Aebi | Kurze Einführung in die Bibel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 504 Seiten

Aebi Kurze Einführung in die Bibel

E. Aebi erweitert und überarbeitet von Thomas und Katharina Bänziger
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-905991-99-4
Verlag: Schleife
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E. Aebi erweitert und überarbeitet von Thomas und Katharina Bänziger

E-Book, Deutsch, 504 Seiten

ISBN: 978-3-905991-99-4
Verlag: Schleife
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



KURZE EINFÜHRUNG IN DIE BIBEL Dr. Thomas und Katharina Bänziger haben den beliebten Klassiker von E. Aebi vollständig überarbeitet, aktualisiert und mit informativen Exkursen substanziell erweitert. Das Buch enthält Hintergrundwissen zu Datierung, Verfasserschaft, Entstehungsgeschichte, Umwelt und Zeitgeschichte der einzelnen biblischen Bücher und gibt einen kompakten Überblick über Hauptaussagen und weitere Besonderheiten. Das Anliegen dieser Neuausgabe ist, frische Begeisterung für das Buch der Bücher zu wecken und durch fundierte Argumente das Vertrauen in die Historizität und Glaubwürdigkeit der biblischen Überlieferung zu stärken. Ein Studienhandbuch für alle, die mehr von der Bibel wissen und lernen möchten.

'Ernst Aebi (1903-1962) war Generalsekretär des Schweizer Bibellesebundes wie auch Leiter der Bibelschule Emmaus in Vennes, Lausanne. Vor allem aber war er zeitlebens Evangelist. Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland fiel seine Verkündigung bei Jung und Alt auf fruchtbaren Boden. Die Menschen sollten erkennen, dass das Christenleben bei allem Ernst eine fröhliche Angelegenheit und dass Freude das Markenzeichen eines erlösten Christen ist. Unzähligen Menschen wurde dieser «Vater in Christus» zum Vorbild eines fröhlichen, dankbaren Christen. Ernst Aebi war verheiratet mit Elisabeth und gemeinsam hatten die beiden sechs Kinder.' Auszug aus Kurze Einführung in die BIBEL E. Aebi
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Weitere Infos & Material


Aufbau des TaNaCh, Übersicht:

HEUTIGE EINTEILUNG DER BIBEL

Die Heiligen Schriften bestehen heute aus einer Doppelsammlung: dem Alten und dem Neuen Testament. Die Bezeichnung «Testament» wurde zuerst von dem Kirchenvater Tertullian im Sinne von «Bund» (hebräisch b?rît, griechisch diateke) auf die beiden Teile der Bibel angewendet. Dabei ging er von dem Gedanken aus, dass das Alte Testament auf den von Gott durch Mose mit Israel (2. Mose 19,5) und das Neue Testament auf den durch Christus mit seiner Gemeinde geschlossenen Bund (Mt 26,28; 1. Kor 11,25) hinweist.

Unsere heutige Kapiteleinteilung im Neuen Testament stammt von dem englischen Erzbischof Stephan Langton in Cambridge (1205), die Verseinteilung von dem Pariser Buchdrucker Robert Stephanus (1551).

DAS ALTE TESTAMENT

a)17 Geschichtsbücher: 1. Mose bis Ester

b)5 Lehrbücher oder poetische Bücher: Hiob bis Hohelied

c)17 prophetische Bücher: Jesaja bis Maleachi

DAS NEUE TESTAMENT

a)5 Geschichtsbücher: Evangelien und Apostelgeschichte

b)21 Lehrbücher: die Briefe

c)1 prophetisches Buch: die Offenbarung

Die Sprache der Bibel

EINLEITUNG

Das Alte Testament ist in hebräischer Sprache geschrieben worden, einzelne Teile der Bücher Esra, Nehemia und Daniel auf Aramäisch (Esr 4,8–6,18; 7,12–26; Jer 10,11; Dan 2,4b–7,28). Das Hebräische war die klassische Sprache Palästinas, das Aramäische war als Verwaltungssprache des Persischen Reiches die erste Weltsprache und wurde die Sprache des Volkes, die allgemeine Umgangssprache der Juden des Orients.

Das Neue Testament ist in griechischer Sprache, das heisst in der damaligen Weltsprache, geschrieben worden, mit einigen kleinen Ausnahmen, das heisst einigen aramäischen und lateinischen Wörtern.

