Adams | Find Me | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 122 Seiten

Reihe: Fear Me

Adams Find Me


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7502-2240-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 122 Seiten

Reihe: Fear Me

ISBN: 978-3-7502-2240-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nicolo ist verzweifelt. Bianca ist verschwunden und er hat keine Ahnung, wie er sie finden soll. Hat sie ihn verlassen oder wurde sie entführt? Bianca kann es nicht fassen. Ihr verrückter Ex hat sie doch tatsächlich entführt und scheint zu glauben, dass sie für immer zusammen gehören. Doch selbst wenn Ron nicht verrückt und gewalttätig wäre, Biancas Herz gehört nur einem. Nicolo. Doch wird er für sie kommen? Wird er sie retten?

Melody Adams lebt mit ihrem Lebensgefährten und Kindern in Bijilo, The Gambia (West Afrika) Sie schreibt gefühlvolle und erotische Liebesromane. Vom Historical bis zu Science Fiktion ist so ziemlich alles vertreten. Dabei legt sie vor allem Wert auf glaubhafte Charaktere und spannende Handlung.
Adams Find Me jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 2

Nicolo

Es schien eine heilige Ewigkeit zu dauern, bis uns Andrea Ferretti endlich die Tür öffnete. Seine Augen weiteten sich in Panik, als er mich sah. Er versuchte hastig die Tür zu schließen, doch ich stellte einen Fuß dazwischen und vereitelte sein Tun.

„Ich bin nicht hier um dir wehzutun“, erwiderte ich so ruhig wie es mir in meinem angespannten Zustand möglich war. „Wir müssen reden. Bianca könnte sich in ernsthafter Gefahr befinden und ich muss sie so schnell wie möglich finden. Ich hoffe du warst nicht so dumm, die Polizei zu informieren.“

Ferretti schüttelte den Kopf. Ein gehetzter Ausdruck lag in den Augen des Mannes, der über Nacht um Jahre gealtert zu sein schien. Obwohl er mir irgendwie leid tat, spürte ich, wie meine Geduld mit dem Fettwanst langsam zu Ende ging.

„Lass uns endlich rein, damit wir uns unterhalten können“, knurrte ich.

Ferretti ließ die Tür los und wandte sich ab. Ich betrat das Haus. Alessandro folgte mir und schloss die Tür hinter uns.

Wir folgten Ferretti in die Küche, wo sich der Mann auf einen Stuhl plumpsen ließ. Vor ihm auf dem Tisch stand eine halb volle Flasche Whisky. Ich nickte Alessandro zu, mit dem Kopf auf die Küchenschränke deutend. Er verstand sofort und machte sich daran, drei Gläser herauszusuchen und auf den Tisch zu stellen. Wir setzten uns zu Ferretti und ich schenkte uns die Gläser voll. Ohne uns anzusehen nahm Biancas Vater sein Glas und stürzte den Alkohol hinab. Ich tat es ihm gleich und schenkte die Gläser nach.

„Meine Mutter berichtete mir, dass sie hier gewesen ist“, begann ich.

Ferretti nickte. Seine Unterlippe bebte leicht. Es war jetzt mehr als deutlich, dass er mit dem Verschwinden seiner Tochter nichts zu tun hatte. Dieser Mann war vollkommen am Ende. Die Tatsache, dass er sich um Bianca mehr zu sorgen schien wenn sie sich in den Händen ihres Ex Freundes befand als in meinen, fachte meine eigene Angst an. Ferretti kannte diesen Ron. Wenn er glaubte, dass der Kerl für seine Tochter gefährlicher war als Il Diabolo, der Pate von Lafayette, dann konnte dies nichts Gutes bedeuten.

„Erzähl mir was du von diesem Ron weißt. Ich muss alles wissen was mir helfen könnte um herauszufinden, wo er Bianca versteckt hält.“

„Ich weiß nicht“, jammerte Ferretti. „Ich bin so ... so durcheinander. Ich kann ... kann nicht denken. Ich ...“

Er zuckte zusammen und stockte, als ich mit der Faust auf den Tisch schlug.

