E-Book, Deutsch, Band 2700, 144 Seiten
Reihe: Julia
Adams Kühner Plan und heiße Träume
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3480-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2700, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-3480-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Firma, die Auggie mit Freundinnen gegründet hat, ist ein Riesenerfolg: Diskret assistieren sie den Reichsten der Reichen. Auggies neuer Klient ist der spanische Milliardär Matias Balcazar - umschwärmt, sexy und anspruchsvoll. Als er in einen Business-Skandal verwickelt wird, der seinen Ruf gefährdet, hat Auggie eine kühne Idee, wie er die Londoner Boulevardpresse ablenkt: Eine Scheinverlobte muss her! Aber nicht in ihren gewagtesten Träumen hat sie damit gerechnet, dass Matias ausgerechnet ihr den riesigen Brillantring ansteckt ...
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1. KAPITEL
Der Pitbull ist an Bord.
Schnell schickte Auggie den Text ab.
Wuff.
Das war Irinkas Antwort. Bei den anderen Chat-Teilnehmerinnen kam sie gut an.
Auggie sah auf ihr Handy, und ihre Lippen zuckten. Dann schaute sie zu ihrem Boss und seiner aktuellen Begleiterin hinüber und unterdrückte ein Seufzen. Sie konnte die Frauen nicht dafür verurteilen, dass Matias ihnen gefiel. Er war der schönste Mann, den sie je gesehen hatte. Groß und breitschultrig, Haare schwarz wie Obsidian und Augen dunkel wie der Nachthimmel.
Sie hatte nicht gewusst, dass es verschiedene Arten von Schwarz gab. Sein Haar glänzte wie Rabenflügel. Der Nachthimmel sprach von den Gefahren im Weltraum und der unausweichlichen Vernichtung, die einer Frau drohte, wenn sie in seine Umlaufbahn gezogen wurde.
Darum konnte sie den Frauen nichts vorwerfen. Matias war ganz alleine für sein schreckliches Verhalten verantwortlich. Allerdings unterstützten die Medien es ihrer bescheidenen Meinung nach.
Goldjunge Matias Balcazar mit neuer Frau gesehen!
Goldjunge, von wegen! Der Mann war ein Pitbull.
So war er zu seinem Spitznamen im Gruppenchat gekommen, der passenderweise Work-Wives hieß. Arbeitsehefrauen.
Durch ihre enge Zusammenarbeit waren Irinka, Lynna, Maude und sie quasi verheiratet. Und beste Freundinnen. Vor fünf Jahren hatten sie ihre Consulting-Agentur gegründet – nur mit einem Traum, hervorragendem Organisationstalent und sehr viel Entschlossenheit. Und jetzt florierte das Geschäft.
Sie waren freiberufliche Assistentinnen, die mit äußerster Diskretion für ihre Klienten arbeiteten. Sie halfen den Reichsten der Reichen. Angefangen bei der Organisation persönlicher Angelegenheiten, was Irinkas Spezialität darstellte, bis hin zur Sanierung und Verwaltung ihrer Anwesen, wofür Maude zuständig war. Lynna versorgte sie mit den köstlichsten Delikatessen.
Auggie war nicht so spezialisiert wie ihre Freundinnen. Im Moment übernahm sie die Rolle von Matias’ Stewardess. Da er die meiste Zeit mit seinem Privatflugzeug um die Welt reiste, arbeitete sie auch als seine Sekretärin.
Und tat ihr Bestes, um seine Geheimnisse zu bewahren.
Glücklicherweise war ihr Vertrag mit ihm bald beendet. Die Arbeit der Agentur konnte man nicht dauerhaft für sich beanspruchen. Es gab eine unumstößliche Grenze. Sechs Monate. Aber ihr Vertrag mit Matias lief nur über drei.
Zum Gück.
Einer ihrer größten Vorzüge war ihre Fähigkeit, sich in jede Umgebung einzufügen. Sie war ein Chamäleon. Doch der Pitbull hatte sie bemerkt.
Sie ignorierte die Art und Weise, wie sie auf ihn reagierte. Die Art und Weise, wie sich ihr Magen zusammenzog, wenn der Blick seiner dunklen Augen die ihren traf. Um Himmels willen, er hatte eine Frau an seinem Arm. Außerdem war er ihr Chef – wenn auch nur vorübergehend. Und sie … nun, sie durchschaute ihn. Vielleicht war sie der einzige Mensch auf der Welt, der ihn durchschaute. Es war einfach nur lächerlich, wie er in den Medien dargestellt wurde.
Der so sehr geliebte Matias Javier Hernandez Balcazar war der Sohn von Javier Balcazar, dem skrupellosen spanischen Milliardär. Einem Mann, der weder Ethik, Freundlichkeit noch Anstand kannte.
Um Matias zu durchschauen, musste man eigentlich nur ein paar Dinge über ihn wissen.
Erstens, dass er sich nichts sagen ließ. Er tat, was er wollte und wann er es wollte, ganz wie es sich für einen Milliardär gehörte. Zweitens, dass er seinen Vater hasste. Und aus diesen beiden Informationen ergab sich sein wahrer Charakter.
Die Medien stellten ihn als jemanden dar, der aus allem einen Erfolg machte, was er im Unternehmen seines Vaters gelernt hatte. Das war ein Irrtum. Er wollte das Unternehmen seiner Familie übernehmen und zerstören. Sie war sich absolut sicher, dass er genau das vorhatte.
Natürlich ging jeder davon aus, dass er eines Tages das Vermögen seines Vaters erben würde. Nach Auggies Meinung war die Wahrheit etwas komplizierter. Zwar kannte sie nicht alle Details, aber sie wusste, dass Matias ganz anders war als der Mann, der er zu sein schien.
