E-Book, Deutsch, Band 46, 111 Seiten
Reihe: Alien Breed Series
Adams King
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7549-8341-6
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 46, 111 Seiten
Reihe: Alien Breed Series
ISBN: 978-3-7549-8341-6
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Melody Adams lebt mit ihrem Lebensgefährten und Kindern in Bijilo, The Gambia (West Afrika) Sie schreibt gefühlvolle und erotische Liebesromane. Vom Historical bis zu Science Fiktion ist so ziemlich alles vertreten. Dabei legt sie vor allem Wert auf glaubhafte Charaktere und spannende Handlung.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Cora
3 Jahre zuvor
Juans Schlag sandte mich rückwärts und ich krachte in den Couchtisch. Die Glasplatte barst in tausend Stücke. Mein Schrei mixte sich mit dem Geräusch des splitternden Glases. Juans wutverzerrtes Gesicht erschien über mir. Seine dunklen Augen funkelten mit unkontrollierter Rage. Ich war seine Ausbrüche gewohnt. Die Schläge. Sein Gebrüll. Doch diesmal war es schlimmer. Diesmal würde ich seine Wut nicht überleben. Ich wusste es. Ein Teil von mir begrüßte den Gedanken. Ich hatte nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnte, denn diese Hölle war kein Leben. Es gab keinen Ausweg für mich. Juan arbeitete für das mexikanische Kartell. Ich würde niemals von ihm wegkommen. Ich hatte es versucht. Doch seine Kartellfreunde hatten mich schneller gefunden, als ich gefürchtet hatte. Als Strafe hatte Juan mich nicht nur zusammen geschlagen. Nein, das war nicht genug gewesen. Er hatte mir den letzten Menschen genommen, der mir noch etwas bedeutet hatte. Mein Bruder Sean. Ich würde den Anblick nie vergessen. Juan hatte Sean grausam gefoltert, ehe er ihn getötet hatte. Dann hatte er mich gezwungen, Seans Leiche anzuschauen. Seither hatte ich nie wieder versucht zu fliehen. Ein Teil von mir war mit Sean gestorben. Der Teil, den es kümmerte, ob ich lebte oder nicht. Wenn Juan mich diesmal endlich tötete, dann würde ich mit meinem Bruder vereint werden. Ich schloss die Augen und wartete auf mein Ende.
“Sieh mich an, du kleine Schlampe!”, brüllte Juan.
Ich kniff die Augen fester zusammen. Eine brutale Hand ergriff mich an der Kehle, hob meinen Kopf an, bis ich Juans heißen Atem auf meinem Gesicht spürte. Ich wimmere. Mein ganzer Körper schmerzte. Ich war bereit, für diese Hölle zu enden. Ich war bereit zu sterben.
“Ich werde dafür sorgen, dass kein Mann dich jemals wieder anschaut”, knurrte Juan, mich zurück auf den zerschmetterten Tisch fallen lassend. Ich schrie, als mehr Glassplitter sich in mein Fleisch bohrten. Ich hatte keine Ahnung, was Juan mit mir vorhatte. Der Grund für Juans Rage war, dass ein Mann auf dem Empfang, auf dem wir gewesen waren, mich angestarrt hatte. Als wenn es meine Schuld war. Juan hatte mich in dieses verdammte Kleid gesteckt, das mehr zeigte, als es verbarg. Ich hatte nichts getan, um den Mann auf mich aufmerksam zu machen. Ich hatte nicht einmal den Blick gehoben, um irgendjemanden anzusehen, denn ich wusste, dass Juan krankhaft eifersüchtig war.
“Hier, du Schlampe”, erklang Juans Stimme und ich blickte auf. Er hielt eine Flasche in der Hand. “Mal sehen, wie du Männer mit deinem Gesicht verführst, wenn du keines mehr hast.”
