Aldridge | Mach die Härte des Lebens zu deiner Hängematte | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Aldridge Mach die Härte des Lebens zu deiner Hängematte

43 ausgefallene, wunderbare und nützliche Wege zu mehr Resilienz und einem starken Mindset
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96092-958-1
Verlag: FinanzBuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

43 ausgefallene, wunderbare und nützliche Wege zu mehr Resilienz und einem starken Mindset

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-96092-958-1
Verlag: FinanzBuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als lähmende Angstzustände und Panikattacken seinen Alltag mehr und mehr beeinträchtigten, beschloss Ben Aldridge, sich ein Jahr lang den verrücktesten und wunderbarsten Herausforderungen zu stellen, um seine Ängste zu überwinden: Eiskalt duschen, Insekten essen, Marathon laufen, an ungewöhnlichen Orten schlafen, das Erlernen einer neuen Sprache in Rekordzeit und das Lösen des Rubik-Würfels in weniger als einer Minute sind nur einige der Methoden, mit denen er seinen Körper und seinen Geist erfolgreich dazu brachte, mehr zu lernen, mehr auszuhalten und mehr zu erreichen. In diesem Buch erzählt Aldridge, wie er durch das bewusste Verlassen seiner Komfortzone und das Aushalten von Schwierigkeiten sein Leben komplett verändern konnte. Und er zeigt, wie jeder diese praktische Methode der Selbstentwicklung übernehmen und eigene Ängste oder selbst auferlegte Grenzen überwinden kann, um (wieder) ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dieses Buch ist vollgepackt mit nützlichen Tipps und Tricks und enthält zudem wertvolle Hinweise aus Stoizismus, Buddhismus und Kognitiver Verhaltenstherapie. Es ermutigt alle dazu, Widrigkeiten anzunehmen, neue Denkweisen zu entwickeln und stark und widerstandsfähig im Leben zu stehen.

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EINLEITUNG


Im »Caesars Palace Hotel« zu liegen mit der panischen Angst, gerade einen Herzinfarkt zu erleiden, war nicht gerade das, was ich mir für meinen Urlaub vorgestellt hatte. Schon gar nicht in Las Vegas. Zum gefühlt hundertsten Mal innerhalb von zwei Wochen dachte ich, ich würde gleich sterben. Mein Herz raste, mein Körper zitterte und ich schwitzte, als gäbe es kein Morgen. Das Schlimmste aber war die Angst. Die Angst war so greifbar und überwältigend, dass es sich anfühlte, als würde mein Kopf explodieren. Das Adrenalin schoss mir durch den Körper und ich konnte nicht klar denken. Meine Freundin Helen saß neben mir. Sie versuchte alles, um mich zu beruhigen, aber ich hatte Mühe, ihre Worte zu verstehen. Ich war praktisch unfähig, irgendetwas zu erkennen. Ich hatte das Gefühl, die Außenwelt um mich herum würde immer kleiner, während ich auf unserem absurd riesigen Bett lag. Ich starrte an die Decke und schloss meine Augen. Was war mit mir geschehen? Was war hier los?

Helen und ich waren in den vorangegangenen zwei Wochen von San Francisco nach Las Vegas gefahren mit der Idee, einen »entspannten« und »vergnüglichen« Urlaub in den Staaten zu verbringen. Doch mir war es gründlich gelungen, diesen Plan zu vereiteln – wenn auch ohne Absicht. Scheinbar aus heiterem Himmel wurde ich von einem Ansturm heftiger Symptome heimgesucht. Zuerst vermutete ich, es sei der Jetlag, aber es wollte einfach nicht besser werden. Sobald wir in den Staaten gelandet waren, ging es los – eine Mischung aus Übelkeit, Herzklopfen und Anflügen von Schüttelfrost. Hinzu kam ein unterschwelliges, mulmiges Gefühl der Angst, das nie verschwand. Zeitweise war es so schlimm, dass ich dachte, ich würde gleich zusammenbrechen. Diese Zustände überkamen mich in Wellen und ließen mich völlig ausgelaugt und erschöpft zurück. Ich verstand nicht, was da mit mir geschah, und ich hatte wirklich Angst.