„Reiß dich verdammt noch Mal zusammen!“, brüllte ich ihn an. „Biancas Leben hängt davon ab, ob du dich erinnerst oder nicht.“

Der Fette fing an zu schluchzen. Ich spürte, wie meine zum Zerreißen gespannten Nerven an einem seidenen Faden hingen. Alessandro legte mir eine Hand auf die Schulter. Der Mann kannte mich gut. Er wusste, wie kurz ich davor stand, Biancas Vater trotz aller guten Vorsätze etwas anzutun. Ich musste Bianca finden und jede verdammte Minute die ich hier darauf verschwenden musste, die Informationen aus dem alten Sack herauszubekommen, war eine Minute Hölle mehr für meine Kleine.

„Was für Immobilien hat der Kerl? Wo lebt seine Familie? Was und wo arbeitet er? Wo treibt er sich rum? Was für Freunde oder Feinde hat er? Irgendwas muss dir doch einfallen, verfickte Scheiße noch Mal!“

Ferretti zuckte zusammen.

„Willst du, dass Bianca noch länger leiden muss?“

„N-nein“, stammelte Ferretti.

„Dann streng dein verdammtes Hirn an!“

Eine geschlagene Stunde später verließen wir Ferrettis Haus um ein paar Informationen reicher. Bellini lebte in New Iberia, doch es war unwahrscheinlich, dass er sich dort aufhalten könnte. Was interessant war, war die Neuigkeit, dass er für Marco di Tratino arbeiten sollte, dem Paten von New Orleans, meinem größten Feind. Laut Ferrettis Aussagen hat der Onkel von Bellini ein versteckt liegendes Haus in der Nähe des Homochitto National Forrest. Es schien sehr wahrscheinlich, dass er Bianca dorthin gebracht haben könnte. Leider wusste Ferretti nicht, wo genau sich das Haus befand. Doch es war ein Anhaltspunkt. Wir kamen der ganzen Sache näher.

Halte durch, Baby. Ich komme für dich und dann wird dieser Hurensohn dafür sterben, dass er dich entführt hat.

Ich verdrängte grimmig den Gedanken, der Hurensohn könnte seine schmutzigen Finger an das gelegt haben, was mein war. Ich durfte einfach nicht darüber nachdenken, sonst würde ich verrückt werden.

„Wir finden sie“, versicherte Alessandro, als wir im Wagen saßen. „Und wir werden das Schwein bezahlen lassen, dass er seine schmutzigen Hände an dein Mädchen gelegt hat!“

„Ja, das werden wir“, erwiderte ich grimmig.

Alessandro startete den Motor und lenkte den BMW von Ferrettis Einfahrt auf die Straße.

„Wohin jetzt?“

„Zurück nach Hause. Wir müssen eine Strategie entwickeln.“

Bianca

Es dauerte eine Weile, ehe ich Schritte auf dem Gang hörte und die Tür geöffnet wurde. Ron trug ein Tablett. Er trat ein und schloss die Tür hinter sich, dann stellte er das Tablett auf den winzigen Tisch.

„Sorry. Ich hab leider nicht viele Vorräte. Ich bin noch nicht dazu gekommen einzukaufen. Es ist ziemlich weit bis in die Stadt und ich wollte dich nicht so lange allein lassen.“

Hmmm. Das bedeutete, wir mussten uns irgendwo in der Pampa befinden. Doch wo?

„Wo sind wir hier?“, fragte ich unschuldig.

Ron sah mich an und runzelte die Stirn.

„Das erfährst du schon noch“, erwiderte er barsch.

„Warum kann ich es nicht wissen? Es nutzt mir hier doch ohnehin nichts. Ich hab kein Handy, um die Ortsangaben an irgendjemanden weiter zu leiten. Ich will es einfach nur für mich wissen.“

Ron schien meine Argumente zu überdenken. Schließlich zuckte er mit den Schultern.

„Wir sind in der Nähe des Homochitto National Forrest.“

„Oh!“

Mist! Das ist aber ganz schön weit draußen. Ob Nicolo mich hier jemals finden kann?

