E-Book, Deutsch, 496 Seiten
Reihe: ONE
Aimée Royal Scandal - A Crown to Kill for
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-6163-5
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Spannende YA in royalem Setting von Animox-Autorin Aimée Carter
E-Book, Deutsch, 496 Seiten
Reihe: ONE
ISBN: 978-3-7517-6163-5
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Königsfamilie in tödlicher Gefahr
Die 18-jährige Evan hat sich beinahe an die schlechte Presse über sie gewöhnt. Immerhin ist gerade erst bekannt geworden, dass sie die uneheliche Tochter des britischen Königs ist - da sind reißerische Schlagzeilen erst der Anfang. Doch das ist nicht ihr einziges Problem: Während immer mehr Informationen über sie an die Öffentlichkeit durchsickern, erhält Evan mysteriöse Drohungen. Und als es zu einem Mordanschlag auf sie und ihre Familie kommt, eskaliert die Lage vollends. Verdächtige gibt es offiziell keine, doch Evan ist sicher, dass die verantwortliche Person nicht irgendwer ist - und dass sie sich mit ihr zusammen im Palast befindet ...
Band 2 der aufregenden Reihe mit glamourösem Setting in der Welt der Royals
Übersetzt von Svantje Volkens
Aimée Carterist preisgekrönte Autorin von mehr als einem Dutzend Büchern. Mit der KinderbuchreiheANIMOXeroberte sie die Bestsellerlisten im Sturm.ROYAL SCANDAList der zweite Band einer königlichen YA-Reihe, die in deutscher Übersetzung bei ONE erscheint.
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1. KAPITEL
Wir vom Regal Record hoffen, dass ihr dieses Jahr brav wart, denn es sieht so aus, als hätte sich der Weihnachtsmann diesmal für uns extra beeilt.
Trotz der Gerüchte, denen zufolge es wegen eines überraschenden Schneesturms auf der anderen Seite des Atlantiks abgesagt werden müsse, gibt die notorisch ungezogene britische Königsfamilie heute Abend ein Staatsbankett für die Präsidentin der Vereinigten Staaten, Hope Park – und es verspricht jetzt schon, das absolute Chaos zu werden.
Unter normalen Umständen wäre dieser Staatsbesuch bemerkenswert, weil Präsidentin Park sowohl das erste weibliche als auch das erste asiatisch-amerikanische Staatsoberhaupt der USA ist. Aber genau wie alle anderen wichtigen Ereignisse in letzter Zeit wurde auch diese historische Errungenschaft von der jüngsten Aufnahme in den königlichen Stammbaum der Familie Windsor überschattet.
Ihr habt richtig gelesen: Evangeline Bright, die uneheliche, US-amerikanische Tochter des Königs, nimmt heute Abend an dem Bankett teil. Und angesichts ihrer bisherigen Heldentaten gehen wir stark davon aus, dass sie sich irgendetwas furchtbar Ungeschicktes einfallen lassen wird, um denjenigen, die sich ihren Platz am königlichen Tisch tatsächlich verdient haben, die Schau – und die Schlagzeilen – zu stehlen.
Fünfeinhalb Monate sind nun seit dem geschmacklosen und geradezu explosiven Interview bei BBC One vergangen, in dem E über ihr eigenes unanständiges Benehmen sprach, das zum Tod von Jasper Cunningham führte (für den sie, dank einer internen Absprache zwischen Scotland Yard und dem persönlichen Anwaltsteam des Königs, freigesprochen wurde), und seither hält der Palast es für angebracht, sie bei jeder Gelegenheit dem britischen Volk aufzuzwingen. Krankenhauseröffnungen, Wohltätigkeitsveranstaltungen, selbst Ausflüge, die normalerweise der königlichen Familie vorbehalten sind – Evangeline hat sich fröhlich allem angeschlossen, was wiederum zu einer langen Liste von Fehltritten und Patzern geführt hat. Doch trotz der Anstrengungen des Palastes, sie uns schmackhaft zu machen, wird es immer deutlicher, dass auch noch so viel Unterricht über Etikette und den Umgang mit den Medien diesen amerikanischen Frosch nie zu einer Prinzessin machen wird.