Unsere gesamte Rundreise war von diesen Episoden geprägt; oft waren es ganz normale Sachen, die meine Symptome verstärkten. Zu Beginn des Urlaubs wohnten wir in San Franciscos »Tenderloin«-Distrikt. In diesem berüchtigten Viertel gab es eine Menge Drogendealer und Junkies. Der Aufenthalt dort ließ meinen Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen. Jedes Mal, wenn wir das Hotel verließen, wurde uns geraten, einen großen Bogen um bestimmte Straßen zu machen. Die Gestalten, die sich in der Nachbarschaft herumtrieben, wirkten einschüchternd. Also klar, dass du dich unwohl fühlst, wenn direkt neben deinem Hotel Leute im Drogen- oder Alkoholrausch bewusstlos auf dem Boden liegen und andere aggressiv herumpöbeln. Aber in meinem Fall löste das extreme Stressreaktionen aus und meine Symptome wurden immer schlimmer.

Ein anderes Mal musste ich in L.A. auf einer achtspurigen Schnellstraße fahren, was mich total überforderte. Normalerweise wäre ich mit so etwas gut zurechtgekommen, aber diesmal hatte ich wirklich Mühe, die Ruhe zu bewahren.

Ich fühlte mich komplett hilflos und fand das ganze Erlebnis unerträglich. Ich dachte allen Ernstes, dass ich einen Unfall bauen würde und das Flammenmeer meines explodierenden Autos alle Menschen in der Nähe mit in den Tod reißen würde. In meinem Kopf spielte ich gegen meinen Willen die extremsten Szenarien durch und ich wusste nicht, was ich dagegen unternehmen sollte.

Eines Tages fuhr ich mit unserem Mietwagen in der Wüste von Arizona mitten in einen Gewittersturm. Es sah wirklich so aus, als würde die Welt untergehen, als das Gewitter den Horizont mit einem schwarzen Vorhang aus Wolken und Blitzen überzog. Das Unwetter lag genau über der Straße – als wollte es uns herausfordern. Es gab keine Ausfahrten auf dem Highway und nichts, wo wir hätten wenden können. Die einzige Möglichkeit war, direkt in das Auge des Sturms zu fahren. Furchteinflößend? Absolut.

Da ich in Großbritannien aufgewachsen bin, war ich auf die Heftigkeit amerikanischer Stürme nicht vorbereitet. Als sich das Auto dem Zentrum des Sturms näherte, fuhren wir in den strömenden Regen hinein. Die Scheibenwischer konnten nicht mehr mithalten und es war kaum noch etwas zu erkennen. Ich war ein nervöses, angespannt zitterndes Wrack. Zu allem Übel schlugen überall um uns herum Blitze ein. Mehrmals pro Minute erhellten riesige Blitze den gesamten Himmel. Das ganze Auto vibrierte und wir konnten die statische Elektrizität in der Luft spüren. Die Härchen auf meinen Armen stellten sich auf, als wir durch das Gewitter fuhren. So etwas hatte ich noch nie in meinem Leben erlebt und ich war völlig verängstigt.

Als wir endlich das Ende des Sturmtiefs erreicht hatten und der Himmel aufklarte, jauchzte ich vor Freude. Die Intensität des Moments war sehr real und das Adrenalin, das durch meinen Körper schoss, ließ meine Hände wieder zittern. Die Erleichterung war jedoch nur von kurzer Dauer und meine unterschwellige Angst kehrte schnell zurück.

In jener Nacht konnte ich nicht schlafen und spürte, wie meine Symptome schlimmer wurden. Die Angst schien allgegenwärtig zu sein und ich war von all dem völlig verunsichert. Helen hatte mehrmals die Vermutung geäußert, dass es vielleicht meine Psyche war, die diese Probleme verursachte, aber ich wollte diesen Gedanken nicht eine Sekunde lang zulassen. Wie konnte meine Psyche solche Reaktionen in meinem Körper hervorrufen? Ich war überzeugt davon, dass es sich um eine rein körperliche Angelegenheit handelte und dass ich mich im Flugzeug mit irgendetwas angesteckt hatte. Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass mit meiner Psyche alles in Ordnung war … aber irgendetwas stimmte nicht.

