Anderson | Riskantes Spiel mit der Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2057, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Anderson Riskantes Spiel mit der Liebe


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-2448-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2057, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2448-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Völlig aufgelöst steht sie vor ihm. Kate ist tatsächlich vor ihrer eigenen Hochzeit mit seinem alten Studienkollegen geflohen! Seth Bolton nimmt sich der aufgeregten Braut an - und schon nach kurzer Zeit entbrennt in ihm heiße Leidenschaft für Kate. Ihr Lächeln bezaubert ihn. Auch in ihrem Blick sieht er Begierde funkeln. Doch Seth weiß: Eine Beziehung mit Kate hat keine Zukunft. Sein Vater verlangt, dass er das Land verlässt, um für das Familienunternehmen zu arbeiten. Und Kate kann nicht mitkommen ...



Sarah M. Anderson sagt, sie sei 2007 bei einer Autofahrt mit ihrem damals zweijährigen Sohn und ihrer 92-jährigen Großmutter plötzlich von der Muse geküsst worden. Die Geschichte, die ihr damals einfiel, wurde ihr erstes Buch! Inzwischen konnte sie umsetzen, wovon viele Autoren träumen: Das Schreiben ist ihr einziger Job, deshalb kann sie sich voll und ganz darauf konzentrieren. Seit 2011 hat sie über dreißig Romane veröffentlicht und mehrere Preise gewonnen. Gerne schreibt sie über moderne Cowboys, denn sie ist immer noch fasziniert von Figuren und Orten, die ihre Fantasie schon als Kind bestimmten. Doch ihre Veröffentlichungen sind alles andere als einseitig! Auch Fans von romantischen Geschichten, in denen attraktive Millionäre im Mittelpunkt stehen, greifen gerne zu Sarahs Romanen. Sie lebt mit ihrem Ehemann, dem gemeinsamen Sohn und ihren Hunden in Illinois, strickt in ihrer Freizeit und werkelt ansonsten liebend gerne in ihrem wunderschönen Haus im Queen-Anne-Stil, um es zu perfektionieren.

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1. KAPITEL

Wenn es etwas gab, wozu Seth Bolton heute Abend eigentlich überhaupt keine Lust hatte, dann war es die Hochzeit eines Typen, den er vom College kannte.

Vor allem deshalb, weil er Roger Caputo noch nie wirklich hatte leiden können. Auf dem College hatte Seth drei höllisch lange Monate mit Roger zusammengewohnt, weil Seths eigentlicher Zimmergenosse abgesprungen war und er die Miete sonst nicht hätte zahlen können, ohne seine Familie um Hilfe zu bitten. Dass Roger bereits kurz vor dem Abschluss stand und keinen anderen WG-Partner gefunden hatte, hätte Seth eine Warnung sein sollen.

Roger war kein wirklich schlechter Mensch, er war einfach nur ein Idiot. Verwöhnt, rücksichtslos, egoistisch – in seiner Person manifestierten sich sämtliche Vorurteile über privilegierte, weiße junge Männer.

Seth hatte keine Ahnung, wer so dumm sein konnte, Roger zu heiraten, aber anscheinend gab es da jemanden. Die Frage war, sollte er diese Frau bedauern oder nicht?

Er gab Gas und lenkte seine Maschine durch die kurvigen Black Hills. Die Hochzeit sollte um halb sechs beginnen, er war bereits spät dran und musste noch fünfzehn Meilen weit fahren.

Aus ihm unerfindlichen Gründen fand die Hochzeit in einem Resort tief in den Black Hills statt, vierzig Minuten von Rapid City entfernt.

Wieso suchten Leute sich solch einen abgelegenen Ort für ihre Hochzeit aus? Okay, die Antwort präsentierte sich ihm gerade. Die spätsommerliche Sonne stand bereits tief am Himmel und warf ihre leuchtenden Strahlen über die Berge. Die wirkten im Moment nicht schwarz, sondern waren in goldenes Licht getaucht.

Es sah schon toll aus, wobei er darauf jedoch kaum achten konnte, als er die nächste Kurve noch schneller durchfuhr. Roger musste schon eine bemerkenswerte Frau gefunden haben, wenn sie sich inmitten all dieser Schönheit an ihn binden wollte.

