E-Book, Deutsch, Band 0026, 144 Seiten
Reihe: Julia
Andrews Einmal berührt - für immer verführt?
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0121-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0026, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0121-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Blake kann es kaum erwarten, den Job fertigzustellen: Zusammen mit seinem Bruder baut er die Villa von Supermodel Ava Kelly um. Klar, Ava ist umwerfend attraktiv, aber in Blakes Augen auch eine zickige und verwöhnte Diva, die glaubt, dass sie alle um den kleinen Finger wickeln kann. Nun, ihn nicht. Wenn er hier fertig ist, wird er endlich mit seinem Hausboot ablegen und ein freier, glücklicher Mann sein. Doch plötzlich wird Ava bedroht! Bis die Polizei den Täter findet, gibt es für die aparte Schönheit nur einen sicheren Ort: auf Blakes Hausboot - in Blakes starken Arme?
Amy war ein Kind, das immer eine Geschichte im Kopf hat. Ihr Lieblingsfach war English und sie liebte es Geschichten zu schreiben. Sollte sie einen Aufsatz mit nur 100 Worten schreiben - schrieb Amy 1.000 Worte. Anstatt nur eine Seite bei dem Thema ' Beschreibt auf einer Seite eure Sommerferien' abzugeben - schrieb Amy zehn Seiten. In ihrer Kindheit beobachtete Amy ihre Mutter immer beim Schreibmaschineschrieben - ihre Mutter, eine Autorin verfasste Liebesromane. Im Alter von 11 Jahren las Amy heimlich die Liebesromane ihrer Mutter und entdeckte dadurch, was sie eines Tages werden wollte - Autorin. Ihren ersten Liebesroman schrieb sie in 10 Tagen - ein Kapitel an einem Tag. Unnötig zu sagen, dass sie den Roman bereits im Kopf hatte, sie schrieb einfach ihre vorhandenen Gedanken auf und schaffte so ihr ungeheures Schreibpensum. Als Amy wieder nach Australien - ihrem Heimatland - zurück kehrte, entdeckte sie die Welt der Arztromane. Sie selbst als gelernte Krankenschwester war immer dann von einem Roman fasziniert, wenn er die Welt der Medizin möglichst realistisch wiedergegeben hat. Da dieser Wunsch nicht immer erfüllt wurde, beschloss sie, sich selbst dem Schreiben von Arzt-Liebesromanen zu widmen. Heute ist Amy zweifache Mutter und arbeitet teilzeit als Kinderkrankenschwester auf der Intensivstation im Krankenhaus. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bis zu ihrem 40 Lebensjahr 20 Liebesromane zu schreiben. Mehr kann man über Amy Andrews unter www.amyandrews.com.au erfahren ...
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2. KAPITEL
Ava klammerte sich an Blake fest. Sie hörte ihr Blut dröhnend laut in ihren Ohren rauschen, während um sie herum alles wie in Zeitlupe abzulaufen schien.
Und als weitere Schüsse fielen, bemerkte sie, dass sie keine Luft mehr bekam.
Ihr Puls begann zu rasen. Sie versuchte, ihren Kopf aus der Mulde unter Blakes Schulter zu befreien, um an frische Luft zu kommen, doch er hielt sie fest. Panik machte sich in ihr breit. Ihre Nüstern blähten sich, ihr Magen fuhr Achterbahn und ihre Hände, mit denen sie sich an seinem Hemd festgekrallt hatte, begannen zu zittern.
Dann war es plötzlich still. Sie hielt den Atem an und lauschte. Das Quietschen von Reifen war zu hören, ein Motor heulte auf, entfernte sich und wurde leiser.
Einen Moment lang rührten sie sich beide nicht.
Blake kam als Erster zu sich. Nachdem er rasch sein Bein befühlt hatte, ob es den Sturz überstanden hatte, ließ er sich vorsichtig von Ava gleiten. „Alles okay mit dir?“
Sie sah ihn benommen blinzelnd an. „Was …“
Blake musterte sie von oben bis unten. Sie hatte einen kleinen Kratzer an der linken Wange, aber das war kein Grund zur Beunruhigung. Doch als er einen dunkelroten Fleck auf ihrem Oberteil entdeckte, begann sein Puls zu rasen.
„Um Gottes willen, bist du getroffen worden?“, fragte er, rappelte sich halb auf und hockte sich neben sie. Ohne lange nachzudenken öffnete er den Reißverschluss ihres Tops. Die Kugeln hatten das Gebäude relativ weit oben getroffen, aber manche waren durchs Fenster gekommen, und bei dieser Einrichtung aus Glas und Stahl konnten sie sonst wohin abgelenkt worden sein.