Die Reise endete in Las Vegas, wo ich am Ende das Hotelzimmer gar nicht mehr verlassen wollte. Der Urlaub war nicht das tolle Abenteuer, das er hätte sein sollen, und ich wollte nur noch weg, nach Hause. Ich war überzeugt davon, dass es mir gut gehen würde, sobald ich wieder in London wäre. Aber da lag ich falsch.

Nach meiner Rückkehr nach Großbritannien wurde es immer schlimmer. Ich wurde mitten in der Nacht vom Herzrasen geweckt, das Blut schoss mir wie wild durch die Adern. In unregelmäßigen Abständen wachte ich mehrmals pro Nacht in totaler Panik auf, an erholsamen Schlaf war nicht mehr zu denken. Das starke Herzklopfen wurde mein ständiger Begleiter, mir war andauernd übel und ich sah sehr blass aus. Ich traute mich nicht mehr aus dem Haus und war kontinuierlich angespannt. Die ganze Zeit drinnen zu bleiben, half mir jedoch auch nicht weiter und ich spürte, wie meine Welt zu schrumpfen begann.

Meine Eltern waren mit Helen einer Meinung und vermuteten, dass ich mich vielleicht in diese wahnsinnigen Zustände hineinsteigerte. Sie versuchten sanft zu suggerieren, dass die Ursache vielleicht psychischer Natur sei … Ich aber war immer noch davon überzeugt, dass dies nicht der Fall sei.

Ich gehe nicht gerne zum Arzt (wer tut das schon?), aber ich musste etwas an meiner Situation ändern. Ich musste herausfinden, was los war, und suchte verzweifelt nach einer Lösung. Also ließ ich mir bei meinem Hausarzt einen Notfalltermin geben, fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich dachte immer noch, ich hätte irgendeine körperliche Krankheit und war daher wirklich überrascht, als der Arzt meine Symptome als Angstzustände diagnostizierte. Für alle anderen – den Arzt, Helen und meine Eltern – muss es offensichtlich gewesen sein, aber ich sah es einfach nicht. Ich konnte es nicht. Aus irgendeinem Grund war ich unfähig zu erkennen, was los war. Vielleicht hatte ich mich so sehr davor gefürchtet, dass mit meinem Verstand etwas »nicht stimmte«, dass ich es geschafft hatte, diese Option als mögliche Ursache völlig auszuschließen. Ich glaube, das lag sowohl an Unwissenheit (ich wusste nichts über Angstzustände) als auch an der Angst, »verrückt« zu sein. Mir war nicht klar, dass die psychische Gesundheit ein so breites Spektrum an Erkrankungen umfasst. Mir war nicht klar, dass es etwas ist, das jeden zu jeder Zeit betreffen kann. Ich dachte, es gäbe nur schwarz oder weiß, und man sei entweder »in Ordnung« oder müsse in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Unwissenheit war in diesem Fall alles andere als ein Segen.

Ich brauchte eine Weile, um meine Diagnose zu verarbeiten und zu akzeptieren, dass ich unter Panikattacken und akuten Angstzuständen litt (die offizielle Diagnose des Arztes). Nachdem ich mich damit abgefunden hatte, kam ich zu einer wichtigen und verblüffenden Erkenntnis – vereinzelt hatte ich schon früher Ähnliches erlebt: Zustände, die ganz klar Panikattacken oder angstbedingte Erscheinungen gewesen waren. Ich erinnerte mich, wie ich vor vielen Jahren beim Betreten eines Flugzeugs gedacht hatte, ich würde zusammenbrechen vor Angst. Ich konnte nicht richtig atmen und begann zu hyperventilieren. Das dauerte ein paar Minuten und dann wurde es wieder besser. Ich hatte mich abgelenkt und nicht weiter darüber...




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