Wie viel länger kann der bereits angeschlagene Ruf der Königsfamilie der Bright-Pest noch standhalten? Während wir auf die Folgen des heutigen Staatsbanketts und von Evangelines unvermeidlichen Indiskretionen warten, können wir vom Regal Record uns nur abermals entschuldigen: Dadurch, dass wir vergangenen Sommer Evangelines Identität enthüllt haben, haben wir eine Lawine aus Chaos und Ärgernissen nicht nur für das gesamte Land, sondern auch für die ganze Welt losgetreten. Man muss zu seinen Fehlern stehen, und so bereuen wir zutiefst unseren Anteil an diesem königlichen Fiasko.
Hoffen wir, dass heute Abend nicht noch mehr Menschen ums Leben kommen.
The Regal Record, 18. Dezember 2023
»Ich bin mir bewusst, dass rechtzeitig zu kommen für dich keine Priorität hat«, knurrt Tibby, die aussieht, als wäre sie drauf und dran, ihr Handy nach meiner Tiara zu werfen. »Aber könntest du wenigstens so tun, als würde es dich interessieren, dass ich meinen verdammten Job verlieren könnte?«
Ich stehe an die Wand der langen Empore im Schloss Windsor gelehnt und versuche, den Kopf gerade zu halten, während ich an dem Riemen eines meiner Stilettos herumfummele. Mein Kleid macht das nicht gerade einfacher, und als ich den Fuß wieder abstelle, bleibt der Absatz daran hängen. Beinahe wäre der schimmernde weinrote Stoff eingerissen.
»Es liegt an meinem Schuh«, murmele ich und löse den Saum des Kleides vom Absatz. »Einer von den Riemen ist lose.«
Tibby zieht eine Augenbraue hoch, als ich vorsichtig auftrete.
Trotz eines unendlich langen Tages, der mit belanglosen Terminen und Last-Minute-Anproben gefüllt war, sitzt die Kurzhaarfrisur von Lady Tabitha Finch-Parker-Covington-Boyle immer noch perfekt, und auf ihrem maßgeschneiderten grauen Kleid ist keine Fluse zu sehen. Zu unserer beider Leidwesen hat diese Superkraft in den sechs Monaten, die sie bereits meine persönliche Sekretärin/Babysitterin ist, noch nicht auf mich abgefärbt, und niemanden kränkt die Tatsache, dass ich nicht über Nacht eine komplett neue Persönlichkeit entwickelt habe, mehr als Tibby.
»Ist mir egal, ob die Hacke abgebrochen ist und du auf Zehenspitzen laufen musst«, zischt sie. »Wir können nicht zu spät kommen, Evan.«
»Wir kommen nicht zu spät.« Als ich meinen Marsch den Korridor entlang fortsetze, jetzt mit einem merklich unebenen Gang, werfe ich einen Blick durch das nächstgelegene Fenster auf den dunklen Innenhof. Eine Schlange aus Luxusautos zieht sich bis zum gegenüberliegenden Flügel von Schloss Windsor, und königliche Bedienstete halten Regenschirme hoch, als die Abendgäste aus ihren Fahrzeugen in den Dezemberregen steigen. »Okay, wir sind ein bisschen zu spät dran, aber …«
»Ein ›bisschen‹ zu spät gibt es nicht«, unterbricht mich Tibby. »Wenn Seine Majestät bemerkt, dass du fehlst, steht mein Kopf auf dem Spiel, nicht deiner.«
»Er ist viel zu beschäftigt mit der Präsidentin, um das zu bemerken. Und außerdem werde ich für die Fotos gar nicht gebraucht, ich eskortiere niemanden in den Palast.«
»Ein unverzeihliches Versäumnis«, schnauft Tibby genervt, als wäre das auch irgendwie meine Schuld. »Du bist die Tochter Seiner Majestät, und du bist Amerikanerin. Du solltest an der Prozession teilnehmen, vorzugsweise am Arm eines Familienmitglieds der Präsidentin. Deine Abwesenheit wird nur eine neue Welle von Gerüchten in der Presse auslösen.«
»Ich löse schon Gerüchte aus, wenn ich nur atme«, wende ich ein. »Außerdem wäre es eine Beleidigung, mich jemand Wichtigem zur Seite zu stellen.«
Tibby rümpft die Nase. »Unehelich hin oder her, du hast trotzdem königliches Blut.«
»Was der einzige Grund ist, weshalb ich überhaupt Teil dieser Veranstaltung bin«, sage ich. »Das und die Tatsache, dass das Universum einen absolut schrecklichen Sinn für Humor hat.«
Als wir um die Ecke biegen und an den Privatgemächern der königlichen Familie vorbeikommen, brennt mir die Kopfhaut. Ich will die Königin-Florence-Tiara zurechtrücken, die an meiner geflochtenen Hochsteckfrisur befestigt ist, aber bevor meine Finger den glitzernden Kopfschmuck auch nur streifen können, gibt Tibby mir einen Klaps auf die Hand.
