E-Book, Deutsch, 127 Seiten
Angel Lost Angel's feuchte Erzählungen V
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7487-6090-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 127 Seiten
ISBN: 978-3-7487-6090-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Band V der 'feuchten Erzählungen' entspricht wieder über 120 Seiten eines gedruckten Buches und erzählt verträumte Geschichten von einem feuchten Unfall in der Gondel, einem Weihnachtsmarkt, einer versäumten Opernaufführung, dem langen Weg heim vom schnellen Essen (Fastfood), die Fortsetzung der prickelnden Geschichte mit Sonja, Carmen und ihrem heißen Fluß im Fluß, einer nicht weißen, sondern eher gelben Hochzeit(sparty), Katrins Erlebnissen im Park und am Strand, nassen Balken in einer Sauna und schließlich das Finale der Träumereien um Eis mit Sahne mit einem Gast-Nachwort von YWD. Dabei finden sich bereits aus früheren Büchern bekannte Charaktere und Schreiber wieder, doch frei nach dem Motto von 'Cami': 'Stets dezent und mit Anstand, das sei die Devise'. Und auch diesmal erzählt jemand, wie er zum Liebhaber dieser besonders zärtlichen Spielart der Erotik wurde
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Weihnachtsmarkt, eine wahre Geschichte Es sind nun zwar seit jener Zeit fast neun Jahre ins Land gegangen und doch stehen die Dinge immer noch sehr deutlich vor mir, so wie es halt ist, daß man schöne Augenblicke im Leben nie vergißt. Ich war damals zu einem mehrwöchigen Rehaaufenthalt in der Nähe unserer Landeshauptstadt, eine Zeit, in welcher ich sehr intensiv und bewußt meiner Neigung nachgehen konnte, ja zu dieser einen neuen wunderbaren Standpunkt gewann. Es war damals schon Vorweihnachtszeit und in der Stadt in der Nähe meines Kurortes war Weihnachtsmarkt. Also in den Bus gestiegen und auf zu Sankt Nicolaus. Als ich auf dem Busbahnhof ankam, war von Weihnachtsmarkt oder Weihnachtsstimmung nicht viel zu sehen, aber wenn man an so einem Tag der Menschenmasse nachläuft, kommt man selbst in der fremdesten Stadt unweigerlich an sein Ziel. So erging es auch mir und nach etwas über fünf Minuten Weg empfing mich langsam der Trubel. Erst einmal ließ ich mich einfach so mittreiben, aber irgendwie klinkte ich mich dann doch etwas aus der Masse aus und ich schaute mir einige Geschäfte an, welche eher in versteckten Gassen lagen, weil mir das mehr liegt als der große bunte Trubel. Aber mit der Zeit näherte ich mich dann doch dem Zentrum des Geschehens und nun inmitten dieses ganzen Trallala und kling Glöckchen kling spürte ich langsam, daß ich wohl doch hätte eine Tasse Schwarzen weniger trinken sollen, soll also heißen, meine Blase meldete sich. Zwar noch nicht drängend und in diesem Augenblick, obwohl das bei mir sehr, sehr selten vorkommt, noch ohne „Hintergedanken“, dafür aber das in solchen Augenblicken beruhigende Hinweisschild „Zu den Toiletten“ vor Augen. Also habe ich mal noch hier geschaut, dort etwas gestaunt und in Anbetracht des nicht allzu warmen Wetters einen heißen Kaffee getrunken, um dann den Weg jenes vorhin beschriebenen Schildes zu folgen, welcher aber schon bald an einem zweiten Schild endete, auf welchem zu lesen war, daß eben jener Ort aus technischen Gründen vorübergehend geschlossen sei. Im ersten Augenblick fand ich dies als eher unangenehm und ich überlegte nun, wie weiter? Erst einmal die gleiche Reaktion, wie sie sicher viele befällt, welchen unsere Neigung fremd ist, die Suche nach irgendeinem