Die Manuskripte der Bibel

Wir besitzen heute einige tausend alte Bibelhandschriften (Manuskripte). Die aller- meisten enthalten nur Teile der Bibel oder sind Fragmente (Bruchstücke) mit einigen Versen oder Kapiteln. Es sind Blätter aus Papyrus (Papierstaude), die man, zu einer Art Buch zusammengefasst, Kodex (lat. codex) nennt, oder Rollen aus Pergament (besonders zubereitete Tierhaut). Diese Bezeichnung ist vom Namen der Stadt Pergamon in Kleinasien abgeleitet, wo die erste grosse Pergamentindustrie entstand. Die ältesten Fragmente des Alten Testaments stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. (siehe Qumrantexte), die des Neuen Testaments aus dem 2. Jahrhundert (ein Johannesfragment um 125 ist das älteste). Von den umfassenderen Handschriften sind folgende die wichtigsten:

DIE TEXTE VON QUMRAN. Im Jahr 1947 fanden Beduinenhirten in einer Höhle des Vadi Qumran (Qumran-Tal) am Westufer des Toten Meeres, 14 km südlich von Jericho, einige Schriftrollen aus Pergament, die, in Leinwand gewickelt, in Tonkrügen aufbewahrt gewesen waren. Sie stammen von der jüdischen Sekte der Essener, deren Mönche wahrscheinlich unter der Bedrohung durch die Römer (66 und 132 n. Chr.) ihre wertvolle religiöse Literatur für ruhigere Zeiten in Sicherheit bringen wollten. In der Folge dieser Entdeckung wurden in weiteren 11 Höhlen noch zahlreiche Rollen gefunden (Überreste von mehr als 900 Schriftrollen): eine vollständige Jesajarolle, Fragmente aller alttestamentlichen Schriften ausser Ester, Kommentare (jeweils mit dem alttestamentlichen Text), Apokryphen und Schriften der Essenersekte. Bei über 200 der ca. 900 Textfunde handelt es sich um Handschriften biblischer Texte. Sie dürften im 2. und 1. vorchristlichen Jahrhundert entstanden sein und sind damit die ältesten Bibelhandschriften, die wir besitzen. Ihre Bedeutung ist unschätzbar für die Erforschung des ursprünglichen Textes wie auch des Judentums und des frühesten Christentums.

Die Forschung an den Qumran-Texten ist von grosser Bedeutung. Es konnte dadurch aufgezeigt werden, dass der Konsonantentext des Alten Testaments, der den heutigen Bibelausgaben zugrunde liegt, bereits in Qumran vorhanden war. Man muss bedenken, dass die in Qumran gefundenen Schriften etwa 1000 Jahre älter sind als die älteste Handschrift der Hebräischen Bibel, die wir vor diesen Funden besassen:

DER CODEX LENINGRADENSIS wurde 1008/1009 n. Chr. verfasst. Man spricht hier vom «Masoretischen Text», weil die Masoreten ihn tradierten (die oben genannten Qumran-Texte sind im zeitlichen Sinn «vor-masoretisch»). Die Masoreten (übersetzt «die Überlieferer») tradierten den hebräischen Text, versahen den Konsonantentext mit Vokalen und Akzentzeichen sowie Anmerkungen zum Text. Es gab Masoretenschulen in Palästina und Babylon, doch die westliche Überlieferungstradition, insbesondere das System der Familie Ben Ascher in Tiberias, setzte sich durch. Die wissenschaftlichen Bibelausgaben der Hebräischen Bibel, sowohl die «Biblia Hebraica Stuttgartensia» (BHS) als auch die «Biblia Hebraica Quinta» (BHQ), basieren auf dem Codex Leningradensis.

DER CODEX ALEPPO, entstanden um 925 n. Chr., galt bis 1947 als älteste vollständige masoretische Handschrift der sogenannten Ben-Ascher-Tradition. Leider gingen nach Unruhen in Aleppo ca. 40 % des Textes verloren. Seit 1958 befindet sich die Handschrift in Israel. Das Hebrew University Bible Project (HUBP) ist daran, den Codex Aleppo als wissenschaftliche Ausgabe herauszugeben.

DER CODEX SINAITICUS, früher die älteste, aus dem 4. Jahrhundert stammende Handschrift, von Tischendorf 1859 im Katharinenkloster am Fuss des Sinai entdeckt und in die kaiserliche Bibliothek zu Petersburg übergeführt.

