Allen / Martin | Historical Saison Band 36 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0036, 384 Seiten

Reihe: Historical Saison

Allen / Martin Historical Saison Band 36


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6564-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0036, 384 Seiten

Reihe: Historical Saison

ISBN: 978-3-7337-6564-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



SKANDALÖSE FRÜHLINGSKÜSSE von ALLEN, LOUISE
In glühender Umarmung mit einem Wildfremden - inmitten des Londoner Hafens: Was für ein Skandal, wenn jemand Phyllida so sehen würde! Aber es kommt noch schlimmer. Auf dem nächsten Ball steht sie dem schönen Fremden unvermittelt gegenüber. Und seine sehnsuchtsvollen Blicke erwecken ein verbotenes Verlangen in ihr ...
MEIN VERFÜHRERISCHER LORD von MARTIN, LAURA
Elegante Bälle statt enger Gefängniszelle: Seit Lord Fleetwood sie aus ihrem unverschuldeten Elend befreit hat, wendet sich Louisas Leben zum Guten! Prunkvolle Empfänge, Gentlemen, die sie umschwärmen - dennoch gehört ihr Herz nur Lord Fleetwood. Doch warum bleibt ihr heißgeliebter Retter bloß so unerklärlich kühl?



Louise Allen lebt mit ihrem Mann - für sie das perfekte Vorbild für einen romantischen Helden - in einem Cottage im englischen Norfolk. Sie hat Geografie und Archäologie studiert, was ihr beim Schreiben ihrer historischen Liebesromane durchaus nützlich ist.

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1. KAPITEL

3. März 1816 – im Hafen von London

Das Wasser ist grau, wie alle sagten.“ Ashe Herriard lehnte sich über die Reling und betrachtete das breite Band der Themse aus zusammengekniffenen Augen. Winzige Boote und riesige Schoner, neben denen selbst ihr Viermaster klein wirkte, drängten sich dicht an dicht auf dem Fluss. „Ich wusste gar nicht, dass es so viele Grautöne gibt. Und Braun, Beige und Grün. Aber das Grau überwiegt.“

Er hatte erwartet, London abscheulich und fremdartig zu finden, aber nun kam es ihm alt, wohlhabend und seltsam vertraut vor, obwohl er aus tiefstem Herzen der Stadt und all dem, was sie repräsentierte, zu grollen versuchte.

„Allerdings regnet es nicht, obwohl Mrs. Mackenzie behauptet hat, dass es hier immerzu regnet.“ Sara stellte sich, eingewickelt in einen dicken Umhang, neben ihn. Ihre Zähne klapperten vor Kälte, trotzdem klang sie fröhlich und aufgeregt. Sie deutete nach vorn. „Schau, es gibt sogar eine Festung.“

„Das ist der Tower of London“, erklärte Ashe. „Wie du siehst, sind mir unsere Lektionen im Gedächtnis geblieben.“

„Ich bin beeindruckt, Bruderherz.“ Sie zwinkerte ihm zu, doch als sie den Blick nach rechts schweifen ließ, trübte sich ihre Miene. „Mata hält sich tapfer.“

Ashe folgte ihrem Blick. „Weil sie lächelt, meinst du? Wie es scheint, geben sie sich beide tapfer.“ Ihr Vater hielt ihre Mutter im Arm, was nicht ungewöhnlich war. Sie stellten ihre Zuneigung, selbst nach den Maßstäben der etwas unkonventionelleren Gesellschaft in Kalkutta, oft unverhohlen offen zur Schau. Allerdings kannte er seinen Vater gut und wusste, was die gelassene Miene und die fest zusammengepressten Lippen bedeuteten: Der Marquess of Eldonstone wappnete sich für einen Kampf.

Auch wenn der Kampf bloß in seinem Kopf stattfand – gegen die Erinnerungen an ein Land, das er vor über vierzig Jahren verlassen hatte –, war er durchaus real. Mit seinem Vater zerstritten und verheiratet mit einer Halbinderin, die entsetzt war, als sie herausfand, dass ihr Mann einen englischen Adelstitel erben würde und eines Tages nach England zurückkehren musste, hatte Colonel Nicholas Herriard seine Rückkehr bis zum letzten Moment hinausgezögert. Nun, als Marquess, konnte er jedoch keinen diplomatischen Dienst in der East India Company mehr leisten, und er hatte nach England zurückkehren müssen, um dort seine Pflicht zu erfüllen.