Vielleicht hatte der Idiot sich ja auch verändert. War ja möglich. Schließlich war Seth auch mal ein impulsiver, rastloser Jugendlicher gewesen, der ein Auto geklaut und einem erwachsenen Mann ins Gesicht geschlagen hatte, weil der es gewagt hatte, seiner Mutter das Herz zu brechen. Glücklicherweise hatte der Mann, Billy Bolton, seine Mutter dann doch geheiratet und Seth adoptiert. Aber so war er damals drauf gewesen.

Vielleicht bin ich immer noch ein wenig impulsiv, überlegte er, während er mit überhöhter Geschwindigkeit die Straße entlangraste. Und ja, rastlos war er auch immer noch. Schließlich hatte er gerade ein Jahr in Los Angeles verbracht. Inzwischen konnte er jedoch seine destruktiven Tendenzen besser kontrollieren.

Menschen konnten sich also ändern. Vielleicht war aus Roger ein netter, anständiger Kerl geworden.

Die Straße wand sich um einen Felsvorsprung, und Seth lehnte sich in die Kurve, während das schwere Motorrad zwischen seinen Beinen vibrierte. Es war ein brandneues Modell, das er jetzt noch einmal austestete. Es lief wie geschmiert, als er die nächste Kurve nahm und sich weit auf die Seite legte. Seth verspürte einen Anflug von Stolz, weil er dieses Motorrad mit entwickelt hatte.

Seinem Vater und dessen Brüdern Ben und Bobby Bolton gehörte die Firma Crazy Horse Choppers, die handgefertigte Motorräder in Rapid City hier in Süddakota herstellte. Die Firma war von deren Vater, Bruce Bolton, gegründet worden, aber erst die drei Bolton-Brüder hatten aus dem Einmannbetrieb ein florierendes Unternehmen mit sechzig Angestellten und einer Viertelmillion Dollar Gewinn gemacht.

Da Seth ohne Vater aufgewachsen war, hatte er nie damit gerechnet, Teil eines Familienbetriebes zu werden. Doch als Billy ihn vor zehn Jahren adoptiert hatte, war er von den Boltons mit offenen Armen aufgenommen worden.

Und jetzt? Jetzt war Seth ein vollwertiger Partner bei Crazy Horse Choppers.

Noch immer konnte er nicht fassen, was gestern passiert war. Sein Dad und seine Onkel hatten ihn ins Büro gebeten und ihm einen gleichberechtigten Anteil an der Firma angeboten. Und Seth war kein Trottel. Er hatte natürlich Ja gesagt.

Im Alter von fünfundzwanzig Jahren war er nun Millionär. Multimillionär. In Anbetracht der Tatsache, dass er und seine Mom früher manchmal auf die Wohlfahrt angewiesen waren, war das ein ziemlicher Schock.

Aber Seth wusste, dass es sich hier nicht nur um Vetternwirtschaft handelte – er arbeitete hart mit daran, Crazy Horse Choppers erfolgreich zu machen. Er war gerade von seinem einjährigen Aufenthalt in Los Angeles zurückgekehrt, wo er den Ausstellungsraum der Firma betrieben und sämtliche Promis davon zu überzeugen versucht hatte, dass ein Crazy Horse Chopper perfekt für ihr Image war. Und er hatte seinen Job mehr als gut gemacht. Rich McClaren mit einer Crazy-Horse-Maschine über den roten Teppich bei der Oscar-Verleihung fahren zu lassen, direkt, bevor er die Trophäe gewann? Das war Seths Idee gewesen. Die kostenlose Werbung hatte die Verkaufszahlen um acht Prozent in die Höhe schnellen lassen.

Selbst jetzt war er nicht einfach nur auf dem Weg zur Hochzeit eines alten Kumpels. Eine schnelle Internetsuche hatte ergeben, dass Roger Teilhaber einer Immobilienfirma war und somit zu den aufstrebenden Geschäftsleuten von Rapid City gehörte. Und nach einem Jahr in L. A. war auch Seth zurück in dieser Stadt. Vielleicht sogar dauerhaft. Also hatte er vor, ebenfalls zu der aufstrebenden Generation in Rapid City zu gehören.

Er raste durch eine Kurve, bemerkte aber etwas, was ihn die Geschwindigkeit drosseln ließ. An einem Aussichtspunkt stand eine Limousine, allerdings stimmte da irgendetwas nicht. Seth konnte nicht schnell genug bremsen, um direkt anzuhalten. Aber er wurde langsamer, um einen genaueren Blick riskieren zu können.

