E-Book, Deutsch, Band 4, 400 Seiten
Reihe: Die Sullivans
Andre Nur du in meinem Leben (Die Sullivans 4)
1. Auflage 2016
ISBN: 978-1-945253-02-7
Verlag: Oak Press, LLC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 4, 400 Seiten
Reihe: Die Sullivans
ISBN: 978-1-945253-02-7
Verlag: Oak Press, LLC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mit mehr als 9 Millionen verkauften Büchern gehören Bella Andres Romane, bekannt auch aus den Bestsellerlisten von New York Times und USA Today, zu den erfolgreichsten Bestsellern der Welt. Bereits zwei mal wurden ihre als 'sinnliche, befreiende und berauschend romantische Liebesgeschichten' bekannten Bücher im Cosmopolitan unter der Rubrik 'Red Hot Reads' empfohlen; sie wurden in zehn Sprachen übersetzt. Bella schreibt auch 'zarte' moderne Liebesgeschichten unter dem Pseudonym Lucy Kevin.
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Kapitel 1
Heute …
Zufrieden kontrollierte Sophie Sullivan die letzten Hochzeitsvorbereitungen. Sie hatte die letzten Monate damit zugebracht, die Hochzeit ihres Bruders in allen Einzelheiten zu planen und es war herrlich, wie jetzt alles perfekt zusammenpasste.
In nicht einmal zwei Stunden würden Chase und seine Verlobte Chloe sich unter blühenden Rosenbögen vor dreihundert Gästen das Jawort geben. Das Weingut ihres ältesten Bruders Marcus im Napa Valley war nicht nur der perfekte Hintergrund für die Hochzeit, sondern auch der Ort, an dem sich Chase und Chloe kennen und lieben gelernt hatten.
Das von Sophie angeheuerte Küchenpersonal war in der vor Ort aufgebauten Küche beschäftigt. Der Blumenschmuck zu beiden Seiten des Ganges zum Traualtar und die schönen Tischgestecke auf allen Tischen im Empfangsbereich bekamen von einer Floristin den letzten Schliff. Das Wetter war perfekt. Ein paar verträumte weiße Wölkchen zogen über den blauen Himmel, in den Weinbergen sprossen üppig die grünen Weinblätter und jungen Weinbeeren; die Senfblüten zwischen den Rebstöcken ließen die scheinbar endlosen Hügel voller Reben in goldenem Glanz erstrahlen.
Die Braut und die übrigen Brautjungfern ließen sich bereits im Gästehaus frisieren und schminken. Sophie hätte schon vor einer halben Stunde dort sein sollen, um sich wie die anderen vorzubereiten, aber sie wollte erst sicherstellen, dass draußen alles perfekt war. Deshalb stand sie immer noch im Weinberg, mit ihren Jeans in den Stiefeln, einem langen blauen Pullover und einer Kappe auf dem Kopf. Sie hatte sich am Morgen gar nicht frisiert, weil es ja später die Friseuse tun würde.
Sophie war Bibliothekarin, keine Hochzeitsplanerin, aber sie hatte die Gelegenheit beim Schopf gefasst, Chases Hochzeit mitzuplanen und es hatte ihr riesigen Spaß gemacht. Nun, abgesehen von all den Besprechungen mit …
„Hallo Liebchen, gut siehst du aus.“
Jeder Muskel in Sophies Körper spannte sich an, als sie die leisen, gedehnten Worte hinter sich hörte.
Jake McCann.
Der beste Freund ihres Bruders Zach … und seit zwanzig Jahren das Objekt ihrer unerwiderten Liebe.
In diesen zwanzig Jahren war sie natürlich kein einziges Mal mehr für ihn gewesen als Zachs kleine Schwester. Was noch schlimmer war: Sie wusste genau, dass sie in den Klamotten, die sie angezogen hatte, um den ganzen Vormittag lang Möbel und schwere Blumenbehälter zu verrücken, überhaupt nicht gut aussah.
Mit einem kaum unterdrückten frustrierten Seufzer erwiderte sie, ohne sich zu ihm umzudrehen: „Ich heiße Sophie, nicht Liebchen.“ Mindestens hundert Mal hatte sie ihm das in den vergangenen Jahren gesagt, aber er hörte nicht auf, sie mit ihrem Spitznamen anzusprechen.