Ich sah mit Schrecken zu ihm auf, als er die Flasche über mir ausschüttete. Ich konnte gerade noch den Kopf zur Seite drehen, doch die Flüssigkeit traf meine rechte Gesichtshälfte. Schmerz ließ mich aufschreien, als die Flüssigkeit sich in mein Gewebe und mein rechtes Auge fraß. Säure. Der Bastard hatte Säure auf mich geschüttet. Agonie mischte sich mit einer Wut, wie ich sie schon ewig nicht mehr verspürt hatte. Meine Hand tastete blindlings in den Scherben, bis ich ein großes Stück ergreifen konnte. Mit einem Schrei setzte ich mich auf und rammte die Spitze der Scherbe in Juans Leib. Er brüllte. Ich konnte nur auf dem linken Auge sehen und ich war von Rage und Adrenalin besessen. Ich verlor jegliche Kontrolle, war kaum gewahr, was ich tat. Alles, was ich wusste, war, dass ich mich für fünf Jahre Hölle rächen wollte. Ich stach wieder und wieder zu, ohne wahrzunehmen, wo oder wie oft. Als ich wieder halbwegs klar wurde, starrte ich auf den blutüberströmten Körper meines Peinigers hinab. Die Scherbe entglitt meinen Fingern. Ich schrie, fünf Jahre Hölle in diesem Schrei entladend. Ich ließ alles hinaus in diesem einen Schrei. Irgendwann erhob ich mich mühsam und taumelte zum Telefon, um 991 zu wählen. Der Rest war verschwommen in meiner Erinnerung. Ich verbrachte Wochen in einem geheimen Krankenhaus, wo die Ärzte nicht nur meine zahlreichen Brüche, Prellungen und Schnittwunden versorgten, sondern auch versuchten, mein Gesicht so gut es ging zu retten. Das Kartell war auf Blut aus und die Polizei verschaffte mir eine neue Identität. Ich wurde von einem Safehouse zum nächsten versetzt, bis ich irgendwann in einem Frauenhaus landete. Ich war frei von Juan, doch die letzten fünf Jahre würden mich für immer verfolgen. Ich musste nur in den Spiegel schauen, um zu sehen, was die fünf Jahre mich gekostet hatten.
Gegenwart
Der Bungalow, in den man mich nach meiner Ankunft auf Eden gesteckt hatte, war ein Traum. Mein eigenes Reich. Es hatte sogar einen Garten, wo ich sitzen und lesen konnte. Wir waren seit einer Woche hier und ich konnte mein Glück noch immer nicht fassen. Ich befand mich fern der Erde. Lichtjahre entfernt vom mexikanischen Kartell. Die letzten zwei Jahre hatte ich mein Leben auf der Erde voll ausgelebt, wissend, dass das Kartell mich irgendwann finden und meinem Leben ein Ende setzten konnte. Doch anstatt mich vor Angst zu verkriechen, hatte ich beschlossen, jeden Tag zu genießen, als wenn es mein Letzter wäre. Wie ein Patient mit einer unheilbaren Krankheit, der jeden Tag als Geschenk sah. Ich hatte fünf Jahre in Angst gelebt. Juan hatte mir alles genommen. Doch ich ließ nicht zu, dass er mir meine Lust auf Leben nahm. Das würde meinen, dass er gewonnen hatte. Dass das Kartell gewonnen hatte. Doch nun, hier auf Eden, war ich sicher. Mein Leben hatte kein Ablaufdatum mehr. Nun, natürlich hatte es das. Jeder starb irgendwann. Doch die Uhr, die im Hintergrund getickt hatte, bis das Kartell mich finden würde, war verstummt. Ein Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken. Ich erhob mich von meinem Sofa, auf dem ich gelesen hatte, und begab mich zur Tür, um zu öffnen.
“Hey”, grüßte Ally, meine beste Freundin.
