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Aiden | Schattenpriester - Das Opfer der Göttin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 450 Seiten, Format (B × H): 124 mm x 180 mm

Reihe: LYX.digital

Aiden Schattenpriester - Das Opfer der Göttin


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7363-0417-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 450 Seiten, Format (B × H): 124 mm x 180 mm

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-0417-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als Priester eines unsterblichen Schattenvolkes ist es Levions Pflicht, zu Ehren seiner Göttin Frauen die Unschuld zu rauben. Als ihm dafür jedoch die schöne Mira zugeführt wird, die sich nicht in ihr Schicksal fügen will, kommt seine Ergebenheit gegenüber der Göttin ins Wanken. Die Leidenschaft, die zwischen ihm und Mira aufflammt, zeigt ihm, wonach er sich ein Leben lang gesehnt hat. Doch gerade jetzt ist sein unbeirrbarer Glaube nötig, denn es erheben sich dunkle Mächte und drohen, die Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern. Wird es ihm gelingen, die Frau, die er liebt, vor diesen zu beschützen? (ca. 450 Seiten)



Angela Aiden wurde 1987 südlich von München geboren und lebt heute zusammen mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf nahe ihres Geburtsorts. Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr schreibt sie Romane. Dabei liegen ihr Fantasy- und Liebesgeschichten ganz besonders am Herzen. Abseits ihres größten Hobbys, des Schreibens, verdient Angela Aiden ihren Lebensunterhalt als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität, wo sie außerdem in Physik promoviert.

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1


Goldene Strahlen der Abendsonne trafen auf die schlichte Holztür, als Mira sie absperrte. Das alte Rathaus am Abend zu verlassen war wirklich das Beste an ihrem Job. Dabei waren es weniger ihre Aufgaben dort als vielmehr, für wen sie diese erledigte. Doch wählerisch zu sein, konnte sie sich nicht leisten. Ganz im Gegenteil, sie musste dankbar dafür sein, überhaupt etwas Geld zu verdienen, was ihr Boss sie nur zu gerne spüren ließ.

Ihr war nie viel Glück beschieden gewesen, und sie hatte bereits früh lernen müssen, auf eigenen Beinen zu stehen. Seit sie zu ihrem Volk zurückgekehrt war, mochte ihr Leben einfacher geworden sein, doch das änderte nichts an der Grundsituation und vor allem auch nichts an jenem schicksalhaften Ereignis, das ihr gesamtes Leben geprägt hatte. Daher sollte sie wohl besser über die Schwierigkeiten hinwegsehen, die man ihr tagtäglich in den Weg stellte – sie hatte schon Schlimmeres durchgemacht –, und sich nicht darüber ärgern, dass, so wie jetzt gerade mal wieder, die Tür klemmte.

Sie stemmte sich mit ihrem ganzen Gewicht dagegen. Mit einem protestierenden Ächzen drehte sich der Schlüssel. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich über die schlechten Bedingungen zu beschweren. Andererseits wusste sie auch gar nicht so genau, wie lange sie überhaupt hierbleiben wollte. So lange, bis sie etwas Besseres fand. Doch wie lange würde das sein? Sie schob den Gedanken beiseite. Träumereien und Fragen, wie ihr Leben wohl aussähe, wenn es einen anderen Weg genommen hätte, halfen ihr nicht weiter und ließen sie nur vergessen, dass sie ihre Gründe gehabt hatte, von den Menschen zurückzukehren, und ein jeder hing mit der Tatsache zusammen, dass sie eben kein Mensch war. Nicht, dass sich ihre Art optisch besonders von diesen unterschieden hätte. Sie waren diesen sogar in vielerlei Hinsicht ähnlich. Zumindest bis auf die Tatsache, dass sie unsterblich waren und übernatürliche Kräfte besaßen. Nicht, dass Mira unsterblich war, noch nicht …

Als sterbliches Wesen in einer unsterblichen Gesellschaft wurde sie nicht ausgegrenzt, aber viele Ämter konnte man erst nach dem Übergang besetzen. Zuvor wurde die vermeintliche Schwäche als Hinderungsgrund angesehen.

Sie seufzte und betrachtete die alte, ramponierte Tür. Sie würde einfach abwarten müssen. Dann wandte sie dem ungeliebten Gebäude den Rücken zu. Zeit für etwas Entspannung. Sie liebte die laue Abendluft, die ihr übers Gesicht strich, und sie musste ja nicht sofort in ihr einsames Zuhause zurückkehren. Ein Waldspaziergang war da genau das Richtige. Ja, das war ein guter Plan. Sie holte tief Luft und machte sich auf den Weg durchs Dorf.