Von ihren Brüdern ,Liebchen‘ genannt zu werden, war eine Sache … von Jake so genannt zu werden, eine ganz andere. Besonders, wenn sie in ihren geheimen Träumen frech und wild war: genau die Frau, die er immer ersehnt hatte.
Sie fühlte, wie er näher kam und wie seine innere Hitze sie bereits aus einigen Metern Entfernung versengte. Immer schon hatte sie seine Schwingungen übermäßig intensiv wahrgenommen und seine Präsenz in einem Raum sofort gespürt. Als kleines Mädchen hatte sie, nur um in Jakes Nähe sein zu können, oft mit einer Ausrede die Nähe ihrer Brüder gesucht. Dabei war sie mucksmäuschenstill gewesen, damit die anderen sie nicht beachteten, während sie im Fort auf dem Baum oder im Keller am Billardtisch spielten und dabei schmutzige Witze erzählten, die sie erst verstand, als sie um einiges älter war.
Der Drang, sich zu ihm umzudrehen, seinen Anblick auf sich wirken zu lassen und sich dabei in dem schalkhaften Funkeln seiner schokoladenbraunen Augen zu verlieren, war so stark, dass sie ihm fast nachgab. Natürlich kannte sie jeden Zentimeter von Jakes Gesicht auswendig. Schließlich hatte sie den größten Teil ihrer Kindheit damit verbracht, ihn anzustarren, wenn sie glaubte, er merkte es nicht. Sein Unterkiefer war kantig und seine Nase hatte zwei Höcker, von denen sie wusste, dass er sie bei Prügeleien davongetragen hatte.
Anstatt ihn anzuschauen, zwang sie sich, ihren Blick auf die Sitzgruppe im Freien zu richten. Sie beobachtete, wie die Floristinnen die letzten Veränderungen am Blumenschmuck vornahmen und das Cateringpersonal Tabletts voller Speisen aus den Lieferwagen in Marcus‘ riesige Küche beförderten. Ungeachtet ihrer wahren Gefühle für Jake verlangte es Sophies Stolz, so zu tun, als sei ihr seine Anwesenheit völlig gleichgültig.
„Kaum zu glauben, dass es endlich soweit ist.“ Er machte eine Pause und sie hörte, wie sich Humor und Geringschätzung in seiner Stimme mischten. „Ein Sullivan wagt tatsächlich den Sprung.“
Sophie war als die Vernünftige und die Stille der Familie bekannt, die das, was sie tat, immer wohl überlegte. Sie hatte nie zu Ausbrüchen geneigt, oder dazu, irgendwelchen verrückten Eingebungen zu folgen. Das blieb ihrer Zwillingsschwester Lori vorbehalten, die dafür den Spitznamen ‚Früchtchen‘ bekommen hatte, so wie man Sophie ,Liebchen‘ nannte. Aber in Jakes Nähe fühlte sich Sophie nur noch selten vernünftig.
Das war auch schwer, denn sie bekam jedes Mal Herzrasen, wenn sie daran dachte, wie es sich wohl anfühlen würde, in seinen Armen zu liegen … oder, wenn er sie mit irgendeinem Machospruch in Rage brachte! Meistens geschah beides gleichzeitig. Genau wie jetzt auch. Er machte sie fürchterlich wütend und war dabei so verdammt begehrenswert, dass sie es zwar selbst für verrückt hielt, ihn so zu begehren, aber es niemals schaffte, ihre Gefühle abzustellen.
Es machte sie wahnsinnig, wie sehr er sie aus der Fassung brachte. Als sie nicht mehr in der Lage war, Gleichgültigkeit vorzutäuschen, ballte sie ihre Hände zu Fäusten und drehte sich blitzartig zu ihm um.
Dass Jake in seinem Smoking noch umwerfender aussah als je zuvor, gab ihren Hormonen den Rest. Sein blütenweißes Hemd war am Hals gerade so weit geöffnet, dass sie den Ansatz seines dunklen Brusthaares erkennen konnte. Seine Tattoos waren verdeckt, aber zu wissen, dass sie sich nur unter einer dünnen Stoffschicht verbargen, jagte ihr einen Schauer verbotener Lust durch die Adern. Gott, was würde sie nicht darum geben, seine Tattoos aus der Nähe betrachten zu können. Am liebsten würde sie stundenlang mit den Fingern über seine nackte Haut streichen und sich die Tintenzeichnungen genau anschauen.
