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Allen / Bennett / Goddard | Gute Gedanken + gute Gefühle = gute Früchte | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Reihe: tredition GmbH

Allen / Bennett / Goddard Gute Gedanken + gute Gefühle = gute Früchte


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-347-14754-6
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Reihe: tredition GmbH

ISBN: 978-3-347-14754-6
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Spirituell-praktische Texte der fünf Autoren James Allen, Arnold Bennett, Neville Goddard, Henry Thomas Hamblin und Walter C. Lanyon. James Allen zeigt auf, dass innerer Friede bei uns beginnt, und dann unweigerlich nach außen ausstrahlt. Er greift auf Einsichten aus dem Christentum, Buddhismus und Hinduismus zurück. Dieser Text ist eine wertvolle Weisheitsquelle für jeden Menschen, der an Lebensfreude, Kreativität, einem ausgeglichenen Leben und einer friedlichen Umwelt Interesse hat. Im Beitrag 'Wie man mit 24 Stunden pro Tag auskommt' richtet sich Arnold Bennett vor allem an Büroarbeiter, die seit der Industriellen Revolution immer häufiger wurden. Er ging davon aus, dass der typische Angestellte 40 Stunden pro Woche mit einer Arbeit verbringe, die ihm keinen Spaß mache oder die er sogar verabscheue. Der Angestellte mogle sich mit möglichst wenig Einsatz durch und sei abends dennoch zu erschöpft, um etwas Sinnvolles zu tun. Der Mystiker Neville Goddard zeigt in seinen Vortrag aus dem Jahre 1964 mehrere Fallbeispiele für die Anwendung der Vorstellungskraft zum Erreichen von Zielen auf 'Die Macht der Gedanken' (1929) von Henry Thomas Hamblin ist der vierte Text in diesem Buch. Hamblins Texte drehten sich hauptsächlich um die Allgegenwart und Allmächtigkeit Gottes, wobei die Metapher 'Gott' immer eine innere Instanz im Menschen meint. Der letzte Beitrag - 'Ein königliches Diadem' (1921) stammt von Walter C. Lanyon. Es handelt sich um zehn kürzere Texte. Es geht bei allen Texten immer darum, das wahre Selbst zu finden. Vor jedem Haupttext befindet sich eine Kurzbiografie des Autors.

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Kapitel 2
Selbst und Wahrheit im Widerstreit

Auf dem Schlachtfeld der menschlichen Seele streiten zwei Herren ständig um die Krone der Vorherrschaft, um die Beherrschung der Seele:

- der Gebieter des Selbst, auch „Fürst dieser Welt“ genannt

- und der Meister der Wahrheit, auch „Gottvater“ genannt.

Der Gebieter des Selbst ist jener rebellische Herr, dessen Waffenkoffer Zorn, Stolz, Gier, Eitelkeit, Eigensinn und Gerätschaften der Finsternis enthält.

Der Gebieter der Wahrheit ist der Sanfte und Demütige, dessen Waffen Güte, Geduld, Reinheit, Opfer, Bescheidenheit, Liebe und Licht heißen.

Dieser Wettkampf findet in jeder Seele statt, und der Soldat kann nicht in zwei sich gegenüberstehenden Armeen gleichzeitig dienen. Deshalb steht jedes Herz entweder aufseiten des Selbst oder aufseiten der Wahrheit. Halbe Sachen gibt es hier nicht.

„Es gibt das Selbst und es gibt die Wahrheit. Wo das Selbst ist, ist die Wahrheit fern; wo die Wahrheit ist, ist das Selbst fern“. So sprach Buddha.

Und Jesus, der manifestierte Christus, erklärte: „Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen.“

Die Wahrheit ist so einfach, so absolut unbeirrbar und kompromisslos, dass sie keine Unübersichtlichkeit zulässt. Modifizierungen oder Abstriche sind nicht möglich.

Das Selbst ist erfindungsreich, es windet sich, und wird von subtilen und hinterhältigen Wünschen regiert, es ist verbiegbar und trickreich, und der verblendete Anbeter des Selbst glaubt, dass er sich jeden beliebigen irdischen Wunsch erfüllen und gleichzeitig in Besitz der Wahrheit gelangen könne.

Doch der Wahrheitsliebende verehrt die Wahrheit unter Aufgabe des Selbst und schottet sich gegen die Weltlichkeit und den Eigennutz ab.

