Anderson | Küss mich in der Toskana! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

Anderson Küss mich in der Toskana!


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-3259-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-3259-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der berühmte Fernsehstar Leo Zacharelli ist der Traum aller Frauen - nur für Amy ist er einfach bloß ihr bester Freund seit Kindertagen. Bis ihre Hochzeit mit einem anderen Mann scheitert und sie mit Leo in die Toskana reist. Plötzlich knistert es heftig zwischen ihnen ...



Caroline Anderson ist eine bekannte britische Autorin, die über 80 Romane bei Mills & Boon veröffentlicht hat. Ihre Vorliebe dabei sind Arztromane. Ihr Geburtsdatum ist unbekannt und sie lebte die meiste Zeit ihres Lebens in Suffolk, England.

Anderson Küss mich in der Toskana! jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. KAPITEL


„Bereit?“

Mit Fingerspitzen leicht wie Schmetterlingsflügel strich er ihr die Strähne aus der Stirn. Seine Stimme war ihr so vertraut wie die eigene, aber seine Frage schickte ihren Magen in den freien Fall.

Ein einziges Wort nur, aber es warf eine Million unbeantworteter Fragen auf. Dessen war Leo sich aber bestimmt nicht bewusst. Fragen, die sie sich in den letzten Monaten hätte stellen müssen. Aber irgendwie war sie nie dazu gekommen.

War sie bereit?

Für die Hochzeit, ja. Jedes Detail war perfekt geplant, nichts dem Zufall überlassen, dafür hatte ihre patente Mutter schon gesorgt. Aber für die Ehe, für den Rest ihres Lebens mit Nick?

Die Orgel erklang, mischte sich mit dem Vogelgezwitscher und den leisen Stimmen der versammelten Gäste.

Die Ouvertüre zu ihrer Hochzeit. Nein, zu ihrer Ehe.

Kleiner Unterschied, riesige Bedeutung.

Von der Tür her warf Amy einen Blick in das Kirchenschiff, sah die lächelnden Gesichter in den Reihen, all die Augenpaare, die erwartungsvoll zu ihr hinsahen. Sie alle wollten Zeugen werden, wie sie Nick heiratete.

Heute.

Jetzt gleich.

Ihr Herz stockte. Die maßgeschneiderte Korsage schien plötzlich viel zu eng, raubte ihr die Luft.

Ich kann das nicht …

Keine Wahl. Zu spät, um noch kalte Füße zu kriegen. Wenn sie ihre Meinung hätte ändern wollen, hätte sie das vor Monaten tun müssen, bevor sich diese riesige Maschinerie in Gang gesetzt hatte. Die Kirche war voll besetzt, das Essen vorbereitet, der Champagner kalt gestellt. Und Nick stand vorn am Altar und wartete auf sie.

Wunderbarer, lieber, anständiger Nick, der in den letzten drei Jahren immer für sie da gewesen war. Ihr Freund, Begleiter und Beistand. Ihr Lover. Und ja, sie liebte ihn, wirklich …

Genug, um ihn zu heiraten? Bis dass der Tod sie schied? Oder einfach nur, weil es der einfachste Weg war?

Du kannst es noch immer aufhalten. Noch ist es nicht zu spät.

Doch, es war viel zu spät. Sie würde Nick heiraten. Heute.

Eine seltsame Ruhe überkam sie, so als wäre der Autopilot in ihr angesprungen, um den freien Fall zu stoppen.

Diese kleine Stimme in ihrem Kopf aber interessierte das nicht im Geringsten.

Reicht es dir wirklich, zu wissen, dass er ein guter Ehemann und Vater sein wird?

Natürlich reichte es. Das war nur das berüchtigte Lampenfieber der Braut in der letzten Minute. Nick war … völlig in Ordnung.

In Ordnung? Du meinst: solide, verlässlich, sicher? Aber kein Feuerwerk? Keine Chemie? Was ist aus den Funken geworden?

Sie weigerte sich, noch länger auf die Stimme zu hören. Es gab wichtigere Dinge als Funken. Vertrauen. Treue. Respekt. Chemie wurde eindeutig überbewertet.

Woher willst du das wissen? Das hast du doch nie erfahren. Und wenn du jetzt Nick heiratest, wirst du es auch nie erfahren.

Sie verschloss sich der Stimme, sperrte sie zurück in die sichere Kiste, lockerte den verkrampften Griff um den Brautstrauß und straffte die Schultern. Dann lächelte sie Leo mit ihrem strahlendsten Lächeln an.

„Ja“, antwortete sie fest, „ich bin bereit.“

Dieses Lächeln raubte Leo den Atem.

Wann war sie erwachsen geworden? Wann hatte sich das leicht pummelige, ungeschickte Mädchen, das sich ständig an seine Fersen geheftet hatte, in diese faszinierend schöne Frau verwandelt? Da drehte er sich nur für fünf Minuten um, und schon …

Es waren fünf Jahre. Eine Menge Wasser war seitdem unter der Brücke hindurchgeflossen, das galt für sie beide. In seinem Falle viel zu viel, noch dazu trübe und verschmutzt von Reue und Bedauern.

Er legte die Hand an ihre blasse Wange und spürte ihr Beben. Natürlich, sie war nervös. Verständlich an ihrem Hochzeitstag. Ein verdammt ernstes Versprechen. Er wusste, wie ernst.

