Anderson | Thirteen Witches - Das Meer der Ewigkeit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 256 Seiten

Reihe: Thirteen Witches

Anderson Thirteen Witches - Das Meer der Ewigkeit

Band 2 der Reihe 13 Witches
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-407-75975-7
Verlag: Beltz eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 2 der Reihe 13 Witches

E-Book, Deutsch, Band 2, 256 Seiten

Reihe: Thirteen Witches

ISBN: 978-3-407-75975-7
Verlag: Beltz eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach Rosies Kampf gegen die Erinnerungsdiebin eröffnet sich ihr eine finstere Welt, in der zwölf Hexen über Hoffnung und Schönheit herrschen. Rosie ahnt, dass es ihre Bestimmung ist, gegen die Hexen zu kämpfen - nicht nur um ihre Familie zu retten, sondern um das Gute in der Welt zu bewahren. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und reist mit einem magischen Wal durch Zeit und Meer. Wird sie ihre Bestimmung erfüllen können?

Jodi Lynn Anderson ist die Bestsellerautorin mehrerer von der Kritik hochgelobter Jugendbücher, darunter die 'May Bird Trilogy' und 'My Diary from the Edge of the World'. Sie lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihrer Tochter in Asheville, North Carolina, und hat einen MFA in Schreiben und Literatur vom Bennington College.
Anderson Thirteen Witches - Das Meer der Ewigkeit jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Das größte Problem, wenn man achtundachtzig Tage lang im Bauch eines magischen Wals lebt, ist die Langeweile. Meine beste Freundin Keim und ich machen das Beste daraus, indem wir Mau-Mau spielen.

»Du hast immer die besseren Karten«, sagt Keim. Sie lümmelt auf einem Sessel und isst Doritos. »Schon die ganze Zeit.«

»Du übertreibst«, sage ich. Aber sie hat recht, ich bekomme wirklich immer die besseren Karten. Ich schaue auf mein Blatt, die zerknitterten Karten, mit denen wir bestimmt schon tausendmal gespielt haben, seit wir uns in dem Wal befinden. Ich habe schon fast alle Karten abgelegt, während Keim mehr auf der Hand hat als zu Anfang. Das passiert ständig, und doch … doch … irgendwie, obwohl es ein Glücksspiel ist, gewinnt Keim jedes Mal. Ich kann meinen Sieg schon schmecken, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er mir noch entgleiten wird.

Ich weiß, dass es nicht das ist, was man hier erwartet: zwei zwölfjährige Mädchen, die Karten spielen und sich die Bäuche vollschlagen. Wenn man sich umschaut, merkt man gar nicht, dass wir uns in einem zeitlosen, zeitreisenden Wesen befinden. Wenn überhaupt, dann sieht es aus wie in dem Haus von Keims Oma, die ich einmal besucht habe, als wir noch klein waren.

Auf der rechten Seite ist unser Schlafzimmer mit einem orangefarbenen Teppich und zwei Betten, in denen wir schlafen. Hier in der Mitte stehen ein Fernseher und zwei abgewetzte Sessel, auf dem Tisch dazwischen stehen Schalen gefüllt mit unseren Lieblingssnacks. Außerdem gibt es einen Esstisch, einen Flokatiteppich sowie ein Laufband und ein Minitrampolin extra für Keim, die nie lange stillsitzen kann.

Dennoch gibt es einige Anzeichen dafür, dass wir nicht mehr in Maine sind. Da ist zum einen eine durchsichtige Kuppel über uns, die den Blick auf das blaue Meerwasser über uns freigibt. Der Raum ist übersät von Reisebroschüren für die Steinzeit, die Bronzezeit sowie bestimmte Epochen wie die Han-Dynastie, das Gupta-Reich und so weiter. Außerdem liegt hier ein farbiger Bildband mit dem Titel Willkommen im Meer der Ewigkeit, der eine Einführung zu den magischen Kreaturen des Ozeans der Zeit gibt und furchterregende Erklärungen zum Piratenkönig und seiner Knochenarmee enthält. Außerdem gibt es einen Überblick über die Regeln des Zeitreisens, darunter Dinge wie:

Kreuze niemals den Weg mit einem früheren oder zukünftigen Ich, es sei denn, du willst ein lästiges Wurmloch erzeugen.

Die Menschen der Vergangenheit können dich nicht sehen, es sei denn, sie haben die Sicht.

Kehre erst dann an deinen Ausgangspunkt zurück, wenn deine Reise beendet ist.

Das Buch und die Broschüren befanden sich in einem Geschenkkorb, der auf uns wartete, als wir an Bord gingen – die Art, die man in guten Hotels bekommt, voll mit bunten Taschentüchern, Äpfeln, Birnen, einer Ananas und ein paar Schokoriegeln, plus Ersatzzahnpasta und einer Willkommenskarte. Keim und ich haben die Schokolade längst verschlungen, das Obst weggeworfen und aus den Taschentüchern kleine Spuckbälle gebastelt, mit denen wir uns gegenseitig durch Strohhalme beschießen.

Wie auch immer, wir haben im Grunde alles, was zwei zwölfjährige Mädchen auf einer Zeitreise brauchen – abgesehen von unseren Müttern, der Schule und Menschen außer uns selbst.