„Chase und Chloe lieben sich“, schnappte sie und ihre Stimme klang noch schärfer, weil sie sich ärgerte, auf Jakes Aussehen nicht ein bisschen gleichgültiger reagieren zu können. „Ihre Hochzeit wird schön, nein, perfekt, und unglaublich romantisch.“
Noch schöner und perfekter und romantischer war es, dass Chloe jetzt schwanger war und nur so strahlte. Sophie freute sich schon darauf, Babysitter zu spielen und ihre Nichte oder ihren Neffen über alle Maßen zu verwöhnen. Jakes Mund verzog sich bei ihren nachdrücklichen Worten zu einem leichten Lächeln. „Nun, zumindest gibt es eine super Party.“
Was stimmte eigentlich nicht mit ihm? In zwanzig Jahren hatte Sophie sich das nun bestimmt zum tausendsten Mal gefragt. Wie konnte er auf ein ganzes Leben voller Liebe blicken und nur die Party sehen?
Dass er in erschreckendem Tempo eine Frau nach der anderen flachlegte, ließ eigentlich auch ziemlich deutlich darauf schließen, dass er zu den Idioten gehörte, die nicht an Liebe glaubten. Ein reicher, gutaussehender Typ wie Jake McCann war sicher nur auf Sex aus. Es wäre klüger, ihm nicht auch nur fünf Minuten ihrer Zeit zu widmen. Und doch … wenn es so einfach wäre, wenn Liebe so vernünftig wäre, dann hätte sie schon vor Jahren einen anderen gefunden, in den sie sich hätte verlieben können.
Leider hatte – damals wie heute – Vernunft absolut nichts mit ihren Gefühlen zu Jake zu tun.
Was noch schlimmer war, ihr wurde jedes Mal ganz heiß, wenn sie gleichzeitig an Sex und an Jake dachte. Jetzt war es nicht anders. Sophie war trotz der Vorstellungen, die manche Leute von Bibliothekarinnen hatten, weder Jungfrau noch prüde. Im Gegenteil, wenn diese Leute wüssten, was sie schon alles zum Thema Sex gelesen hatte, wären sie wahrscheinlich ziemlich geschockt. Besonders Jake.
Wäre das nicht etwas, womit sie Jake schockieren könnte, da er ja offensichtlich dachte, er habe in Sachen Verführung die Weisheit gepachtet?
Verdammt, eigentlich müsste sie mittlerweile gelernt haben, ihre Fantasien in Bezug auf Jake im Zaum zu halten, auch, wenn ihr Körper ihn seit dem ersten Hormonschub in ihrer Teenagerzeit zu seinem Lustobjekt erwählt hatte. Aber sie konnte es sich immer noch nicht verwehren, seinen Duft einzuatmen: Er bestand aus einem leichten Hauch Hopfen und aus etwas, das sie immer nur als Nacht und Dunkelheit hatte definieren können.
Sie ging zu einem bereits perfekt gerade stehenden Stuhl, um ihn nochmals gerade zu rücken. „Ich habe mir die Bar bereits angeschaut und es sieht so aus, als sei alles an Ort und Stelle.“ Eigentlich hatte sie für die Hochzeit einen professionellen Bar-Service beauftragen wollen. Jake hatte jedoch darauf bestanden, diesen Teil der Feier selbst zu organisieren. Er war Besitzer einer Kette irischer Pubs und obwohl er mit seinem Geschäft unglaublichen Erfolg hatte, war sie nicht sicher gewesen, ob er für den Barbetrieb einer eleganten Hochzeitsfeier der Richtige war.
Nun, als sie sehen konnte, was er geleistet hatte, musste sie es widerstrebend anerkennen. „Du hast das super gemacht. Echt gut.“
„Du auch, mit der ganzen Hochzeitsfeier“, sagte er und sie spürte den Blick seiner dunklen...




