Adrian | Der dunkle Ritter | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: LYX.digital

Adrian Der dunkle Ritter


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-8990-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-8990-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Verführt von einem Ritter ...

Seit dem Tod ihres gewalttätigen Mannes ist Lady Emmalyn of Fallonmour entschlossen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Doch dann schickt der König den berüchtigten Ritter Sir Cabal auf ihre Burg, um sie zu beschützen. Auch wenn Emmalyn sich geschworen hat, nie wieder einen Mann in ihr Leben zu lassen, fühlt sie sich zu dem geheimnisvollen Cabal schon bald hingezogen.

Der zweite Band der Romantic History-Reihe von Bestseller-Autorin Lara Adrian alias Tina St. John



Lara Adrian lebt mit ihrem Mann in Neuengland. Neben ihrer äußerst erfolgreichen Vampirserie hat sie unter dem Namen Tina St. John auch mit historischen Liebesromanen eine große Fangemeinde gewonnen.

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Prolog

Im Heiligen Land, 1. September 1192

Reglos lag der Mann dort, wo er Augenblicke zuvor zusammengebrochen war. Aus der Wunde an seiner Flanke strömte Blut, tränkte seinen Waffenrock und sammelte sich unter ihm auf dem Sandboden des Zeltes in einer großen dunkelroten Lache. Der Tote hielt den linken Arm von sich gestreckt, und seine leblosen Finger krallten sich noch immer in den Sand, nur Zentimeter vom Stiefel des englischen Soldaten entfernt.

Cabal in den mehr als zwei Jahren des Kreuzzugs war er unter dem Kriegsnamen Blackheart bekannt und berüchtigt geworden stand im trüben Schein einer blakenden Kerze, die während des Kampfes umgefallen war, und betrachtete in nüchterner Überlegung diese krallengleiche Hand. Er fühlte sich wie jemand, der aus den Tiefen eines dunklen, schweren Traumes erwachte.

Vor dem Zelt hatte sich die Dunkelheit über die Wüste gelegt und das weite Meer aus sengend heißem Sand abgekühlt. Die Blutgier der Kreuzritter, die hier lagerten, hatte sie jedoch kaum gemindert. Das Freudenfeuer, das König Richards Armee vor Stunden entzündet hatte, würde noch bis lange in die Nacht hinein brennen, und ebenso lange würden auch die Stimmen der betrunkenen Männer zu hören sein, die laut den bescheidenen Sieg feierten, der an diesem Tag errungen worden war.

Die Soldaten, die schon seit mehr als vierzehn Tagen in diesem Lager ausharrten und darauf brannten, endlich wieder zu kämpfen, hatten am Nachmittag ein Dorf überfallen und viele Muslime getötet. Dabei hatte es nichts zur Sache getan, dass auch Frauen und Kinder zu den Toten zählten; in den Augen der Kirche waren sie alle seelenlose Heiden. Und weil das so war, hatte man ihnen beim Hinmetzeln weniger Beachtung geschenkt als dem niedersten Ungeziefer. Aber die Toten waren die Glücklichen. Denn ihnen blieb das Grauen jener erspart, die lebend in die Gefangenschaft der Ritter des Kreuzes geraten waren.

Cabal fuhr sich mit der Hand über das von dunklem Bartwuchs bedeckte Gesicht und seufzte müde, während er auf den toten Offizier hinuntersah. Verdammt. Zu was für Tieren waren sie nur im Namen Gottes geworden? Und was ihn noch mehr beschäftigte konnte es wirklich sein, dass er anfing, sich zu fragen, ob das für ihn von Bedeutung war?

Bevor sein seit Langem vergessenes Gewissen sich melden und ihm weiter zu schaffen machen konnte, lauschte Cabal auf die Schritte, die sich schlurfend dem Zelt näherten. Die Eingangsplane wurde zurückgeschlagen, und ein lachender Soldat bückte sich, um das Zelt zu betreten. Seine Augen waren glasig, er stank nach Schweiß und zu viel Wein. »Sir Garrett, Ihr selbstsüchtiger Bastard! Habt Ihr etwa vor, die Kleine ganz für Euch zu behalten?« Der Söldner schnappte keuchend nach Luft und taumelte zurück. »Herrgott, was ist passiert