„So, nun iss! Ich will nicht, dass du mir vor Schwäche umkippst. Bald, wenn du dich ein wenig erholt, und dich mit dem Gedanken angefreundet hast, dass wir zwei zusammen gehören, werde ich dir beweisen WIE gut wir zwei zusammen sein können.“

Die Erkenntnis was er damit meinte traf mich wie ein Schlag. Ich kämpfte gegen die aufsteigende Panik an. Wenn Nicolo mich nicht sehr bald finden würde, dann würde Ron sich mir aufdrängen.

Oh Nicolo! Bitte finde mich! Bitte!

Ron hatte mir diesmal eine Lampe dagelassen. Das Essen hatte ich nicht angerührt. Mir war der Appetit vergangen. Doch ich hatte die Cola geleert, die ebenfalls auf dem Tablett stand. Mir war übel und ich hoffte, ich würde mich nicht übergeben müssen. Ich konnte mir nur zu gut ausmalen, wie es in dem fensterlosen Raum stinken würde, wenn ich hier gekotzt hätte. Meine Gedanken wanderten zu Nicolo. Wo war er jetzt und was tat er? Dachte er auch an mich? Machte er sich Sorgen? Suchte er nach mir? Tränen hatten begonnen, aus meinen Augen zu quellen. Ich ließ mich zurück auf die Matratze fallen. Im Moment war es mir scheiß egal dass sie schmutzig war und kratzte. Ich fühlte mich so verloren und hoffnungslos.

Ich muss mir positive Gedanken machen. Ich muss meine Gedanken auf etwas lenken, das mich vergessen lässt in was für einer beschissenen Lage ich mich befinde.

Ich rief mir Nicolos Gesicht in Erinnerung. Seine dunklen Augen, die wie zwei dunkle tiefe Tümpel waren, sein aristokratisches Gesicht, der dunkle Bart, die sinnlichen Lippen. Es war unglaublich, wie sehr es diesem Mann in der kurzen Zeit die ich ihn kannte gelungen war, mir so unter die Haut zu gehen. Ich wusste nur nicht, ob es umgekehrt auch so war. Ich hatte keine Ahnung, was er für mich empfand. Wir hatten nie über Gefühle gesprochen. Es waren stets unsere Körper gewesen, die miteinander kommuniziert hatten. Seufzend rief ich mir in Erinnerung, wie er mich an sein Bett gefesselt und geliebt hatte.

Wir betraten das Schlafzimmer. Nicolo war heute Abend beim Essen sehr schweigsam gewesen und mein dummes Herz quälte sich mit dem Gedanken, ich könnte irgendetwas getan oder gesagt haben, was seinen Unmut erregt hatte. Etwas verloren stand ich da und sah Nicolo dabei zu, wie er sein Jackett auszog und ordentlich über eine Stuhllehne hängte. Er löste den Krawattenknoten, ohne die Krawatte auszuziehen. Schweigend ging er zur Bar, die sich in der Ecke befand, und goss sich einen Whisky ein. Mit dem Glas in der Hand drehte er sich zu mir um. Sein dunkler Blick wanderte über meinen Körper. Mein Herz fing an zu rasen. Seiner undurchdringlichen Miene war nicht anzusehen, was er dachte. Nervös biss ich mir auf die Lippe. Wenn er doch nur endlich sagen würde, was los war, doch ich traute mich nicht, ihn zu fragen.

Er nahm einen Schluck von seinem Drink, ohne mich aus den Augen zu lassen.

„Vertraust du mir?“, fragte er plötzlich unerwartet.

„W-was?“, fragte ich verwirrt.

„Vertraust du mir?“

Ich schluckte. Das war eine schwierige Frage. Einerseits vertraute ich ihm, andererseits war er für mich noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Ich konnte ihn schwer einschätzen.

Er leerte seinen Drink, knallte das Glas auf die Stellfläche der Bar zurück und kam langsam auf mich zu. Ich schluckte schwer. Meine Knie bestanden...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.