„Bist du getroffen worden?“, fragte er noch einmal und sah auf ihren entblößten Oberkörper hinunter. Er achtete nicht weiter auf das rote Bikinitop oder auf Avas bronzefarbene Haut, er war viel zu beschäftigt damit, ihren Körper abzutasten und mit dem sachlichen Blick eines Arztes nach einer Wunde zu suchen.
Ava war nicht in der Lage, klar zu denken. Ihr Kopf schmerzte, ihre Hand tat weh, sie zitterte, und ihr Herz schlug immer noch viel zu schnell.
„Ava!“, rief er wieder.
Sie schrak auf. Trotz ihrer Benommenheit war er zu ihr durchgedrungen. „Ich glaube … meine Hand“, sagte sie und hielt den Arm in die Luft. Aus einer tiefen Wunde in ihrer Handfläche troff Blut; die dunkelroten Rinnsale an ihrem Unterarm waren bereits halb getrocknet. „Ich glaube, ich habe mich an dem Weinglas geschnitten.“
Erleichtert atmete Blake auf. Immerhin hatte sie keine Kugel getroffen. Während er nach ihrer verletzten Hand griff, zog er sein Handy hervor, wählte die 999 und forderte Notarzt und Polizei an.
„Nicht bewegen“, sagte er, als er sich mühsam aufrichtete. Mit dem kaputten Bein konnte er schlecht aufstehen, er musste sich an der Kücheninsel hochziehen. Seine Hüfte schmerzte so sehr, dass er die Zähne zusammenbeißen musste, um nicht aufzuschreien. „Ich hole ein Stück Stoff, um deine Hand zu verbinden.“
Ava war gar nicht in der Lage dazu, sich zu bewegen. Sie starrte ihre blutende Hand an und versuchte zu begreifen, was eben geschehen war. Inmitten des ganzen Chaos hörte sie Blakes ruhige, tiefe Stimme und wünschte sich nur, er würde sie wieder halten.
Mit einem sauberen Stück Stoff, das an der Backofentür gehangen hatte, kam er zu ihr zurück. Abwesend sah Ava zu, wie er sich neben sie hockte und nach ihrer Hand griff.
„Polizei und Notarzt sind unterwegs“, sagte er, während er mit dem Stoffstück einen Druckverband anlegte. „Kannst du aufstehen? Wenn du es bis zum Waschbecken schaffst, sollten wir die Wunde reinigen, bevor die Sanitäter da sind.“
„Hmm … ich denke ja“, antwortete sie und setzte sich auf. Immer noch drehte sich alles, und ihr wurde ein wenig übel; sie geriet ins Schwanken.
„Hoppla“, sagte Blake und fasste sie beim Arm. „Nicht so schnell.“
Ava schloss die Augen. Es beruhigte sie, dass Blake sie festhielt, und der Schwindel wurde schwächer. „Jetzt geht es wieder“, sagte sie, schüttelte seine Hand ab und betastete ihren Hinterkopf, wo sich schon eine ordentliche Beule gebildet hatte.
„Hast du eine Beule?“, fragte Blake. „Tut mir leid.“
Ava blinzelte. Blake Walker war großartig gewesen. „Geht schon. Im ersten Moment habe ich überhaupt nicht begriffen, was passiert. Waren das wirklich Schüsse?“
Blake richtete sich mühsam auf.
„Ja.“ Das Geräusch war ihm mehr als vertraut, doch er hatte nicht damit gerechnet, es je wieder zu hören. Schon gar nicht im feinen Hampstead Village. Er streckte Ava seine Hand entgegen.
Ava zögerte nicht und ließ sich von ihm aufhelfen. Doch als sie neben ihm stand, schwankte sie wieder und hielt sich mit der einen Hand an Blake, mit der anderen an der Kücheninsel fest. Sie war froh, dass er da war. Seine Kraft und Ruhe hielten sie aufrecht, als der Schock zurückkam und sie zu zittern begann. Er legte ihr einen Arm um den Rücken; sie lehnte sich an ihn und atmete Blakes Duft ein. Er roch herb und holzig.
Und sie fühlte sich dämlich sicher in seinem Arm.
„Entschuldigung“, murmelte sie und kämpfte gegen den absurden Wunsch an zu weinen. „Normalerweise bin ich nicht so empfindlich.“
Blake schloss die Augen, als sie sich an ihn sinken ließ. Er spürte ihre Brust an seiner Brust, ihre Hüfte an seiner Hüfte. Sie roch nach Wein und einem Hauch von Kokossonnenmilch. Als er den Kopf drehte, streiften seine Lippen fast ihre Schläfe. „Dies hier ist auch kein normaler Tag.“
Ihr zittriges Lachen drang direkt in sein Ohr, und er drückte ihren noch immer bebenden Körper enger an sich.