Der Name der Ansiedlung war Dregen. Sie war nicht groß. Kleine steinerne Häuser mit weiß gestrichenen Fassaden reihten sich entlang der Straßen aneinander, umgeben von Gärten, in denen die schönsten Sommerblumen blühten oder Obst und Gemüse gedieh. Nur wenige Gebäude waren größer, so wie das Rathaus. Sie hatten die verschiedensten Baustile, doch auch sie gliederten sich gut in das ländliche Ambiente ein, das nur selten vom Lärm fahrender Autos gestört wurde, da nur wenige in ihrem Volk überhaupt welche besaßen. Es war einfach nicht erforderlich bei den Fähigkeiten, welche die unsterblichen Mitglieder ihrer Gesellschaft hatten.

Sie warf einen Blick auf ihr Handy, um die Uhrzeit zu prüfen. Da es Anfang Sommer war, hatte sie noch ein paar Stunden, bis die Sonne unterging. Ja, ihr Volk nutzte moderne Technik. Gerade die jüngeren Mitglieder, aber inzwischen auch viele der älteren, hatten den Nutzen von elektrischem Strom und diversen Geräten erkannt, die den Alltag erleichterten. Einige hatten inzwischen sogar einen Fernseher, und das, obwohl die Programme der Menschen keine Bedeutung für sie hatten. Fortschritt und ein gewisses Maß an Anpassung waren für ein unsterbliches Volk auf lange Sicht überlebensnotwendig.

Dem gegenüber stand jedoch bei Miras Volk eine Vielzahl alter Werte, die sich in den gesetzlichen Strukturen und religiösen Ansichten zeigte. Denn Unsterbliche gaben Altbewährtes nicht einfach auf, und nicht jedem jahrhundertealten Wesen fiel die Weiterentwicklung leicht.

Mira sah zu, wie ein Kind über die schmale ungeteerte Straße sprang, bei dem Versuch, einen Schmetterling einzufangen, den es aber einfach nicht zu fassen bekam. Stattdessen schallte die tadelnde Stimme seiner Mutter aus einem angrenzenden Haus. Der Anblick von Kindern war aufgrund der Unsterblichkeit ihres Volkes selten, und er ließ Mira schmunzeln. Das kleine Mädchen sah sie nur mit großen Augen an, bevor es zurück zum Haus seiner Eltern lief. Gerade diese friedliche Szenerie war es, die den Zauber von Dregen ausmachte. Das Dorf war viel ruhiger als die Siedlungen der Menschen. Eigentlich verrückt, dass die Menschheit nicht einmal die Existenz von Miras Volk erahnte … aber auch verdammt notwendig. Das hatte sie gelernt, als sie unter ihnen gelebt hatte.

Sie gehörte zu einem der verborgenen Völker, was konkret hieß, dass keiner riskieren durfte, dass ein Mensch ihre übernatürliche Art erkannte. Bei ihrer geringen Anzahl und ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten hätte das schnell zu einer Ausrottung führen können. Die Menschen fürchteten, was sie nicht verstanden. Das war der Grund, weshalb ihr Volk meist unter sich blieb und sich in diesen wenig besiedelten Teil von Osteuropa zurückgezogen hatte. In ein Gebiet, das unter dem Schutz ihrer Göttin stand und somit für die Menschen uninteressant war.

Sie selbst nannten sich die Tagwanderer, da sie im Gegensatz zu den meisten verborgenen Völkern am Tag wachten und nachts schliefen. Etwas, das sie den Menschen ähnlicher machte als manche anderen.

Vampiren fiel es beispielsweise wesentlich schwerer, ihre Natur zu verbergen. Was ausfahrbare Reißzähne und eine gewisse Abneigung gegen Sonnenlicht nicht alles bewirken konnten … und natürlich der ständige Hunger nach Blut, der sie dazu zwang, näher bei ihrer Beute zu leben. Auch Gestaltwandler hatten es nicht gerade einfach, solange sie ihre Verwandlungsfähigkeit noch nicht vollkommen im Griff hatten. Über andere Völker wollte Mira lieber gar nicht erst nachdenken.

Wirkliches Mitleid empfand sie für diese allerdings ohnehin nicht. Das hätte wohl kein Tagwanderer verspürt, nicht nach dem, was in der Vergangenheit zwischen den Rassen vorgefallen war.

Ein Windstoß blies Mira ihre lange goldene Mähne ins Gesicht. Sie steckte sich die Haare wieder hinter die Ohren und hob ihr Kinn ein wenig höher. Ein Sturm würde sie nicht von ihrem Vorhaben abbringen!