Wollen Sie die Wahrheit erkennen? Dann müssen Sie bis ins Extrem opfer- und verzichtbereit sein, denn die Wahrheit in all ihrer Herrlichkeit kann nur dann wahrgenommen und erkannt werden, wenn das letzte Überbleibsel des Selbst verschwunden ist.

Der ewige Christus erklärte: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich täglich selbst!“

Sind Sie bereit, sich zu verleugnen, auf Ihre Gelüste zu verzichten, Ihre Vorurteile abzustreifen, Ihre vorgefassten Meinungen aufzugeben?

Falls ja, können Sie den schmalen Pfad der Wahrheit betreten und werden einen Seelenfrieden erfahren, wie er der Welt verwehrt wird.

Die absolute Ablehnung, die völlige Auslöschung des Selbst, ist der vollkommene Zustand der Wahrheit; auf dem Weg zu diesem Ziel sind sämtliche Religionen und Philosophien lediglich Hilfsmittel.

Das Selbst ist die Ablehnung der Wahrheit. Die Wahrheit ist die Ablehnung des Selbst.

Wenn Sie das Selbst sterben lassen, werden Sie in der Wahrheit wiedergeboren. Am Selbst festzuhalten, heißt, die Wahrheit fernzuhalten.

Solange Sie am Selbst festhalten, wird Ihr Lebensweg mit Schwierigkeiten gepflastert sein; wiederholte schmerzliche und leidvolle Erfahrungen, Enttäuschungen und Sorgen werden Ihr Los sein.

Auf dem Pfade der Wahrheit gibt es keine Schwierigkeiten; wer zur Wahrheit kommt, wird Sorgen und Enttäuschungen nicht mehr kennen.

Die Wahrheit ist weder unsichtbar noch verbirgt sie sich in der Dunkelheit. Sie wird immer geoffenbart und ist eindeutig erkennbar. Doch die Blinden und die auf Irrwegen Umherstreifenden können sie nicht sehen. Das Tageslicht verbirgt sich nur dem Blinden, und das Licht der Wahrheit verheimlicht sich nur dem, der vom Selbst geblendet wird.

Die Wahrheit ist die einzige Realität im Universum, die innere Harmonie, die völlige Gerechtigkeit, die ewige Liebe. Ihr kann nichts hinzugefügt werden, und von ihr kann nichts weggenommen werden. Sie hängt nicht von einem bestimmten Menschen ab, aber alle Menschen hängen von ihr ab.

Solange man durch die Brille des Selbst blickt, kann man die Schönheit der Wahrheit nicht erkennen. Wer eitel ist, wird alles durch die Brille seiner Eitelkeit sehen; wer lüstern ist, wird alles durch die Verzerrgläser seiner Leidenschaften sehen. Wer hochmütig und eingebildet ist, wird auf der Welt nur seine eigene Meinung gelten lassen.

Es gibt eine herausragende Eigenschaft, welche den Menschen der Wahrheit vom Menschen des Selbst unterscheidet: die Bescheidenheit. Wahre Bescheidenheit und Demut sind mehr als nur das Freisein von Eitelkeit, Engstirnigkeit und Egoismus; ein solcher Mensch misst seinen eigenen Meinungen keinerlei Wert bei.

Wer sich jedoch in das Selbst versenkt hat, hält seine Meinungen für die Wahrheit und die Anschauungen seiner Mitmenschen für Irrtümer.

Der bescheidene Wahrheitssucher, der zwischen Meinung und Wahrheit zu unterscheiden gelernt hat, blickt mit Nächstenliebe und Barmherzigkeit auf jeden Menschen und hat es nicht nötig, seine eigene Meinung gegen diejenigen der anderen zu verteidigen; es macht ihm nichts aus, seine Meinungen zu opfern, und den Geist der Wahrheit sogar noch mehr zu leben, denn die Wahrheit ist unaussprechlich und kann nur gelebt werden. Der größte Menschenfreund ist der Wahrheit am nächsten.

Menschen liefern sich erhitzte Streitgespräche und gehen irrtümlicherweise davon aus, dass sie die Wahrheit verteidigen würden, während sie in Wirklichkeit doch nur ihre kleingeistigen Interessen und vergänglichen Meinungen verfechten.