„Augusta“, sagte er jetzt. Wie er mit seinem Akzent die Silben ihres Namens aussprach, hätte sie fast schnurren lassen. „Könnten Sie mir und Charmaine einen Drink besorgen?“
„Natürlich.“ Sie lächelte, wie es zu ihrem Job gehörte, und ging zur Bar.
Es gehörte auch zu ihrem Job, genau zu erahnen, was er und die Dame wünschten. Sie schmunzelte, als sie ihm seinen Whiskey einschenkte und dann für Charmaine einen extra süßen Drink mit Kirschen darin mixte. Dann verschwand sie wieder im Hintergrund, nahm ihr Telefon und tippte:
Wenn ich noch einmal eine Schlagzeile mit Lobeshymnen auf diesen Kerl sehe, schlage ich den nächsten Reporter, der mir unter die Augen kommt.
Lynna antwortete prompt.
Ach, komm, verdirb den Leuten nicht ihre Schwärmerei.
Auggie verdrehte die Augen, während sie tippte.
Das werde ich nicht. Ich habe einen Geheimhaltungsvertrag unterschrieben. Aber ich habe noch nie jemanden getroffen, der so ein falsches Bild von sich präsentiert.
Die nächste Antwort kam von Maude:
Das verstehe ich nicht. Warum sollte er das tun? Normalerweise stört es Milliardäre nicht, vor den Augen der Öffentlichkeit als die Mistkerle dazustehen, die sie sind.
Irinka wollte wissen:
Ist er so furchtbar?
Furchtbar? Nein, das ist nicht unbedingt der richtige Ausdruck für ihn, dachte Auggie und schrieb:
Nein. Aber er ist nicht das, was er zu sein scheint.
In diesem Moment ließen Charmaine und Matias ihre Drinks stehen und verschwanden im Schlafzimmer im hinteren Teil des Privatflugzeugs. Besonders viel Spaß machte es Auggie, die Frauen zurück in welche Stadt auch immer zu begleiten, aus der sie gekommen waren. Manchmal blieben die Frauen auch. Allerdings nie für längere Zeit bei Matias.
Irgendwie schaffte er es, ein skrupelloser Frauenheld zu sein und doch von allen geliebt zu werden. Sogar von den Frauen, mit denen er Schluss gemacht hatte.
Keiner konnte ihn hassen.
Wobei Auggie das noch misstrauischer machte. Als wäre es eine Art Zauberei, die sie nicht ganz nachvollziehen konnte.
Das war das Problem mit ihm. Er war interessant.
Als sie den Job bei ihm angenommen hatte, war sie überzeugt gewesen, dass er langweilig war. Er hatte den Ruf, höflich zu sein, ein großzügiger Arbeitgeber, ein Mann, der immer ein extravagantes Trinkgeld gab. Er hatte schnell ein Lächeln auf den Lippen.
Aber dieses Lächeln erreichte nie seine Augen.
Sie setzte ihre Kopfhörer auf, weil sie nicht zu hören brauchte, was im Nebenraum passierte. Nein, das brauchte sie nicht.
Eine Weile später schaute sie auf die Uhr, legte ihr Ohr an die Schlafzimmertür und öffnete sie langsam. Beide lagen halb bekleidet und schlafend im Bett. Sie war sehr gut darin geworden, den Mann einfach nicht anzusehen, wie er halbnackt und zufrieden im Bett lag. Es ging sie nichts an. Er konnte tun und lassen, was er wollte. Sie war nur hier, um ihren Job zu erledigen.
Sie nahm das Telefon der Frau vom Nachttisch und hielt es vor deren Gesicht. Sobald das Handy entsperrt war, öffnete sie den Fotoordner. Sie hatte keine Fotos gemacht. Gott sei Dank. Auggie hatte schon einige Schnappschüsse vom schlafenden Matias von Handys gelöscht.
Es gab keine Fotos von ihm, aber ein E-Mail-Banner mit einem Text erschien auf dem Bildschirm:
Wenn du mit ihm fertig bist, musst du …
Auggie schaltete das Handy aus. Dann saß sie da und sah ihn an. Plötzlich spürte sie ein vages Gefühl der Beunruhigung. Zugegeben, mit dieser E-Mail könnte jeder gemeint sein. Es könnte um alles Mögliche gehen.
Langsam fuhr sie mit dem Daumen über die E-Mail-App. Ihr Job hatte Regeln und Grenzen. Sie drang nicht in die Privatsphäre der Leute ein. Sie ging keine E-Mails durch, sie schaute sich nicht alle Fotos an. Es ging ihr einzig und allein darum, Matias’ Intimleben aus dem Internet zu halten.
Worum auch immer es also hier geht, es ist nicht dein Problem.
Sie atmete aus und legte vorsichtig das Handy zurück. Es gab keine Fotos von Matias. Das war alles, was zählte. Der Rest war nicht ihre Sache.
Sie schlich sich wieder aus dem Raum. Nicht zum ersten Mal war sie dankbar, dass sie diesen Job fast hinter sich hatte. Matias war so viel mehr Arbeit als jeder andere Auftraggeber, für den sie jemals gearbeitet hatte. Normalerweise mochte sie die Herausforderung in einem neuen Job. Es gefiel ihr, alle paar Monate für einen neuen Klienten zu arbeiten. Meist bestand ihre Arbeit darin, jemanden zu entlasten, wenn er für ein neues Projekt sein Arbeitspensum erhöhte oder sein Image aufgebessert werden musste. Oft arbeitete sie dabei mit einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit zusammen.
Doch die Arbeit mit Matias bedeutete Stress. Und sie war süchtig nach seiner Schönheit, was eine Komplikation war, die sie noch nie erlebt hatte.
Als das Flugzeug in Barcelona landete,...