Sie war der Grund, dass ich hier auf Eden war. Sie hatte Sin durch die Dating-Webseite der Alien Breeds kennengelernt, und nachdem ihr Ex ihren Sohn Jace entführt hatte, war Sin als Retter auf der Bildfläche erschienen. Wir hatten Jace und seinen Vater in Kanada gefunden und den Jungen befreit. Mein Freund hatte sich währenddessen nicht nur als Arschloch, sonder auch potenziell gefährlich herausgestellt. Deswegen hatte Ally darauf bestanden, dass ich mit ihr und Sin nach Eden kam. Sie hatte mich nicht zweimal fragen müssen. Nicht nur, weil ich auf Eden vor dem Kartell sicher war, sondern auch, weil ich meine einzige Freundin bitter vermisst hätte.
“Hey”, erwiderte ich ihren Gruß. “Komm rein.”
Ich trat zur Seite und ließ meine Freundin eintreten.
“Wo ist Sin? Ist er schon zur Arbeit? Es ist nicht einmal neun.”
Sin arbeitete als Bartender im einzigen Nachtklub hier in der West-Colony. Bis jetzt hatte ich mich gedrückt, mit meiner Freundin in den Klub zu gehen. Single Frauen waren hier heiß begehrt, selbst Frauen, die wie ich innen und außen vernarbt waren. Doch nach der Pleite mit Leon war ich noch nicht bereit, erneut zu daten.
“Der Klub öffnet um zehn Uhr und Sin hat noch Vorbereitungen zu treffen. Getränke auffüllen und so.”
Ally setzte sich auf die Couch.
“Willst du was trinken? Ich hab eine Flasche Rose offen.”
“Ja, ich nehme gern ein Glas.”
Ich wanderte in die Küche und füllte zwei Gläser. Dann kehrte ich zurück ins Wohnzimmer, reichte Ally eines der Gläser und setzte mich neben sie. Allys Kleidung und Make-up nach zu urteilen hatte sie vor, später ins Starlight zu gehen. Das war der Name des Nachtklubs.
“Und?”, fragte ich, nachdem ich einen Schluck von dem Wein genommen hatte. “Wie läuft es mit euch beiden?”
Ally war erst vor vier Tagen in Sins Bungalow eingezogen. Die ersten vier Tage hatten sie und Jonas mit mir hier in diesem Bungalow gewohnt. Sin hatte erst sein Büro in ein Kinderzimmer für Jonas umwandeln wollen, ehe die beiden zusammen zogen.
Ally strahlte.
“Ich... ich bin sooooo happy”, rief sie aus. “Manchmal denke ich dass dies alles nur ein Traum ist und ich jeden Moment aufwache.”
“Willst du, dass ich dich kneife?”, fragte ich lachend.
Anstelle einer Antwort hielt Ally mir ihren Arm entgegen. Ich kniff sie und sie schrie auf. Wir schauten uns an und fingen an zu kichern. Ich hatte meine Freundin nie so fröhlich gesehen wie in den letzten Tagen. Sin war gut für sie. Die Alien Breeds hatten alle eines gemeinsam. Nun, eigentlich waren es mehrere Sachen. Sie hatten alle Attribute, die eine Frau sich von einem Mann wünschen konnte. Sie waren treu. Beschützend. Immer darauf bedacht, ihre Partnerin glücklich zu machen. Und natürlich waren sie sexy Traumtypen. Ein Alien Breed würde seine Partnerin nie schlecht behandeln, geschweige denn schlagen. Ich mochte im Moment noch nicht bereit für eine neue Beziehung sein, doch ich hoffte, dass ich irgendwann meinen eigenen Alien Breed finden würde. Und wenn es kein Alien Breed war, dann vielleicht einer dieser mysteriösen Jinggs. Die blauen Aliens, die hier auf Eden lebten. Ich hatte noch keinen zu Gesicht bekommen, doch ich wusste, dass sie dieselben Charakterzüge wie die Breed hatten.
“Komm mit mir ins Starlight”, sagte Ally, nachdem wir uns von unserem Kicheranfall erholt hatten.
“Ich bleib lieber zuhause.”
“Wieso? Hast du keine Lust, mit mir abzuhängen? Gute Musik. Tanzen. Kostenlose Drinks.”
“Du bekommst kostenlose Drink, weil du den Bartender vögelst”, erwidert ich mit einem Grinsen. “Ich muss für meine...




