Adams | Der attraktive Nachbar | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 98 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Adams Der attraktive Nachbar


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7457-5371-4
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 98 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-7457-5371-4
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Beim ersten Blick in Jakes dunkle Augen, weiß Hallie, dass dieser Mann genau der Richtige ist, um ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit zu stillen. Sie ziehen sich sexuell so stark an, dass jede Liebesstunde zu einem Feuerwerk der Lust wird. Zu gern würde Hallie ihn für immer gewinnen, doch Jake will keine feste Bindung ...

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2. KAPITEL

Der Vampirschmaus, wie die Kinder das geplante Mittagessen mit Jake Donahue nannten, stand unter keinem allzu guten Stern. Als Hallie ihnen am nächsten Morgen von der Einladung berichtete, protestierten sie lautstark. Sie hatten keinesfalls die Absicht, mit einem lebenden Ungeheuer an einem Tisch zu sitzen.

Katie sah aus, als hätte ihr soeben jemand erzählt, dass es den Weihnachtsmann in Wirklichkeit nicht gibt. Zwei dicke Tränen kullerten ihr die Wangen hinunter, mitten in ihr Frühstücksmüsli.

„Hast du uns denn gar nicht mehr lieb, Mommy?“, fragte sie verzweifelt.

„Natürlich, mein Schatz, und gerade deshalb möchte ich, dass ihr ein für alle Mal begreift, dass es keine Vampire gibt. Wenn ihr Mr. Donahue erst einmal kennen gelernt habt, werdet ihr sehen, dass er ein ganz normaler Mann ist. Es ist wirklich nur zu eurem Besten.“

Mark verdrehte die Augen. „Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die Erwachsenen immer diese Redensart verwenden, wenn sie dir eins auswischen wollen?“, wandte er sich an seinen Bruder.

Andy nickte energisch, wobei ihm seine Brille auf die Nasenspitze rutschte. „Genau dasselbe hat sie auch gesagt, bevor wir hierher gezogen sind.“

„Ihr scheint vergessen zu haben, dass ich euch vorher gefragt habe. Und ihr habt alle zugestimmt.“ Hallie war stolz darauf, dass sie die Kinder bei familiären Entscheidungen immer mit einbezog. Sie wollte sie nicht einfach übergehen, nur weil sie ein paar Jahre jünger waren.

„Aber wir wussten nichts von ihm , als wir abgestimmt haben“, sagte Katie weinerlich.

„Sie hat recht“, bestätigte Andy. „Wir hatten keine Ahnung, dass am Ende der Straße ein Vampir wohnt.“

„Er ist kein Vampir.“ Hallie wurde langsam ungeduldig. „Er ist ein ganz normaler Mann, und er heißt Mr. Donahue.“

Mark sah seine Mutter an. „Ich bin dafür, dass du ihn anrufst und die Einladung zurücknimmst.“

„Ja, eine gute Idee“, riefen Katie und Andy wie aus einem Mund.

„Unsinn. Dafür ist es längst zu spät. Er kommt zum Mittagessen – und damit basta.“

„Und was ist, wenn ich heute Mittag keinen Hunger habe?“, wollte Katie wissen.

„Dann setzt du dich schön artig zu uns an den Tisch und siehst den anderen beim Essen zu.“

Obwohl Katie beleidigt den Kopf senkte, bemerkte Hallie die schmollend vorgeschobene Unterlippe.

Andy sagte nichts mehr. Er schob die Brille wieder an ihren Platz zurück – ein untrügerisches Zeichen dafür, dass er sich später noch einmal zu Wort melden würde.

Mark schob sich ungerührt einen Löffel mit Müsli in den Mund. „Was gibt es denn zum Mittagessen? Froschaugen mit gehackten Fledermausflügeln?“, fragte er provozierend.

„Es gibt Gemüsesuppe und Tunfisch-Sandwiches.“ Hallie ignorierte Marks unverschämte Bemerkung. Sie hoffte nur, dass Jake Donahue nicht allzu enttäuscht sein würde, wenn er nicht Petes berühmtes Chili con carne bekam. Aber Pete hatte sich strikt geweigert, auch nur einen Schritt vor ihr Zimmer zu tun, wenn Vampire im Haus waren – und kochen würde sie schon gar nicht für ihn.

Mark lachte schallend und stieß seinem Bruder in die Rippen. „Eigentlich ist es ja auch völlig egal, was es zu Mittag gibt. Er wird es sowieso nicht essen.“

„Richtig!“, rief Andy aufgeregt. „Vampire ernähren sich ja nur von Blut.“

„Also gut.“ Hallie lächelte die Kinder verschmitzt an. „Wenn Mr. Donahue die Tunfisch-Sandwiches isst, wisst ihr, dass er kein Vampir ist.“

Kurz vor Mittag ermahnte Hallie die Kinder noch einmal, an ihre guten Manieren zu denken. Aber es war hoffnungslos. Katie weigerte sich, ihre Knoblauchkette abzunehmen, und Mark und Andy tobten herum wie zwei Wilde.

Um das Maß voll zu machen, hatte es auch noch angefangen zu regnen. Die dicken grauen Wolken, die schon den ganzen Vormittag über drohend am Himmel gestanden hatten, entluden sich ausgerechnet jetzt in einem wasserfallähnlichen Wolkenbruch. Vielleicht war das ja der Grund für Jake Donahues Verspätung. Oder hatte er es sich doch noch anders überlegt? Aber ohne anzurufen? Zuzutrauen wäre es ihm, denn ein Ausbund an Höflichkeit war er ja nicht gerade gewesen.

„Wollen wir mit den Puppen spielen, Mommy?“ Katie kam in die Küche, wo Hallie noch mit den Vorbereitungen für das Essen beschäftigt war.