Der im Selbst gefangene Mensch fährt seine Geschütze gegen andere Menschen auf. Der Wahrheitssucher schützt sich vor bloßen Meinungen. Da die Wahrheit unwandelbar und ewig ist, steht sie über Ihren oder meinen Auffassungen. Zwar können wir sie erfassen oder auch nicht, doch sowohl unsere Verteidigung als auch unsere Angriffe gegen sie sind überflüssig und tun der Wahrheit keinen Abbruch.

In ihrem Hochmut und ihrer Überheblichkeit halten vom Selbst versklavte Menschen ihre jeweilige Religion für die Wahrheit und alle übrigen Religionen für Irrlehren und gehen mit großem missionarischen Eifer vor.

Es gibt nur eine Religion, die Religion der Wahrheit!

Es gibt nur eine Irrlehre, die Irrlehre des Selbst.

Die Wahrheit hat nichts mit einer formellen Glaubensrichtung zu tun; sie entspringt einem selbstlosen, heiligen und strebenden Herzen, und wer die Wahrheit lebt, lebt in Harmonie mit allem und sendet allem seine Liebe.

Ob Sie ein Kind der Wahrheit sind oder das Selbst anbeten, wird eine stille Prüfung Ihres Geistes, Ihres Herzens und Ihres Verhaltens rasch zutage bringen.

Widmen Sie sich Gedanken des Misstrauens, der Feindschaft, der Missgunst, der Lust, des Hochmuts – oder wehren Sie sich gegen diese?

Im ersten Fall sind Sie an das Selbst gekettet, wobei unerheblich ist, welcher Religionsgemeinschaft Sie nach außen hin angehören.

Im zweiten Fall sind Sie ein Anwärter auf die Wahrheit, selbst dann, wenn Sie keiner institutionellen Religion angehören.

Sind Sie heißblütig und eigensinnig; sind Sie nur auf Ihren eigenen Vorteil bedacht, leben ausschweifend und ichbezogen?

Oder sind Sie sanftmütig, selbstlos, einfühlsam und bedenken auch das Wohl der anderen?

Im ersten Fall ist Ihr Herr und Gebieter das Selbst; im zweiten Fall ist die Wahrheit Ihre Leitschnur.

Streben Sie nach Prunk und Gepränge? Kämpfen Sie unerbittlich um Ihre Ziele? Gelüstet es Sie nach Macht und Einfluss? Neigen Sie zur Prahlerei und zum Eigenlob?

Oder haben Sie den Hang zum Unmaß aufgegeben? Haben Sie allem Wettstreit entsagt? Sind Sie zufrieden damit, keine besondere Aufmerksamkeit zu erhalten? Sprechen Sie nicht mehr über Ihre Angelegenheiten und haben allen selbstgefälligen Hochmut abgelegt?

Im ersten Fall ist der Götze Ihres Herzens das Selbst, selbst dann, wenn Sie sich einbilden, Gott zu verehren.

Im zweiten Fall leben Sie auf der höchsten Ebene, auch dann, wenn Ihre Lippen keine formellen Gebete formen.

Die Zeichen, die den Wahrheitssucher auszeichnen, sind unverkennbar. In den spirituellen Gedichten der Bhagavad Gita4 können wir lesen:

„Furchtlosigkeit, Reinheit des Herzens, Beständigkeit im Wissen, Mildtätigkeit, Sinnesbeherrschung, Opfer, Studium der Schriften,

Enthaltsamkeit und Redlichkeit, Gewaltlosigkeit, Geduld, Gelassenheit, Urteilslosigkeit, Mitgefühl, Freundlichkeit, Bescheidenheit und Entschlossenheit, Nachsicht. Freisein von Begierde und Zorn, von Neid und Eitelkeit. Dies sind die Eigenschaften von Menschen, die sich mit dem Göttlichen verbunden haben.“

Wenn der auf den Irrwegen der Verfehlungen und des Selbst wandelnde Mensch seine „himmlische Geburt“, den Zustand der Heiligkeit und Wahrheit, vergessen hat, legt er sich künstliche, vom Menschen gemachte Normen zurecht, anhand derer er seine Mitmenschen verurteilt oder akzeptiert. Er bastelt sich seine eigene Theologie zurecht und treibt die Menschen auf diese Weise auseinander. Die Folge sind nicht enden wollende Wettstreitigkeiten und Feindschaften, Sorgen und Leid.

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