„Du bist wunderschön, Amy.“ Er sah in die grauen Augen der Frau, die er als Mädchen so gut gekannt hatte, aber von der er jetzt überhaupt nichts mehr wusste. „Nick kann sich wirklich glücklich schätzen.“

„Danke.“

Sie sah ihn an, und er bemerkte das unsichere Flackern in ihren Augen, das Lächeln, das plötzlich ein wenig wankte. Kurz nur, aber Leo runzelte die Stirn. Zweifel? Na endlich. An dem Mann, den sie heiraten wollte, war nichts verkehrt. Leo mochte ihn, aber … die beiden zusammen? Da sprühten keine Funken, da gab es nichts Elektrisierendes. Aber möglicherweise wollte sie das ja auch gar nicht, vielleicht suchte sie ja nur nach Stabilität …

Vielleicht aber auch nicht.

Er nahm ihre Hand. Ihre Finger waren eiskalt und zitterten. Das verstärkte seine Sorge, und er drückte leicht ihre Finger.

„Amy, versteh das nicht falsch, aber es ist die Frage, die dir auch dein Vater gestellt hätte … Bist du dir absolut sicher? Denn wenn nicht, kannst du dich noch immer umdrehen. Es ist dein Leben. Nur du hast darüber zu bestimmen, niemand sonst.“ Er sprach leise und eindringlich, weil es wichtig war, dass sie verstand. „Tu es nicht, wenn du ihn nicht tief und wahrhaftig liebst. Ich spreche aus eigener Erfahrung … es ist die Garantie für ein Desaster, wenn man den falschen Menschen aus den falschen Gründen heiratet.“

Ein Schatten huschte über ihre Augen, doch dann, nach einem unmerklichen Zögern, erwiderte sie den Druck seiner Finger. „Natürlich bin ich mir sicher. Absolut.“

Sie wirkte nicht überzeugt. Aber es war nicht seine Entscheidung, sondern allein ihre. Und dieser Schatten in ihrem Blick … er konnte genauso gut der Trauer geschuldet sein, weil ihr Vater nicht mehr hier war, um sie dem Bräutigam am Altar zu übergeben.

Es geht dich nichts an, wen sie liebt. Als ob du der Experte wärst. Und sie hätte es auch viel schlechter treffen können.

Leo holte tief Luft und bot ihr den Arm. Sie starrte darauf, hob dann das Kinn und hakte sich bei ihm ein, während sie einen Blick zurück über die Schulter zu ihren Brautjungfern warf.

„Es geht los.“ Ihr Lächeln wirkte hölzern, aufgesetzt, aber das würde sicherlich niemandem auffallen.

Es geht dich nichts an, sagte er sich noch einmal. Trotzdem zog sich sein Magen zusammen. Er konnte doch die Zweifel in ihren grauen Augen sehen …

Schon ewig kannte er sie, hatte sie vor Hunderten von Kratzern bewahrt, sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinne. Sie war immer sein bester Freund gewesen. Zumindest bis sein Leben so verrückt geworden war und ihrer Freundschaft ein Ende gesetzt hatte. Er konnte unmöglich zulassen, dass sie den Fehler ihres Lebens beging …

Tu es nicht, Amy, bitte, überlege es dir noch einmal.

„Noch ist es nicht zu spät.“ Er beugte den Kopf zu ihr und sagte es so leise, dass nur sie es hören konnte.

„Doch, ist es“, murmelte sie, dann riss sie sich zusammen und setzte lächelnd den ersten Schritt in das Mittelschiff.

Verdammt.

Leo schluckte und führte sie gemessenen Schrittes auf den Altar zu.

Mit jedem Meter wurden ihre Beine bleierner, das ungute Gefühl immer drückender. Kälte drang ihr bis ins Mark.

Was tust du hier?

Am Altar stand Nick und blickte ihr entgegen. Zweifelnd?

Noch ist es nicht zu spät.

Leo löste seinen Arm von ihrem, trat einen Schritt zurück, und sie fühlte sich … verlassen.

Das hier war ihr Hochzeitstag. Es sollte der glücklichste Tag ihres Lebens sein.

War es aber nicht.

Prüfend sah sie Nick an. Nein, auch für ihn war es kein glücklicher Tag. Kurz drückte er ihre Hand. Aber es fühlte sich alles so falsch an, so absolut verkehrt.

Was tust du hier nur? Warum? Für wen?

Die letzten Töne der Orgelmusik verklangen. Der junge Pastor begann mit der Hochzeitszeremonie, aber Amy hörte die Worte nicht. Sie wurden übertönt von dem dröhnenden Hämmern ihres Herzens und dem Rauschen in ihren Ohren.

Bis er sagte: „Wer übergibt die Hand dieser Frau diesem Mann auf ewig in den heiligen Bund?“, und Leo vortrat, um ihre Hand in Nicks zu legen.

Der liebe, anständige, solide Nick, der sie zur Frau nehmen, Kinder mit ihr haben, mit ihr alt werden wollte …

Doch Nick zögerte. Er zögerte auch, als der Pastor ihn fragte, ob er Amy zu seiner Frau nehmen wolle, bevor er dann doch mit einem ergebenen Lächeln „Ich will“ antwortete.

Der Pastor richtete sich an sie, doch sie hörte nicht wirklich zu, sah Nick forschend in die Augen, suchte dort nach der Wahrheit … und fand nur Pflichtgefühl. „Willst du? Willst du wirklich?“, wisperte sie ihm zu. „Denn ich bin mir nicht sicher, ob ich das kann.“

Hinter sich hörte sie Leo nach Luft schnappen, nahm die Unruhe und das Raunen in den Bänken wahr, und dann lächelte Nick sie an – das erste echte Lächeln seit Wochen.

Er zog sie in seine Arme und drückte sie an sich, und das Beben in seiner breiten Brust hätte ein unterdrücktes Lachen sein können. „Das hast du dir aber wirklich für die letzte Sekunde aufgespart, Liebling“, flüsterte er ihr ins Ohr.

...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.