Gebüsch, einem Baum oder etwas vergleichbarem. Na Leute, habt ihr schon mal ein Gebüsch auf einem Marktplatz gesehen? Das weitere Umfeld eines Weihnachtsmarktes läßt auch kaum ein ungestört sein für dieses Bedürfnis zu. Dann kam mir der Gedanke „Zurück zum Busbahnhof“, weil ich dort eine Toilette gesehen hatte, aber zu diesem Gedanken gesellte sich ein zweiter und jener kam auf den uns wohl allen bekannten goldenen Flügeln daher geschwebt und ich fragte mich „Warum eigentlich hier die sprichwörtliche Not nicht einfach ausnutzen, um wirklich einmal in die Lage zu kommen, wo nichts anderes überbleibt als…, naja, ihr wißt schon, jedenfalls die Lage in der man nicht erst betteln muß, eh‘ es in die Hose geht. Einfach war es nun mit diesen Gedanken erst einmal nicht, so weiter zu gehen und sich noch einiges anzuschauen, weil die Gedanken eine Zielerfassung vorgenommen hatten und dieses Ziel nicht mehr aus den Augen lassen können. In dieser Situation suchen ja Augen, Gedanken und Gefühle nach allem Möglichen, nach Leidensgenossen und wohl nach einem Drehbuch der kommenden Minuten oder Stunden, ein Drehbuch von einer Intensität, welche Spielberg wohl erblassen lassen würde. Trotzdem ging ich erst noch einige Zeit durch angrenzende Straßen, hin und wieder schon mit dem Gedanken spielend, mir in einem Geschäft oder vor einem Schaufenster in die Hose zu pinkeln, aber erstens ging es sozusagen noch und zweitens dachte ich auch, vielleicht kommt noch eine Situation, in der ich es noch besser genießen kann. Nach gut einer halben Stunde ging ich wieder zurück auf den Markt und fand einen Imbißstand mit einem freien Tisch. Erst einmal eine Bratwurst an Land gezogen, welche aber durch meine Gedankenspiele schneller verzehrt war, als ich dies registrierte, also wurde noch einmal nachgeholt. Nun stehe ich mit meiner zweiten Wurst wieder am Tisch und spüre ganz deutlich, daß mir nun langsam beginnt, das Wasser bis in die Augen zu steigen. Fast genau in dem Moment, als ich halb gewollt und halb müssend das Überlaufen zulassen möchte, steuern zwei Frauen mit einem Glühwein meinen Tisch an und stellen sich ohne mich zu beachten dazu. Diese beiden jetzt in diesem Moment in meiner Nähe zu wissen verstärkt das Prickeln in mir ins fast Unerträgliche. In dem gleichen Augenblick als beide ihren ersten Schluck nehmen, lasse ich meine Sehnsucht los, spüre, wie sich das heiße Glück von der Mitte her in meiner Hose Raum greift, spüre, wie es sich einen Moment lang in meinem Slip staut, sich beginnt an meinem Hintern hinaufzusaugen, um dann wie ein Weihnachtstraum synchron an meinen Beinen hinunter zu laufen, spüre, wie meine baumwollene lange Unterhose versucht, dies alles aufzunehmen, aber diese herrliche goldene Sehnsucht perlt mit einem gigantischem mit nichts zu beschreibendem Glücksgefühl immer tiefer. Ich schaue an mir hinab, noch ist an meiner Jeans kaum etwas zu sehen, doch unten aus den Hosenbeinen tropft es langsam heraus, beginnt zu einem feinen Rinnsaal zu werden, welches zwei kleine Seen bildet, die sich zu vereinigen beginnen. Mir ist einerseits egal, ob dies jetzt jemand sieht, ja ich wünsche mir fast, daß die beiden an meinem Tisch Augen dafür hätten. Ich bin so glücklich und erregt zugleich, daß ich am liebsten laut schreien möchte, was ich gerade tue. Langsam versiegt dieser herrliche Strom, doch dieses Gefühl, es hallt wie ein Echo nach, es ist fast so, als ob eine ausgedörrte Natur das Wasser in sich aufsaugt. Ich