Keims Theorie ist, dass der Wal (dem sie den Namen Mampfi gegeben hat, da ihr Lieblingsname Chauncey nicht richtig passte) alles liefert, was man als Passagier braucht, daher die Doritos und die Pop-Tarts. (An den ersten drei Tagen habe ich Pop-Tarts gegessen, bis ich gekotzt habe.) Das erklärt auch, warum an der Wand neben ihrem Bett Fotos von ihrem Freund D’quan Daniels und von olympischen Sportlerinnen hängen, wohingegen es auf meiner Seite so aussieht: Lieblingsbücher wie Der geheime Garten und Winn-Dixie sowie ein paar meiner Favoriten aus Kindertagen wie Ein Tag im Schnee. Es erklärt außerdem, warum Keims Lieblingssendung Tierisch Paranormal auf Dauerschleife im Fernsehen läuft und warum mehrere Ausgaben der Tierisch-Paranormal-Zeitschrift auf dem Couchtisch liegen. Außerdem gibt es überall Zimtduftkerzen (wieder Keims Favorit) und Streichhölzer, um sie anzuzünden.

Wir haben alles, was wir brauchen. Aber die Wahrheit ist, dass sich die Zeit im Inneren des Wals endlos anfühlt, und ich bin mir sicher, das liegt daran, dass sie es ist. Ich bin mir sehr sicher, dass in der Außenwelt (die wir hinter uns gelassen haben) die Zeit vergeht … aber im Inneren unseres Wals steht sie still. Ich weiß das, weil ich eine winzige Sanduhr-Halskette besitze, die mir eine Hexe gegeben hat, und nicht ein einziges Körnchen Sand ist hindurchgefallen – doch laut Keims Uhr sind achtundachtzig Tage vergangen. Wir behalten diese Zeit (die Zeit zu Hause) im Blick, indem wir jedes Mal, wenn Keims Uhr 12 Uhr Mittag erreicht, mit einem Filzstift (danke, Mampfi!) einen Strich an die Wand zeichnen. Irgendwie bewegt sich die Zeit also, und irgendwie auch nicht.

Auf jeden Fall sind wir unendlich gelangweilt – also haben wir uns die Tage vertrieben mit: mindestens fünfzig verschiedenen Varianten wie man Eyeliner aufträgt, mindestens tausendmal Mau-Mau spielen, unsere Zehennägel in allen Farben des Regenbogens lackieren, stundenlange Rülps-Wettbewerbe veranstalten und die Niedlichkeit aller Jungs an unserer Schule bewerten. (Keim schwärmt für D’quan, sagt aber, dass man es einem Mädchen nicht verübeln kann, wenn es sich umschaut. Außerdem kennt D’quan den wahren Grund für unser Verschwinden nicht und könnte denken, wir seien tot.)

Wir haben darüber gesprochen, wie die siebte Klasse sein wird, falls wir sie noch erleben, und ich habe versprochen, mich von Keim auf mehr Partys mitschleppen zu lassen, und außerdem noch zumindest zu versuchen, ihre andere beste Freundin, Bibi West, zu mögen (die es jetzt vorzieht, mit ihrem vollen Namen Bibiana angesprochen zu werden – allerdings können wir uns noch nicht daran gewöhnen und vergessen es ständig). Wir haben alle Reiseführer gelesen, die Mampfi uns zur Verfügung gestellt hat. Unser wichtigstes Buch – das große Handbuch der Hexenjagd – haben wir tausendmal vor- und rückwärts gelesen. Keim hat mir ein spezielles Freundschaftsarmband geknüpft, damit ich meine Walpfeife am Handgelenk tragen kann. Und jetzt … spielen wir wieder Mau-Mau.

»Oh! Ist Mampfi nicht süß?«, quietscht Keim und schaut zu einer kleinen Schale mit M&Ms hinüber, die neben mir aufgetaucht ist. Ich starre die M&Ms an und beiße mir auf die Zunge. Mampfi scheint wirklich alle unserer Bedürfnisse vorauszuahnen. (Er ist dabei sehr subtil. Du schaust einen Moment weg, blinzelst oder verlierst dich einen Augenblick in einem Tagtraum, und schon verändert er etwas um dich herum.) ABER Mampfi diente früher auch einer Hexe (zugegeben, die Hexe ist tot), deren Pfeife jetzt uns gehört.

»Er würde wahrscheinlich genauso eifrig Hexen mit allem versorgen, was sie brauchen«, sage ich. »Wir bekommen zum Beispiel M&Ms … sie bekommen Kessel, in denen sie Kinder kochen können.«

»Pst. Du verletzt seine Gefühle«, zischt Keim und blickt zur Kuppeldecke über uns.

Mampfi erzittert. Das versetzt mich für einen Moment in Panik. Ich befürchte ständig, dass irgendetwas mit Mampfi schiefgehen könnte. Immerhin sind wir wie ein winziges Fahrzeug, das von Meerwasser umgeben ist, das uns ertränken könnte.

»Siehst du?« Keim schaut mich vorwurfsvoll an.

»Er ist dem Kraken da ausgewichen«, sage ich und zeige durch die Glaskuppel auf ein riesiges rotes Wesen, das über uns vorbeischwimmt.

Keim entspannt sich wieder und grinst. »Jedes Mal, wenn ich einen Oktopus sehe, muss ich an das in der ersten Klasse denken.«

Ich wünsche mir Blau und erwarte nervös Keims nächste Karte. Los geht’s.

Es ist einer der berüchtigten Momente meiner...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.