»Wag es ja nicht«, ermahnt sie mich, nachdrücklicher als sonst. »Kannst du dir die Schlagzeilen vorstellen, wenn dir vor der Royal Rota die Tiara vom Kopf fällt? Allein schon die Metapher …«
»Die Haarklammern piksen«, jammere ich. »Ich glaube, meine Kopfhaut blutet.«
»Ignorier sie. Das Bankett dauert nicht länger als drei oder vier Stunden.«
»Drei oder vier …« Ich starre sie ungläubig an. »Habt ihr hier denn noch nie von den Genfer Konventionen gehört?«
»Du bist Mitglied der Königsfamilie, Darling«, sagt sie in dem abschätzigen Tonfall, den sie immer benutzt, wenn ich mich beschwere. »Für die gelten die Genfer Konventionen nicht.«
Ich will protestieren, aber bevor ich auch nur eine Silbe herausbekomme, wirbelt Tibby zu mir herum, und ich bleibe stolpernd stehen.
»Ich weiß, dass es unangenehm ist, Evan.« Ihre Stimme ist leise, und sie spricht sehr hastig. »Ich weiß, dass du lieber nicht stundenlang herumsitzen würdest, um dabei zuzuhören, wie Politikerinnen und Politiker sich voreinander aufplustern. Aber das ist der Preis, den du dafür bezahlst, dass du ein Mitglied der Königsfamilie bist. Das ist der Preis, den du dafür bezahlst, dass du in einem Schloss mit Hunderten von Bediensteten lebst, die dir jeden Wunsch erfüllen. Du hast alles, was du jemals brauchen könntest, jede Möglichkeit, die du dir erträumst, und du bist einer der berühmtesten Menschen der Welt. Du bist auf eine Art privilegiert, die nur verdammt wenigen zuteilwird, und wenn du mir noch einmal vorjammerst, wie unbequem deine Designerschuhe und dein maßgeschneidertes Kleid und deine unbezahlbare Tiara sind, dann erwürge ich dich.«
Einen langen Moment starren wir uns schweigend an. Sie hat recht, natürlich hat sie das, und ich hasse es, dass ich mich noch vor sechs Monaten selbst erwürgt hätte, wenn ich mich so benommen hätte.
»Sorry«, murmele ich, und Hitze schießt mir in die Wangen. »Ich glaube, ich verbringe zu viel Zeit mit Maisie.«
»Die Fehler Ihrer Majestät sind keine Entschuldigung für deine eigenen«, gibt Tibby hochnäsig zurück, aber sie tritt endlich einen Schritt zur Seite, und wir gehen weiter den Flur entlang zu den Prunkgemächern. »Die Leute beobachten dich, Evan, und sie verdienen mehr als eine zweite undankbare Göre. Besonders, da du ihnen Hoffnung gibst, dass ihr Leben auch ein Märchen werden könnte.«
Ich schnaube. »Eines Mordes beschuldigt zu werden und dabei zuzusehen, wie all meine Geheimnisse vor der ganzen Welt preisgegeben werden, gilt jetzt als Märchen?«
»Hast du nicht die Gebrüder Grimm gelesen?«, fragt Tibby. »Mord gehört praktisch zu einer guten Geschichte dazu. Wenn wir auch nur den Hauch einer Chance haben wollen, noch rechtzeitig zu kommen, müssen wir hier entlang.«
Sie führt mich in die Privatkapelle der Königsfamilie. Das ist bestimmt ein Sakrileg, aber offenbar ist die einzige Sünde, um die Tibby sich gerade sorgt, das Zuspätkommen. Sie läuft jetzt so schnell, dass ich...