stehe mit meinen bepinkelten Hosen an diesem Tisch und bin doch zugleich in einem Land unbeschreiblich schöner Träume. Langsam kehren meine Gedanken auf den Markt zurück, ich blicke wieder nach unten und sehe, daß meine Jeans nun doch etwas von diesem Geheimnis preisgeben, aber das ist mir egal, oder vielleicht sogar zusätzlich erregend. Ich gehe quer über den Markt, sicher getroffen von Blicken, welche ich nicht mehr wahrnehme, erreiche eine abgelegene Gasse, wo ich stehen bleibe, dieses Gefühl so tief in mir aufsauge, so unendlich glücklich bin, ich möchte tanzen, möchte schreien, aber etwas sagt in mir „dann holen sie Dich hier ab und stecken Dich in eine Zelle, weil dies niemand verstehen kann.“ Damals wußte ich auch noch nichts von diesen Seiten hier von Lost Angel und obwohl ich dies damals für mich schon zu akzeptieren begann, hätte ich in meinen schönsten Träumen niemals geglaubt, daß es so viele Gleichgesinnte gibt, denen ich dieses Glücksgefühl beschreiben könne und obendrein vielleicht noch verstanden werde. Es wurde nun auch Zeit, den Rückweg anzutreten und mir wurde schreckhaft klar, daß ich so gezeichnet mit dem Bus zurückfahren muß. Aber selbst diesen Schreck überlagerte mein Glücksgefühl. Ob dies im Bus jemand mitbekam, weiß ich nicht, obwohl es doch sicher auffiel, daß ich mich fairerweise auf eine Einkaufstüte setzte. Dann kam ich aber doch noch in eine etwas peinliche Situation: Als ich meine Kurstation betrat, lief ich genau der Schwester in die Arme und ihr Blick traf mich voll an der Stelle, wo ich halt aus ihrer Sicht wohl etwas eigenartig aussah. Ich merkte, daß ich doch etwas Farbe im Gesicht bekam und mit einem flachem Gruß in Richtung meines Zimmers ging. Mein erster Blick fiel in den großen Spiegel und ich konnte mich nun sozusagen in voller Pracht sehen. Wie lange ich so stand, weiß ich nicht, aber plötzlich klopfte es an der Tür und ich hörte die Stimme der Schwester. Ich öffnete wohl wieder mit rotem Kopf und hätte sie nicht gesprochen, ich hätte sicher kein Wort herausgebracht. Sie drückte mir eine Wäschemarke in die Hand, welche eigentlich bezahlt werden muß und sagte „Da brauchen Sie sich nicht zu schämen, das ist anderen auch schon passiert, und ich habe nichts gesehen.“ Weiß nicht einmal, ob ich danke sagte. Was ich aber weiß, sie aber bestimmt nicht, daß sich die herrliche Spannung in mir Minuten später in einem gigantischen Erdbeben entlud, dem eine lange lange Ruhe folgte. Dies war in dieser Zeit nicht das einzige Erlebnis dieser Art, aber das, welches sich am meisten in mein Gedächtnis gebrannt hat, und wenn es einmal doch so sein solle, daß in unserer letzten Stunde der Film unseres Lebens noch einmal an uns vorbei zieht, dann bitte ich darum, den Film an dieser Stelle anzuhalten, um mich noch einmal an jener Stelle eintauchen zu lassen. Aber es gab auch einen Schatten in dieser Zeit, weil ich zu einem richtigen Zeitpunkt mal wieder nicht am richtigen Ort war. Zwei Mitrehabilitantinen waren im Ort unterwegs, als eine mal dringend zu Potte mußte. Sie gingen in ein Fleischergeschäft mit Imbiß und sie fragten, ob sie mal die Toilette aufsuchen dürften. Antwort war: „Wir sind hier keine öffentliche Bedürfnisanstalt, gehen Sie doch in ihrer Kureinrichtung!“ Na ja, sie hat es halt nicht geschafft und die Sache ging in die Hose. Dumm nur, daß ich dies nur erzählt bekam, weil ich wie gesagt dort zu dieser Zeit sicher an einem falschen und bestimmt absolut...