Das Waldgebiet, das Mira aufsuchen wollte, war nicht weit vom Dorf entfernt. Es grenzte direkt an die strengen Gärten. Das war das Schöne an der Gegend. Es gab Wälder, aber auch Wiesen und sanfte Hügel. In der Nähe der Dörfer wurden Felder bestellt, während weiter draußen die wilde Natur ihre gesamte Pracht zeigte. Mira liebte dieses Gebiet, nicht zuletzt, weil die ruhigen Bänke am Waldrand zum Verweilen einluden, aber an diesem Tag brauchte sie mehr Entspannung, um ihre Gedanken von der Arbeit zu lösen. Da benötigte sie den Frieden, den ihr nur der dunkle kühle Wald schenken konnte, so wie er es schon immer getan hatte.

Sie hatte dessen Rand schon fast erreicht und spürte, wie die Freude unter ihrer Haut zu prickeln begann, als plötzlich ein Windhauch an ihr vorbeizog. Im nächsten Moment stand eine Frau mit weißblondem Haar bis über die Hüften und Augen, so blau, dass man darin hätte versinken können, vor ihr.

»Stella!« Mira konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Ihre beste und zugleich einzige Freundin warf sich die Haare über die Schulter, eine Geste, die fröhlich, locker und vollkommen unbewusst war. Trotzdem hätte sie jeden Mann in einem weiten Umkreis, dazu gebracht, Stella sehnsüchtig anzustarren. Die unsterbliche Schönheit hatte eine Ausstrahlung, die einfach nur beneidenswert war, und mit der Mira nicht im Geringsten mithalten konnte.

»Machst du einen Waldspaziergang? Kann ich mitkommen?«

Stellas Blick war so hoffnungsvoll, dass Mira nur zu gerne annahm. Stella gelang es immer, Mira aufzuheitern. Trotzdem zog sie die Augenbrauen hoch, als Stella sich zu ihr gesellte. »Machst du deine Spaziergänge nicht lieber mit Rados?«

Sofort flog deren Kopf herum, und auf ihrem Gesicht stand eine gespielte Empörung, die das strahlende echte Leuchten aber nicht überdecken konnte. Allein schon die Erwähnung von Stellas Verlobten, zauberte dieser ein zutiefst glückliches Lächeln ins Gesicht. »Das ist überhaupt nicht wahr. Außerdem hat er etwas zu tun … für die Hochzeit.«

»Dann ist es bald so weit?«

»Ja«, Stella machte einen kleinen Luftsprung, »wir haben einen Termin!« So unbesorgt und lebensfroh war diese schon immer gewesen, und seit sie die Hochzeit plante, galt das noch umso mehr. Mira freute sich für die beiden, doch weckte es auch ein dunkles Ziehen tief in ihrem Inneren, das sie nicht so ganz begriff.

Doch ehe sie Stella weiter ausfragen konnte, hatte diese die Veränderung bereits gemerkt und die Augen verengt. »Moment mal, was hat dein Boss heute wieder angestellt?« Mira war froh, dass jene den Stimmungsumschwung nur auf Harold, den Dorfvorsteher, schob, obgleich sie nicht vorhatte herumzujammern. Der Kerl war ein Scheusal, und das galt noch mehr nach dem, was sie über ihn herausgefunden hatte. Doch Stellas fröhliches Lächeln zu zerstören, indem sie ihr das ganze Ausmaß von dessen Taten offenbarte, brächte Mira nicht übers Herz. Sie hatte immer das Gefühl gehabt, ihre Freundin beschützen zu müssen.

Selbst als Stella Rados vorgestellt...


Aiden, Angela
Angela Aiden wurde 1987 südlich von München geboren und lebt heute zusammen mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf nahe ihres Geburtsorts. Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr schreibt sie Romane. Dabei liegen ihr Fantasy- und Liebesgeschichten ganz besonders am Herzen. Abseits ihres größten Hobbys, des Schreibens, verdient Angela Aiden ihren Lebensunterhalt als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität, wo sie außerdem in Physik promoviert.

Angela Aiden wurde 1987 südlich von München geboren und lebt heute zusammen mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf nahe ihres Geburtsorts. Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr schreibt sie Romane. Dabei liegen ihr Fantasy- und Liebesgeschichten ganz besonders am Herzen. Abseits ihres größten Hobbys, des Schreibens, verdient Angela Aiden ihren Lebensunterhalt als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität, wo sie außerdem in Physik promoviert.



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