„Könnte man so sagen“, erwiderte sie heiser.
So standen sie eine ganze Weile da. Blake wusste, dass sie Trost brauchte. Selbst kampferprobte Männer würde ein unerwarteter Gewaltakt wie dieser aus der Ruhe bringen.
Als er das Heulen eines Martinshorns herannahen hörte, löste er sich von Ava. „Die Polizei ist da“, sagte er leise.
Er blieb dicht an ihrer Seite und hielt sie leicht am Ellenbogen. „Pass auf das Glas auf“, sagte er, als ein Splitter unter seinen Stiefeln knirschte. Sie war barfuß. Ihre Fußnägel leuchteten im gleichen Rot wie ihr Bikini.
Mittlerweile waren die Sirenen ganz nah, wahrscheinlich schon in ihrer Straße. Blake drehte das Wasser auf und entfernte den provisorischen Verband von Avas Hand. „Lass Wasser drüber laufen“, wies er sie an. „Ich gehe zur Tür.“
Eine Stunde später ging es in Avas Haus zu wie in einem Taubenschlag. Polizisten nahmen Beweise auf. An den schmiedeeisernen Pfosten des Vorgartenzauns wurde Absperrband befestigt. Ein Blitzlichtgewitter brach los; Paparazzi wie auch Journalisten der seriösen Tagespresse ärgerten sich darüber, dass sie hinter der Absperrung bleiben mussten, und riefen jedem, der herauskam, Fragen entgegen.
Drinnen blieb Ava von alldem verschont, doch ihr Herz pochte heftig. Sie hatte mehreren Polizisten schildern müssen, was sich genau zugetragen hatte, und jetzt konnte sie langsam nicht mehr. Reggie Pitt, ihr Agent, war gekommen, ‚um ihre Interessen zu schützen‘, wie er sagte, aber sie hielt sich lieber an Blake. Sie war froh, ihn bei sich zu haben.
„Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis jemanden, der Grund dazu hätte, Ihnen so etwas anzutun?“, fragte Kriminalinspektor Ken Biddle.
Blake gefiel die Frage nicht. „Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass es irgendwelche Gründe gibt, jemanden zu Tode zu erschrecken, indem man sein Haus unter Beschuss nimmt?“, knurrte er.
Der Polizist warf ihm einen kurzen Blick zu und wandte sich dann wieder an Ava. „Ich meine, gibt es jemanden, der etwas gegen Sie hat? Haben Sie in letzter Zeit irgendwelche seltsamen Briefe bekommen?“
Ava zuckte mit den Schultern. „Nicht mehr als sonst. Meine Fanpost geht direkt an Reggie, und wenn irgendetwas Verdächtiges dabei ist, gibt er es direkt an die Polizei weiter.“ Ihr Agent nickte.
Blake starrte sie an. „Du bekommst Drohbriefe?“
Ava nickte. „Ab und zu, ja. Stutenbissige Ehefrauen, Typen, die beleidigt sind, weil ich ihnen kein Autogramm gegeben habe, eifersüchtige Kolleginnen … das Übliche eben.“
„Aber keine Besonderheiten in letzter Zeit?“, hakte Ken nach.
Reggie, ein großer, dünner Mann mit grauem Wuschelhaar und Nickelbrille, schüttelte den Kopf. „Nein.“
„Wir werden alle Briefe noch einmal durchsehen müssen.“
Reggie nickte. „Sie müssten sie irgendwo bei Ihren Unterlagen haben.“
Ken machte sich eine Notiz. „Ich werde das überprüfen.“
„Entschuldigen Sie“, unterbrach sie ein Sanitäter. „Wir würden Ms Kelly gern mitnehmen. Ihr Kopf muss geröntgt werden und die Wunde an ihrer Hand genäht.“
Der Polizeibeamte nickte und klappte sein Notizbuch zu. „Gibt es irgendeinen Ort, an dem Sie eine Weile bleiben können? Sie sollten nicht zu Hause sein, solange der Täter noch frei herumläuft. Ich hoffe zwar, dass wir den Fall bald aufklären können, aber bis dahin sollten Sie sich im Hintergrund halten.“
Reggie schüttelte den Kopf. „Das geht nicht. Sie ist gerade für eine neue Werbung gebucht und muss übermorgen in Los Angeles sein. Außerdem hat sie nächste Woche mehrere Talkshowauftritte in den USA, bei denen sie ihr neues Parfum bewerben soll.“
Blake ging es gegen den Strich, dass sich dieser Agent offensichtlich überhaupt nicht für die Sicherheit seines Schützlings interessierte. Sollte die nicht an...




