingeschlossen. Der medien- und kulturwissenschaftliche Ansatz des Buches beleuchtet anhand ausgewählter Beispiele die Verzahnung von Medientechnik, Wissenschaft, Darstellungskonventionen, (Un-)Sittlichkeit, Geschlechterordnungen, Sexualerziehung und Industrie in ihrer Komplexität.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Forschung zum Dokumentarischen ist extrem umfangreich, während das Forschungsfeld der Porn Studies noch immer vergleichsweise klein ist. Indem ich pornografischen Medien in meinem Buch mit einer dokumentarischen Epistemologie begegne, fordere ich die Grenzen des Dokumentarischen heraus. Umgekehrt problematisiere ich die Berufung auf dokumentarische Ästhetiken seitens der Pornografieforschung und -branche.  4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die daran interessiert sind, ihr Wissen über Pornografie zu erweitern und bereit sind, Spannungen und offene Fragen auszuhalten. Unsere Welt ist kompliziert, das ist so. Einfache Antworten auf facettenreiche Probleme, machen die Welt nicht besser, sie festigen nur Vorurteile. Ich liebe es, wenn ich etwas dazu lerne und sehen kann, wo ich mich geirrt habe. Wie schrecklich ist der Gedanke, noch immer genau dieselben Ansichten zu haben, wie vor fünf Jahren! Dann hätte sich ja nichts bewegt.

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Weitere Infos & Material


Urban, Annette
Annette Urban (Prof. Dr.) lehrt und forscht am Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum im Bereich der Kunstgeschichte der Moderne und Gegenwart mit dem Schwerpunkt neue Medien.

Balke, Friedrich
Friedrich Balke (Prof. Dr.) lehrt Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und ist Co-Sprecher des College for Social Sciences and Humanities der Research Alliance Ruhr.

Fahle, Oliver
Oliver Fahle (Prof. Dr.) ist Professor für Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik am Institut für Medienwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum. Er gehört zu den beteiligten Wissenschaftlern des DFG-Graduiertenkollegs 'Das Dokumentarische. Exzess und Entzug'.

Binczek, Natalie
Prof. Dr. Natalie Binczek lehrt Neugermanistik, insbesondere Theorie und Geschichte literarischer Kommunikation und ihrer Medien

Zilch, Leonie
Leonie Zilch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Porn Studies, feministische Filmtheorien, Film- und Medienbildung, dokumentarische Formate und Dramaturgien, mediale Körperregime und der Wissensgeschichte weiblicher Sexualitäten.

Leonie Zilch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (PostDoc) am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie hat an der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs 'Das Dokumentarische. Exzess und Entzug' promoviert und studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Philosophie und Germanistik an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie forscht zu Feministischer Filmtheorie, Porn Studies, dem Dokumentarischen, medialen Körperregimen und zur Wissensgeschichte weiblicher Sexualität.



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