E-Book, Deutsch, Band 0011, 144 Seiten
Reihe: Julia
Anderson Auf High Heels zum Glück
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-128-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0011, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-128-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
High Heels, ein kurzer Rock, ein sexy Körper ... Reihenweise verdreht die schöne Sekretärin Penny den Männern den Kopf. Doch Carter Dodds durchschaut ihr verführerisches Spiel - und beschließt, den Spieß umzudrehen. Denn was spricht schon gegen ein bisschen Spaß? Doch kaum hat der überzeugte Single eine heißen Flirt mit Penny begonnen, wilde Nächte mit ihr geteilt, ahnt er plötzlich die Verletzlichkeit hinter der Fassade des unbekümmerten Partygirls. Und als Penny ihre Affäre aus heiterem Himmel wieder beendet, kann er sie einfach nicht mehr vergessen ...
Natalie Anderson nahm die endgültigen Korrekturen ihres ersten Buches ans Bett gefesselt im Krankenhaus vor. Direkt nach einem Notfall-Kaiserschnitt, bei dem gesunde Zwillinge das Licht der Welt erblickten, brachte ihr ihr Ehemann die E-Mail von ihrem Redakteur. Dem Verleger gefielen ihre früheren Korrekturen und da es gerade einen Mangel an guten Manuskripten gab, musste sie ihre Verbesserungen innerhalb von einer Woche anfertigen. Trotz dieses knappen Zeitfensters hatte ich längst angebissen. Unter starken Schmerzmitteln und ohne den ständigen Kontakt zu meinen frisch geborenen Zwillingen schaffte ich die Revisionen rechtzeitig, sagt sie. Auch ihr Ehemann dachte, dass es eine gute Idee sei, die Sache anzugehen. Darum brachte er ihr den Laptop seines Bruders und Natalie machte sich an die Arbeit. Sie verschickte die Revisionen am Freitag. Am Montag war sie bereits wieder Zuhause und bekam endlich den heiß ersehnten Anruf: Wir wollen ihr Buch kaufen. Ernsthaft schreibt Natalie nun schon seit einigen Jahren. Aber seit sie damit angefangen hat, schreibt sie jede Nacht, nachdem ihre zwei Kinder, und jetzt auch noch ihre Zwillinge, ins Bett gegangen sind. Für ihre Romane hofft sie in der Zukunft auf weitere gute Neuigkeiten und auf eine längere Abgabefrist.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Auf zwei Minuten mehr oder weniger kam es jetzt auch nicht mehr an – sie war ohnehin schon zu spät dran, und dies hier war zu wichtig, um jetzt einfach zu gehen.
„Komm schon, Audrey“, murmelte Penny sanft. „Wir päppeln dich ein bisschen auf, hm?“ Sie verstreute etwas Pflanzendünger, legte die Packung in die oberste Schublade des Aktenschranks zurück und griff nach der Gießkanne.
„Was tun Sie da?“
Penny zuckte zusammen. Die Stimme klang so vorwurfsvoll, dass sie erschreckt herumwirbelte. Vor ihr stand ein Fremder in schwarzer Kleidung – und mit finsterem Blick. Ein großer, dunkler, mit Testosteron vollgepumpter Mann, in ihrem Büro, spät abends. Es war nicht Jed, der Wachmann, sondern ein bedrohlich wirkender Unbekannter, der sich blitzschnell auf sie zubewegte.
Instinktiv schwang Penny den Arm nach vorn.
Der Fremde fluchte, als sie ihm Wasser direkt in die Augen spritzte. Sie griff ein zweites Mal an, in der Hoffnung, mit der Gießkanne seine Schläfe zu treffen und ihn so außer Gefecht zu setzen. Doch auf halbem Weg stieß sie mit dem Arm gegen etwas Hartes, der Aufprall ließ sie bis in die Schulter erzittern. Starke Finger klammerten sich so fest um ihr Handgelenk, dass es schmerzte. Mit aller Kraft versuchte Penny, ihren Arm zu drehen und sich zu befreien. Doch sein Griff wurde nur noch fester. Sie rang nach Luft. Als ihre Finger schließlich nachgaben, glitt die Kanne aus ihrer Hand und fiel zu Boden.
Dabei ergoss sich eiskaltes Wasser über ihre Brust. Penny war so überrascht, dass sie nicht einmal schreien konnte. Sie schreckte zurück, aber der Unbekannte kam unbarmherzig näher, ihr Handgelenk noch immer eisern umklammernd. Immer weiter wich sie zurück, bis sie gegen die Schublade des Aktenschranks stieß, die laut zuknallte.