Ebenso wie ich, dachte Ashe, während er zu seinem Vater schlenderte. Er würde alles tun, um seinen Eltern die Bürde ein wenig zu erleichtern, selbst wenn er sich dazu in diese fremdartige Spezies – einen perfekten englischen Gentleman – verwandeln musste. „Ich gehe mit Perrott von Bord und sehe nach, ob Tompkins schon hier ist.“

„Danke. Ich möchte nicht, dass deine Mutter und Schwester am Kai warten müssen.“ Sein Vater deutete zum Kai. „Gib mir von dort ein Zeichen, sobald die Kutsche angekommen ist.“

„Gut.“ Ashe machte sich auf die Suche nach einem Matrosen, der ihn an Land hinüberruderte. Ein neues Land, ein neues Schicksal, eine neue Welt, sagte er sich. Und ein neuer Kampf. Immerhin wollten neue Welten erst erobert werden. Die Erinnerung an die Hitze und das bunte, quirlige Leben im Palast von Kalatwah erschien ihm bereits wie ein ferner Traum, der sich ihm immer mehr entzog; sogar sein Kummer und die Schuldgefühle verblassten bereits. Reshmi, dachte er und verbannte ihr Bild mit beinah körperlicher Anstrengung in den hintersten Winkel seines Gedächtnisses. Nichts, nicht einmal Liebe, konnte die Toten zurückbringen.

Es muss doch auch vertrauenswürdige, verlässliche und rücksichtsvolle Männer geben, dachte Phyllida, als sie aus der engen Gasse trat und den Blick über den geschäftigen Kai schweifen ließ. Leider gehört mein lieber Bruder nicht dazu. Was keine Überraschung war, da auch ihr Vater kein zuverlässiger Mann gewesen war und außer Kartenspiel, Frauen und Alkohol kaum etwas anderes im Kopf gehabt hatte.

Gregory war nun schon seit vierundzwanzig Stunden mit dem Geld für die Miete verschwunden. Von seinen Freunden hatte sie erfahren, dass ihr Bruder irgendwo zwischen dem Tower und der London Bridge eine neue Spielhölle entdeckt hatte.

Ein Zupfen an ihren Schnürsenkeln weckte ihre Aufmerksamkeit. In Erwartung einer Katze blickte Phyllida nach unten – direkt in die schwarzen Knopfaugen einer der größten Krähen, die sie je gesehen hatte. Es könnte auch ein Rabe aus dem Tower sein, überlegte sie. Nein, der Kopf des Vogels war grau und sein Schnabel riesig. Das war ganz bestimmt kein Rabe. Das Tier warf ihr einen beleidigten Blick zu und zupfte erneut an ihren Schnürsenkeln.

„Geh weg!“ Phyllida zog den Fuß zurück. Der Vogel wich zurück und wandte sich ihrem anderen Fuß zu.

„Luzifer, lass die Dame in Ruhe.“ Der Vogel krächzte unwirsch, flatterte auf und setzte sich auf die Schulter eines großen Mannes, der wie aus dem Nichts vor ihr aufgetaucht war. „Bitte entschuldigen Sie. Er ist fasziniert von Schnürsenkeln, Seilen … eben allem, was lang und schmal ist. Nur bei Schlangen führt er sich leider wie ein Angsthase auf.“

Phyllida fand ihre Stimme wieder. „Die kommen in London zum Glück eher selten vor.“ Wo war dieser attraktive, exotisch wirkende Mann mit dem umwerfenden Lächeln plötzlich hergekommen? Sie ließ den Blick über sein dichtes braunes Haar und die gerade Nase zu den grünen Augen schweifen, mit denen er sie aufmerksam musterte. Seine Haut war golden gebräunt – und das im März? Nein, es schien seine natürliche Hautfarbe zu sein. Es hätte sie nicht überrascht, wenn sie Schwefelgeruch wahrgenommen hätte.