Als er näher kommen wollte, hielt Cabal ihn mit einer abwehrenden Handbewegung davon ab. Dann ging er neben dem getöteten Edelmann in die Hocke und griff nach dem juwelenbesetzten Dolch, der neben dem Toten lag und rot von Blut war. »Ich bin zu spät gekommen«, sagte Cabal ausdruckslos. »Es gab keine Rettung für ihn.«

»Sie hat ihn umgebracht! Diese verdammte Sarazenen-Hure hat ihn umgebracht!«

»Sie war keine Hure, Rannulf. Sie war ein Kind.« Cabal gelang es kaum, sich seinen Abscheu nicht anhören zu lassen. »Sie kann nicht älter als zehn gewesen sein.«

»Ob Kind oder nicht, diese dreckige Hexe wird dafür büßen, dass sie –«

Rannulf führte seine hasserfüllte Drohung nicht weiter aus, als Cabal sich aufrichtete und sich vor ihn hinstellte. Seine Körpergröße zwang ihn, unter dem niedrigen Dach des Zeltes den Kopf zu beugen. »Das Mädchen ist fort.«

Der Söldner runzelte die Stirn und schaute an Cabal vorbei zu einem durchtrennten Stück Seil, das auf dem Sandboden lag. Sir Garrett von Fallonmour hatte der jungen Sarazenin das dicke Seil um den Hals geschlungen, nachdem er sie am Nachmittag aus einer Gruppe von wehklagenden Dorfbewohnern herausgeholt hatte, um sie für sein niederträchtiges Vergnügen zu benutzen. In Rannulfs Augen standen Ratlosigkeit und Misstrauen, doch er schien zu zögern, seine Zweifel hinsichtlich der Flucht der Gefangenen auszusprechen.

Cabal sagte unumwunden, was er getan hatte. »Ich habe sie freigelassen.«

»Sie freigelassen? Damit sie den nächsten Mann hinterrücks erstechen kann? Diese mörderische kleine Hexe sollte man jagen und ihr die Eingeweide herausreißen.«

»Jeder Mann, der das Mädchen verfolgt oder an einem der Bauern für diese Tat hier Vergeltung übt, wird mir Rede und Antwort stehen müssen.«

Rannulf starrte ihn ungläubig an. »Herrgott, Blackheart! Ihr habt fast zwei Jahre lang an der Seite von Sir Garrett gekämpft. Und jetzt muss ich von Euch hören, dass Euch das Leben dieses Bauernluders mehr bedeutet als seines!«

Cabal hielt seinem Blick stand, ohne darauf zu reagieren. Garrett von Fallonmour war ganz gewiss nicht sein Freund gewesen, aber schließlich gab Cabal auf niemandes Leben viel, nicht einmal auf sein eigenes. Er empfand eine gewisse Befriedigung, als er in den Augen seines Gegenübers sah, dass dieser begriff, was er getan hatte.

»Jesus«, flüsterte Rannulf, dem erst jetzt das Ausmaß seiner Dummheit bewusst geworden war. Nur wenige wagten es, den Mann herauszufordern, der den Ruf hatte, unter den gnadenlosen Gefolgsleuten König Richards der schlimmste zu sein. Rannulfs Gesicht wurde weiß und nahm dann eine ungesunde Farbe an, während er schwer schluckte. »Sir Cabal, bitte. Ich versichere Euch, dass ich Euch nicht beleidigen –«

Beiläufig wischte Cabal Garretts blutbefleckte Klinge mit dem Saum seines Waffenrockes ab. In nachdenklichem Schweigen ließ er sich Zeit, während Rannulf devot eine Reihe von Entschuldigungen hervorstammelte. Es war gut so, dass die große Sorge des Söldners um seinen eigenen Hals ihn blind machte für die verstörende Erkenntnis, die Cabals Handeln hinsichtlich der jungen unschuldigen Geisel Garretts bestimmt hatte. Eine Erkenntnis, die Cabal erst vor Kurzem bewusst geworden war

Obwohl sein Herz durch und durch so finster war wie eine Wüstennacht, hatte es vor nicht allzu langer Zeit schließlich angefangen zu schlagen.