„Später, mein Schatz, ich muss hier erst fertig werden. Aber du könntest deinen Brüdern sagen, dass sie sich schon einmal die Hände waschen sollen. Wir wollen gleich essen.“

„Wir haben uns schon die Hände gewaschen. Kann ich mein Sandwich mit in mein Zimmer nehmen?“

„Nein. Wir essen alle gemeinsam im Esszimmer. Und ich gebe euch den guten Rat, euch vorbildlich zu benehmen. Schließlich haben wir einen Gast.“ Hallie stellte die Schüssel mit der Gemüsesuppe auf eine Warmhalteplatte, deckte den Tisch im Esszimmer fertig und stellte das restliche Essen auf den Tisch.

Jake Donahue war immer noch nicht da. Er war bereits zehn Minuten überfällig. Hallie warf noch einen letzten prüfenden Blick über den Tisch. Sie hatte nichts vergessen. Alles war fertig. Ihre Kinder sahen sich ängstlich an. Wo blieb Jake Donahue nur?

„Ich muss völlig verrückt sein“, brummte Jake vor sich hin, als er durch den strömenden Regen zum Haus der Stewarts stapfte. Was er gestern Abend noch für eine ausgezeichnete Idee gehalten hatte, erschien ihm heute reichlich töricht. An einem verregneten grauen Montag hatte er wahrlich Wichtigeres zu tun, als mit einer neuen Nachbarin, die womöglich auch noch die Absicht hatte, sich in sein Privatleben einzumischen, zu Mittag zu essen. Was hatte er sich nur dabei gedacht?

Jake und Klute hatten sich rechtzeitig auf den Weg gemacht, doch als das Gewitter losbrach, musste Jake noch einmal umkehren, um den völlig verängstigten Hund nach Hause zu bringen. Normalerweise brachte man seiner Gastgeberin ja auch einen Strauß Blumen mit und keinen großen triefenden Hund, der sich im Wohnzimmer nur einmal kräftig schütteln musste, um die ganze Einrichtung zu ruinieren.

Jake wusste, dass er zu spät kam, aber es machte ihm nichts aus. Seit fünf Jahren lebte er nun in seinem selbst gewählten Exil, und die Zeit hatte für ihn an Bedeutung verloren. Er aß, wenn er hungrig war, und er schlief, wenn die Müdigkeit ihn überkam. Er war niemandem Rechenschaft schuldig, und er liebte dieses Leben.

Und warum unterbrach er diesen wunderbaren Rhythmus dann heute? Warum watete er durch den Matsch, um Hallie Stewarts Einladung zum Mittagessen Folge zu leisten, obwohl er gar keinen Hunger hatte? War er vielleicht der barmherzige Samariter? Warum sonst hatte er sich darauf eingelassen, Hallies naseweise Kinder davon zu überzeugen, dass er kein Vampir war?

Jake gab es ungern zu, aber er fühlte sich zu der jungen attraktiven Witwe hingezogen. Ein Blick in ihre wunderschönen braunen Augen hatte ausgereicht, um ihn völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Während ihrer Unterhaltung gestern Abend hatte er an nichts anderes denken können, als daran, wie es wohl sein mochte, sie in den Armen zu halten und diese schön geschwungenen Lippen zu küssen. In ihm erwachte eine Sehnsucht, die er längst vergessen hatte, und mit einem Mal war da das dringende Bedürfnis, sie zu beschützen. Aber wovor? Vor sich selbst? Fünf Jahre Zölibat konnten sich allerdings bei einem Mann auf seltsame Weise auswirken.

Seine Hormone spielten ihm offensichtlich einen Streich. Anders konnte er sich sein verrücktes Verhalten nicht erklären. So sehr er sich auch gegen den Gedanken sträubte, er wusste, dass es keine andere Ursache geben konnte, bei Wind und Wetter durch die Gegend zu laufen, zu riskieren, vom Blitz getroffen zu werden, und die Anonymität seines bisherigen Lebens aufzugeben, um mit einer attraktiven Frau am Mittagstisch zu sitzen. Männer waren doch bedauernswerte Geschöpfe.

Jake blieb einen Moment auf der Veranda stehen, um das Regenwasser abzuschütteln. Durch das Küchenfenster beobachtete er Hallie, die sich gerade über die geöffnete Backofentür beugte und eine Strähne ihres hellbraunen Haares zurückstrich. Sie war noch hübscher, als er sie in Erinnerung gehabt hatte. Durchnässt bis auf die Knochen oder nicht, Jake war froh, dass er gekommen war. Und er war froh, dass Hallie Stewart Witwe war.

Als Jake jetzt an die Tür klopfte, liefen die drei Kinder aufgeregt in die Küche und blickten ängstlich zur Tür. Sie sahen tatsächlich aus, als erwarteten sie den Leibhaftigen persönlich. Was für eine Mutter ließ ihre Kinder aber auch Bücher von Jonathan Dark lesen? Das war nun wirklich kein Lesestoff für empfindsame Kinderseelen.

So anziehend Hallie auch heute auf Jake wirkte, der Anblick ihrer Kinder erinnerte ihn daran, dass er kein Interesse daran hatte, in ihr Familienleben hineingezogen zu werden. Er würde seinen Knoblauch essen und sich dann so schnell wie möglich zurückziehen.

Allerdings war es nicht ganz so einfach, wie Jake es sich vorgestellt hatte. Offen gestanden hatte er sich niemals zuvor so unbehaglich gefühlt. Und das lag weder an seiner nassen Hose noch an seinen kalten Füßen. Auch das mit Wandfarbe bespritzte T-Shirt, das ihm ein paar Nummern zu klein war, das er aber hatte überziehen müssen, weil Hallie sein Hemd zum Trocknen über die Heizung gehängt hatte, war...



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