„Wer zum Teufel sind Sie und was machen Sie hier?“, fragte er und trat dabei noch einen Schritt auf sie zu.
Schock, Schmerz, Angst. Penny konnte sich nicht mehr rühren. Sie versuchte zu blinzeln, um einen klaren Blick zu bekommen und einen Fluchtweg zu finden.
Aber der Fremde rückte immer näher. „Was haben Sie mit den Akten vor?“, fragte er bedrohlich.
Der Metallschrank hinter ihr fühlte sich kalt an. Ganz im Gegensatz zu dem Furcht einflößenden Eindringling. Sogar über den Abstand zwischen ihnen konnte sie seine Hitze spüren. Seine Hand brannte auf ihr. Sie bekam keinen Ton heraus, ihre Kehle war wie zugeschnürt, und ihr Herz schien still zu stehen.
Der Fremde strich sich mit der freien Hand die Haare aus dem Gesicht und blinzelte ebenfalls – nur, dass in seinen Augen das Wasser stand, das sie ihm ins Gesicht gespritzt hatte, und nicht Tränen wie bei ihr. Er lachte sogar – allerdings nicht besonders freundlich – und sein Griff verstärkte sich noch mehr. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach werden würde.“ Er blickte ihr in die Augen und sagte voller Verachtung: „Sie werden dieser Firma keinen einzigen weiteren Cent stehlen.“
Penny starrte ihn verständnislos an. Der Mann musste verrückt sein. Vollkommen verrückt. „Der Wachmann wird jede Sekunde seine Runde machen“, keuchte sie. „Er ist bewaffnet.“
„Womit – Kaugummi? Die Einzige, die heute Nacht in eine Polizeizelle wandern wird, sind Sie, Schätzchen!“
Ja, er war vollkommen verrückt. Nur leider hatte er recht, was Jeds Munition betraf. Das Einzige, worauf sie hoffen konnte, war eine schwere Taschenlampe. Und alle Hoffnung war umsonst, denn sie hatte sowieso gelogen – Jed machte keine Runden. Er saß an seinem Platz im Erdgeschoss, während sie sich zehn Stockwerke weiter oben befand, allein mit einem Irren, der sie … der sie …
Stoßartige Atemzüge erfüllten den Raum – es hörte sich an wie ein Asthmaanfall. Penny brauchte einen Moment, bis sie begriff, dass es ihr eigener Atem war. Sie presste die freie Hand auf den Bauch, konnte das heftige Beben aber nicht unterdrücken. Immer mehr Tränen stiegen ihr in die Augen, sie zitterte am ganzen Körper. Leise hörte sie ihn fluchen.
„Ich werde Ihnen nicht wehtun“, erklärte er und schaute sie dabei fest an.
„Das tun Sie schon“, japste sie.
Sofort ließ er ihr Handgelenk los, rührte sich aber keinen Millimeter von der Stelle. Stattdessen rückte er näher und blockierte noch entschiedener den Ausgang. Immerhin konnte sie wieder atmen, ihr Herzschlag beruhigte sich langsam und ihr Gehirn begann, einen Fluchtplan zu entwerfen. Alles, was sie tun musste, war, sich irgendwie an dem Fremden vorbeizuschieben und zu Jed runter an die Rezeption zu laufen. Das schaffte sie doch, oder? Sie zwang sich, noch einmal tief durchzuatmen. Der Fluchtinstinkt wurde immer übermächtiger. Ihr Körper und ihr Gehirn stellten sich auf Überlebenskampf ein.
„Wer sind Sie, und was tun Sie hier?“, fragte der Fremde diesmal etwas ruhiger, aber immer noch in einem gebieterischen Ton. Ganz so, als hätte er hier das Sagen.
Was definitiv nicht der Fall war.
„Beantworten Sie das doch selbst“, fuhr Penny ihn an.
Sein Blick fiel zunächst auf die Gießkanne am Boden, dann auf den Blumentopf neben ihr. „Sind Sie die Putzfrau?“ Er musterte sie bedächtig von Kopf bis Fuß. „Sie sehen nicht aus wie eine Putzfrau.“
„Nein. Wer sind Sie und was machen Sie hier?“ Jetzt, wo sie wieder klar sehen und denken konnte, betrachtete sie ihn genauer. Groß und dunkel war er wirklich, die pechschwarze Jeans und das ebenso dunkle T-Shirt saßen wie angegossen – sie tippte auf Designerkleidung. Außerdem trug er keine schwarze Wollmütze über dem Gesicht. Nicht gerade die typischen Verbrecher-Klamotten.