„So sagte man mir.“ Er hob den Arm, und der Vogel schwang sich in die Luft. „Mach dich auf die Suche nach Sara, du gefiederte Plage. Er flucht, wenn er in einen Käfig gesteckt wird“, fügte er hinzu, während der Vogel zu den Schiffen im Hafen hinüberflog. „Vermutlich bleibt mir aber keine andere Wahl, sonst wird er noch die Raben im Tower zu allerlei Unheil anstiften. Es sei denn, sie sind nur eine Legende?“

„Nein, es gibt sie wirklich.“ Der Mann war gut gekleidet, und zwar in einer höchst unenglischen Weise. Er trug einen schweren schwarzen Mantel mit grünen Aufschlägen, zwei Nuancen dunkler als seine Augen, eine reich bestickte Brokatweste und ein schneeweißes Seidenhemd. „Ich muss doch sehr bitten, Sir!“, rief sie empört.

Ungeachtet des schmutzigen Bodens war er auf ein Knie gesunken und band ihr die Schnürsenkel, sodass sie sehen konnte, dass seine unmodisch schulterlangen Haare im Nacken von einem Band zusammengehalten wurden. „Was ist?“ Fragend sah er zu ihr auf, ein belustigtes Funkeln in den grünen Augen. Er wusste ganz genau, was sie störte.

„Sie berühren meinen Fuß, Sir!“

Der Gentleman band rasch eine Schleife und erhob sich. „Es ist schwierig, einen Schnürsenkel zu binden, ohne den Schuh zu berühren, fürchte ich. Warum weichen Sie zurück? Keine Angst. Ich versichere Ihnen, dass Luzifer und ich Ihr Schuhwerk zukünftig in Ruhe lassen werden.“ Sein Lächeln deutete jedoch an, dass er es auf etwas anderes abgesehen haben könnte.

Phyllida wich einen weiteren Schritt zurück, aber nicht, weil er ihren Knöchel berührt oder sie aus der Fassung gebracht hatte, sondern weil Harry Buck, Wappingtons berüchtigtster Schurke, auf sie zu schlenderte. Einer seiner Schläger folgte ihm. Mit flauem Gefühl im Magen sah sie sich nach einem Versteck um. Zwar lag ihre letzte Begegnung schon einige Zeit zurück, aber falls er sich an sie erinnerte …

„Ich bin nicht wegen Ihnen, sondern wegen ihm zurückgewichen.“ Sie deutete mit dem Kopf zu Buck. „Ich möchte diesem Mann lieber nicht begegnen.“ Der Atem stockte ihr in der Kehle. „Aber er kommt in unsere Richtung.“ Davonlaufen kam nicht infrage. Das wäre so, als würde sie einer Katze ein Wollknäuel zuwerfen. Buck würde ihr aus reiner Neugier hinterherlaufen. Unglücklicherweise trug sie nicht einmal einen breitkrempigen Hut, unter dem sie ihr Gesicht verbergen konnte. Wie dumm, einfach so in sein Revier zu laufen, ohne Verkleidung und unvorbereitet.

„In diesem Fall sollten wir nähere Bekanntschaft schließen.“ Der exotische Fremde trat einen Schritt vor, drückte sie an die Wand und hob einen Arm, um sie vor Blicken vom Kai zu schützen. Dann beugte er den Kopf.

„Was haben Sie vor?“

„Ich will Sie küssen“, sagte er. Und das tat er auch. Mit der freien Hand drückte er sie gegen seinen breiten, gestählten Körper, während er sie mit seinen grünen Augen frech anfunkelte und mit dem Mund ihren entrüsteten Aufschrei erstickte.

Hinter ihnen näherten sich schwere Schritte, gleich darauf blendeten große Gestalten die Sonne aus und versperrten den Eingang zu der schmalen Gasse. Eine raue Stimme rief: „Das ist mein Revier, Kumpel, also ist das wohl eins meiner Mädchen, und du schuldest mir was.“ Eins meiner Mädchen. Oh Gott. Ich darf nicht ohnmächtig werden, nicht jetzt.

Der Mann hob den Kopf und drückte ihren gleichzeitig an sein weiches Hemd, um ihr Gesicht zu verbergen. „Ich habe sie mir mitgebracht, und ich teile nicht. Außerdem habe ich nicht vor, für ein bisschen Spaß im Bett zu bezahlen.“ Phyllida hörte, wie Bucks Schläger auflachte. Ihr Beschützer klang selbstbewusst, amüsiert und ungefähr so sanftmütig wie ein Pitbull.

Einen Moment lang herrschte Schweigen, dann lachte Buck, das grässliche heisere Lachen, das sie auch jetzt noch...



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