Dieser Kodex enthält das Alte Testament (in der griechischen Übersetzung) beinahe vollständig, das Neue Testament ganz. Im Jahr 1934 kauften die Engländer das Manuskript für ca. eine Million Schweizerfranken. Lange war die Handschrift im Britischen Museum in London ausgestellt, heute befindet sie sich in der British Library.

DER CODEX ALEXANDRINUS. Dieses Manuskript wurde um 450 n. Chr. in Ägypten geschrieben und blieb lange im Besitz der Patriarchen von Konstantinopel. Es enthält das Alte Testament und vom 25. Kapitel des Matthäusevangeliums an fast das ganze Neue Testament. Es befand sich lange im Britischen Museum, dem es Georg II. im Jahr 1753 vermachte; heute wird es ebenfalls in der British Library aufbewahrt.

DER CODEX VATICANUS, um die Mitte des 4. Jahrhunderts in Ägypten geschrieben, befindet sich jetzt im Vatikan. Er umfasst gleichfalls die griechische Bibel, weist aber im Neuen Testament grössere Lücken auf (Schluss des Hebräerbriefs, Pastoralbriefe und Offenbarung fehlen). Die treffliche Handschrift ist schwer zu lesen, weil der Text nachträglich mit frischer Tinte überzogen und vielfach geändert wurde.

DER CODEX EPHRAEMI RESCRIPTUS Mitte des 5. Jahrhunderts in Ägypten geschrieben, wird heute in Paris aufbewahrt. Er trägt den Namen des Kirchenvaters Ephräm, weil er von diesem überschrieben wurde. Die ursprünglichen Schriftzeichen wurden von Tischendorf auf chemischem Wege wieder hergestellt und der Codex 1843/45 herausgegeben.

DER CODEX BEZAE CANTABRIGIENSIS UND DER CODEX CLAROMONTANUS. Beide Handschriften, um 550 n. Chr. verfasst und mit altlateinischer Übersetzung verbunden, gehörten Theodor Beza in Genf.

Als hebräischer Textzeuge ist zudem der Samaritanische Pentateuch zu nennen. Die in Samarien angesiedelte Bevölkerungsgruppe (2. Kön 17,24), die wir auch aus dem Neuen Testament kennen, anerkannte nur die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift. Der Samaritanische Pentateuch ist in Manuskripten aus dem 9.–13. Jahrhundert in althebräischer Schrift überliefert. Die meisten Stellen, die sich vom Masoretischen Text unterscheiden, betreffen nur orthografische Eigenschaften. Interessant sind einige theologisch motivierte Anpassungen, die mit dem samaritanischen Heiligtum auf dem Berg Garizim in Verbindung stehen. In Qumran wurden neben «proto-masoretischen Texten», die den späteren masoretischen Codices entsprechen, auch «prä-samaritanische» Texte gefunden, welche dem Samaritanus nahestehen (siehe E. Tov).

Die wichtigsten Bibelübersetzungen

Bibelübersetzungen entstanden schon sehr früh und sind zum Teil älter als die uns erhaltenen Handschriften in der Originalsprache. Darum sind sie von grösster Wichtigkeit für das alttestamentliche wie für das neutestamentliche Textstudium. Von den älteren Übersetzungen haben folgende besondere Bedeutung:

DIE SEPTUAGINTA (das heisst «Siebzig»), die in Alexandrien entstandene griechische Übersetzung des Alten Testaments, die wohl unter König Ptolemäus II. Philadelphos begonnen (282–246 v. Chr.), aber erst später vollendet wurde (um 130 v. Chr. lagen aus allen drei Teilen des Kanons Übersetzungen vor). Sie führt den Namen Septuaginta, weil sie nach einer Legende von 72 Übersetzern in 72 Tagen vollendet wurde. Die Unregelmässigkeiten im Stil und im Wert der Übersetzung lassen das Werk vieler Übersetzer erkennen. Paulus und die ersten Christen gebrauchten neben der hebräischen Bibel auch die Septuaginta.

Zu nennen sind auch die alten jüdischen Übersetzungen ins Griechische aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. von Aquilla, Symmachus und Theodotion, die von Origenes (185–254 n. Chr.) in seiner Hexapla (die «Sechsfache», Synopse mit verschiedenen Übersetzungen) aufgenommen wurden.

DIE TARGUMIM sind paraphrasierende und erweiternde Übersetzungen in Aramäisch. Aramäisch war schon vor dem Exil die...



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