In seinem Blick lag kein Ärger mehr. Sein Gesicht war sonnengebräunt, so als würde er viel Ski fahren oder segeln. Seine gestählten Muskeln und die Kraft, die sie am eigenen Leib gespürt hatte, ließen ebenfalls darauf schließen, dass er gut in Form war. Jetzt, wo kein Wasser mehr in seinen Augen glitzerte, sah sie, dass sie blaugrün und sehr schön waren. Klar und strahlend und lebendig und … flirtete er etwa mit ihr?
„Ich habe zuerst gefragt“, sagte er sanft, während er einen Arm links und einen rechts von ihr auf dem Aktenschrank abstützte – und sie so gefangen hielt.
„Ich bin die persönliche Assistentin der Geschäftsführung“, antwortete sie automatisch, während ihre ganze Aufmerksamkeit darauf gerichtet war, mit der ungewohnten Nähe zurechtzukommen. „Dies ist mein Schreibtisch.“
„Sie sind Penny?“ Er zog die Augenbrauen hoch und musterte ungeniert noch mal ihr Outfit. „Sie sehen definitiv nicht aus wie die Art von Assistentin, die Mason beschäftigen würde.“
Woher kannte er ihren Namen? Und Mason? Ihre Augen wurden schmal, während seine immer mehr leuchteten. Hitze stieg von ihm auf, die ihr Blut in Wallung brachte und ihre Haut prickeln ließ. Auf keinen Fall konnte sie zulassen, dass er sie so anschaute. Sie versuchte es mit Sarkasmus: „Mason ist ganz begeistert von meinem Rock.“
Er legte seinen Kopf schief und betrachtete ihre Kleidung noch einmal. „Das soll ein Rock sein? Ich dachte es sei ein Gürtel.“ Er lächelte. Kein unheimliches Psychokiller-Lächeln, sondern eher eines, das eine Million Herzen höherschlagen ließ.
Es war so umwerfend, dass sie sich nur mit Mühe davon abhalten konnte, das Lächeln wie ein naives Dummchen zu erwidern. „Das ist ein Vintage-Levis.“
„Ah, das erklärt natürlich alles. Haben Sie denn nicht gemerkt, dass Motten sich am Saum zu schaffen gemacht haben?“ Er wirkte immer vergnügter. „Nicht, dass ich mich beklagen würde.“
Okay, der Jeansrock war wirklich kurz, ihre Absätze superhoch und ihre champagnerfarbene Bluse halb von der Schulter gerutscht. Natürlich trug sie dies nicht zur Arbeit. Sie wollte gleich tanzen gehen. Und ja, sie hatte sich chic gemacht für den Fall, dass sich eine gewisse Gelegenheit ergab – nur, weil sie seit einiger Zeit keinen Liebhaber mehr gehabt hatte, musste sie die Hoffnung ja nicht ganz aufgeben. Aber jetzt war die schöne Seide klatschnass, klebte an ihrer Brust und entblößte weit mehr, als sie beabsichtigt hatte. Und sie empfand keine, aber auch wirklich gar keine körperliche Anziehung einem Fremden gegenüber, der sie handgreiflich bedroht hatte. „Bevor ich schreie, wer sind Sie?“ Nicht dass es irgendeinen Grund gegeben hätte, jetzt noch zu schreien.
„Ich arbeite hier“, erwiderte er sanft.
„Ich kenne jeden, der in diesem Gebäude arbeitet, und Sie arbeiten nicht hier.“
Er fasste in seine Tasche und streckte ihr seinen Hausausweis entgegen. Sie warf einen Blick darauf – Carter Dodds. Das sagte ihr gar nichts; sie hatte noch nie von ihm gehört. Sie betrachtete das Foto genauer. Darauf trug er das schwarze T-Shirt, das er auch jetzt anhatte.
Erstaunlicherweise schaffte es ihr Gehirn, den Zusammenhang herzustellen. „Sie haben heute angefangen.“
Er nickte. „Offiziell morgen.“
„Warum sind Sie dann jetzt hier?“ Und wie? Jed war vielleicht nachlässig, was seine Runden anging, aber er wusste immer ganz genau, wer sich noch zu später Stunde im Gebäude aufhielt. Und Mason würde nie einem neuen Angestellten ohne Begleitung Zugang zum Gebäude gewähren.
„Ich wollte sehen, wie es hier ist, wenn es ruhig ist.“
„Warum?“ Ihr Misstrauen wurde immer größer. Was suchte er? Es gab kein Geld im...