Verdammt, er brauchte endlich wieder Schlachtengetümmel um sich! Zu viel müßige Zeit verweichlichte ihn. Schwächte ihn. Es zuckte ihn in den Füßen, weiterzumarschieren; seine Muskeln sehnten sich danach zu kämpfen. Sollten Richard und der Anführer der Sarazenen die bestehende Pattsituation nicht bald beenden und den Krieg fortsetzen, würde Cabal vermutlich vor lauter Warten verrückt werden. Zumindest glaubte er das.

»Macht diesen verdammten Mist hier sauber«, knurrte er Rannulf an. Der harsche Befehl veranlasste den Soldaten, sich sofort hinzuknien. Er hob die noch glimmende Kerze auf und richtete den umgestoßenen Tisch wieder auf. »Sorg dafür, dass die Leiche weggeschafft wird. Zweifellos hat der König nicht den Wunsch, einen seiner Edelleute zur Ergötzung der Ungläubigen zurückzulassen. Nicht einmal diesen.«

Cabal warf Garretts Dolch auf den Boden, dann wandte er sich ab und verließ das Zelt. Draußen war die rauchgeschwängerte Luft von Stimmen und dem Gelächter von Betrunkenen erfüllt. Die Flammen der Lagerfeuer schlugen hoch in den mondlosen Himmel, und ihr Schein fiel auf Hunderte von Gesichtern, die verstohlen hochblickten, als der meistgefürchtete Krieger des Königs durch ihre Mitte zum königlichen Zelt am Ende der Zeltgasse ging.

Vier Waffenknechte standen vor dem großen Zelt aus gestreifter Seide, das König Richard Schutz gewährte, Englands vornehmstem Sohn. Obwohl der König den größten Teil des Tages mit ungestörtem Nachdenken und Besprechungen mit seinen Offizieren beschäftigt gewesen war, gewährten seine Wachen Cabal wie sie es bei jedem hochrangigen Vasallen tun würden ohne Zögern Einlass. Einer von ihnen schlug die Zeltplane zurück, die als Eingang diente, und ließ Cabal hindurchgehen. Dass er sich diese Ehrerweisung eher aus Angst vor ihm als aufgrund seines Status erworben hatte, ärgerte ihn zwar in den hintersten Winkeln seines Bewusstseins, aber Cabal verdrängte das Gefühl, als er das Zelt betrat und sich vor Richard Löwenherz verneigte.

»Ah, Cabal. Ich dachte, es sei vielleicht Fallonmour, der endlich kommt, um sich zu uns zu gesellen. Sein spätes Erscheinen zu dieser Unterredung beginnt meine Geduld zu strapazieren.« Der König hatte fünf seiner Offiziere um sich versammelt, die Adligen saßen vor ihm an einem großen reich geschnitzten Tisch, der mit zahllosen Landkarten und Papieren bedeckt war. Sein legendäres königliches Temperament begann jetzt aufzulodern, und er brüllte: »Geht endlich jemand und holt diesen unverschämten Bastard, oder muss ich es selbst tun?«

Nur Cabal wagte es, in das angsterfüllte Schweigen hinein, das dem Ausbruch folgte, etwas zu sagen. »Ihn zu holen wird nicht möglich sein, Mylord.« Er hielt Richards verblüfftem Blick stand, und seine unverblümten Worte erlangten auch die Aufmerksamkeit der beiden Diener, die sich zum Ausgang des Zeltes begeben hatten, um Sir Garrett zu holen. »Vor Kurzem gab es im Lager einen Zwischenfall mit einer der Gefangenen«, erklärte Cabal. »Fallonmour wurde dabei getötet.«

Der König blieb stumm, als um ihn herum die überraschten Ausrufe seiner Offiziere laut wurden. Seine Reaktion auf diese Mitteilung bestand darin, dass er nur leicht seine lohfarbenen Augenbrauen hochzog. »Nun denn«, sagte er...


Adrian, Lara
Lara Adrian lebt mit ihrem Mann in Neuengland. Neben ihrer äußerst erfolgreichen Vampirserie hat sie unter dem Namen Tina St. John auch mit historischen Liebesromanen eine große Fangemeinde gewonnen.

Lara Adrian lebt mit ihrem Mann in Neuengland. Neben ihrer äußerst erfolgreichen Vampirserie hat sie unter dem Namen Tina St. John auch mit historischen Liebesromanen eine große Fangemeinde gewonnen.



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