Da war definitiv irgendetwas nicht in Ordnung. Die Limousine parkte in einem merkwürdigen Winkel, die hintere Stoßstange ragte auf die Straße. Saß da jemand hinter dem Lenkrad? Draußen stand jedenfalls niemand, der die Aussicht genoss.

Er war schon spät dran, aber guten Gewissens konnte er nicht weiterfahren. Also wendete er und fuhr zurück. Ob sein Telefon hier draußen überhaupt Empfang hatte? Denn wenn das hier nicht irgendein verrückter Fotograf war, der Hochzeitsfotos schießen wollte, sondern ein Notfall …

Der Motor der Limousine lief noch, als Seth daneben parkte. Er erschrak, als er feststellte, dass der Vorderreifen auf der Beifahrerseite keinen richtigen Bodenkontakt mehr hatte. Der Fahrer hatte gerade noch rechtzeitig angehalten, ehe das Rad ganz über den Abhang ragte. Jetzt aufs Gaspedal zu treten würde garantiert den Tod bedeuten.

Er sprang von seiner Maschine und lief zur Fahrerseite. Er hatte sich nicht getäuscht, es saß jemand hinter dem Steuer. Eine Frau. In einem Hochzeitskleid.

Sie weinte nicht, aber ihre Augen waren weit aufgerissen, als sie in die Ferne starrte. Ihre Gesichtsfarbe sah ungesund aus, ein bläuliches Grau, und das Lenkrad umklammerte sie mit eisernem Griff. Sie sah aus, als hätte jemand ihren Hund erschossen. Oder ihre Hochzeit ruiniert.

Abgesehen von all dem war sie vermutlich die schönste Frau, die Seth je gesehen hatte.

Wie viele Bräute liefen in diesem Teil von Süddakota wohl herum? War das Rogers Braut? Wenn ja, was tat sie hier? Wo war Roger?

Er klopfte an die Scheibe auf der Fahrerseite. „Ma’am“, sagte er in einem, wie er hoffte, beruhigenden Tonfall. „Könnten Sie die Scheibe herunterlassen?“

Sie rührte sich nicht.

„Entschuldigen Sie? Ma’am?“ Dieses Mal versuchte er es mit der Autotür und, oh Wunder, stellte fest, dass sie nicht verriegelt war. Als er sie öffnete, fuhr die Frau zu ihm herum. Im selben Moment geriet die Limousine ins Schaukeln.

„Wo kommen Sie denn her?“

„Hallo“, sagte Seth und hielt die Tür fest, als könnte er damit verhindern, dass der Wagen den Abhang hinunterstürzte. „Ich stelle den Motor mal aus, okay?“

Sie blinzelte. „Was?“

Seth beugte sich in den Wagen und behielt dabei die Frau im Auge, falls sie ausrasten sollte. Zum Glück war die Automatik auf „Parken“ gestellt. „Ich bin Seth“, stellte er sich vor, als er den Zündschlüssel herauszog. „Wie heißen Sie?“

Seth hatte nicht damit gerechnet, dass sie laut auflachen würde, als hätte er gerade einen Witz gerissen. Offensichtlich war sie nicht ganz zurechnungsfähig. Denn genauso schnell, wie sie angefangen hatte zu lachen, erstarb das Lachen wieder und wurde von einem erstickten Schluchzen ersetzt.

„Ich bin mir nicht sicher.“

Ganz schlechtes Zeichen. Er musste sie aus dem Wagen herausbekommen. „Wollen Sie nicht mit mir reden? Da drüben ist eine Bank mit einer wunderschönen Aussicht auf den Sonnenuntergang.“ Er versuchte es klingen zu lassen, als wäre er nur wegen der Aussicht hier.

„Sie werden mir nicht sagen, dass ich heiraten soll, oder?“

Seth schüttelte den Kopf. „Sie haben sicherlich Ihre Gründe, warum Sie hier sind. Und ich wette, es sind gute Gründe.“

Sie blinzelte ihn noch einmal an und zog die Augenbrauen zusammen. Er merkte, dass sie langsam wieder zu sich kam.

„Sind Sie auch aus einem bestimmten Grund hier?“

Er schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln. „Alles geschieht aus einem bestimmten Grund.“

Als sie diesmal anfing zu lachen, war er darauf vorbereitet. Er lachte mit ihr, als wären sie in einem Comedy-Club in L. A. und nicht an der Kante eines Aussichtspunktes in den Black Hills. Er streckte ihr eine Hand hin und verbeugte sich. „Seth Bolton, zu Ihren Diensten.“

Einen Moment lang...



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