E-Book, Deutsch, 197 Seiten
Anonymus Die schöne Sklavin
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-96148-347-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
und andere Haremsgeschichten
E-Book, Deutsch, 197 Seiten
ISBN: 978-3-96148-347-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Über die wahre Identität des Autors, der sich hinter dem Pseudonym Anonymous verbirgt, liegen widersprüchliche Informationen vor: Handelte es sich um einen Berliner Buchhändler oder einen Wiener Journalist? Der Autor hat vermutlich noch weitere deftige Erotika verfasst, die von der Jahrhundertwende bis zum Beginn des 1. Weltkriegs zum Skandal wurden - so wie auch 'Lore'. Zurecht wurde diesem Erotikon der Untertitel 'Berliner Mutzenbacher' oder 'Berliner Fanny Hill' gegeben, denn es ist genau so schamlos - und auch für den modernen Leser ein frivoler Lesegenuss!
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Die lüsterne Lieblingsfrau
In Ispahan lebte einstmals ein reicher Kaufmann, der weit durch die Welt zog, von Konstantinopel nach Bagdad, Kairo und Indien. Er reiste und handelte noch mit seiner Ware, als er bereits ein Greis war.
So zog er denn auch einmal durch das Land Irak und kam in die Nähe der Stadt Karadsch. Dort sah er auf der Dorfstraße ein wunderschönes nacktes Kind spielen, mit weißer Hautfarbe, goldigem Haar und roten Wangen, das ihm über alle Maßen gefiel. Er nahm das Kind in seine Arme, untersuchte es, stellte fest, daß es ein Mädchen war, liebkoste es und gab ihm den Namen Armud (d. h. Birne). Dann erkundigte er sich nach den Eltern des Kindes und erfuhr, daß der Vater ein armer Tagelöhner war.
Der reiche Kaufmann sprach zu den armen Leuten:
»Ich habe euer Kind gesehen und es liebgewonnen. Es ist ein reizendes Mädchen, und ich habe die Absicht, es in meinen Harem zu nehmen, wenn es herangereift ist. Deshalb will ich mit euch einen Vertrag machen, nach dem ich Anspruch auf euer Kind habe, wenn es zum Weibe herangewachsen sein wird. Ich will euch eintausend Goldstücke dafür zahlen. Wenn ihr bereit seid, auf diesen Vertrag einzugehen, sollt ihr die Hälfte dieser Summe sogleich erhalten, den Rest aber nach zehn Jahren, wenn ich komme, Armud als meine Frau zu holen.«
Der Mann und die Frau gingen ein wenig beiseite, und der Mann sagte zu seiner Frau:
»Wie denkst du darüber? Ich meine, wir können auf das Angebot des Scheichs eingehen. Unsere Not hat dann sofort ein Ende. Er ist alt, und wer weiß, ob er nach zehn Jahren noch am Leben ist; denn es ist für eine junge Frau ja kein Glück, einen alten Mann zu bekommen. Aber sie wird dann immerhin ein gutes Leben haben, während sie hier doch nur an einen armen Schlucker gerät.«
Die Frau antwortete:
»Du hast recht, und ich denke wie du. Schließe mit ihm unter Zeugen den Vertrag ab, und laß dir die fünfhundert Goldstücke aushändigen. Dann wollen wir das Kind gut erziehen und es pflegen.«
»O Scheich«, sprach darauf der Vater des Kindes zu dem Kaufmann, »ich bin mit deinem Vorschlag einverstanden. Und wenn du nach zehn Jahren wiederkommst, sollst du eine gesunde, schöne und unversehrte Jungfrau in Empfang nehmen.«
»Inschallah«, antwortete darauf der Kaufmann.
Dann ließ er den Dorfältesten herbeirufen, der den Vertrag bestätigen mußte.
Darauf zog der Kaufmann weiter.
Der Kaufmann hatte eine Anzahl Frauen. Aber die meisten waren alt, und die jüngste hatte er vor einigen Jahren genommen. Deshalb sagte er sich, da er ans Sterben nicht dachte, daß diese nach zehn Jahren ersatzbedürftig sei. Schon jetzt nahm er sie – wie anfangs – nicht mehr auf seinen Reisen mit.
Er war aber ein Liebhaber von Frühgemüse, was für alte Männer ein sicheres Zeichen dafür sein soll, daß sie noch lange leben werden. Besonders zog er junge Schoten vor, die er aufbrach und mit Spargelspitzen genoß.
Nachdem ein Jahr um war, zog er wieder in die Gegend von Karadsch, besuchte die kleine Armud, beschenkte sie mit reizenden Gewändern und Spielsachen und gab auch ihren Eltern reichlich.
Jedes Jahr unternahm er diesen Besuch, und im zehnten Jahre kam er mit einer Last von Kleidern, Tüchern und Schmucksachen, um Armud als seine Frau mitzunehmen. Sie war groß, ihr lockiges Haar braun geworden, ihre Hüften waren breit und fest, und ihr Busen glich zwei reifen Pfirsichen. Der Heiratsvertrag wurde abgeschlossen, er gab den Eltern anstatt der fünfhundert Goldstücke noch eintausend. Dann begab er sich in eine Kammer mit ihr, wo er ihren Leib in Augenschein nahm und sich mit ihr die ganze Nacht hindurch erfreute, worüber die Eltern, die nebenan schliefen und alles vernahmen, erstaunten; denn der Kaufmann war seit jener Zeit, da er zum erstenmal gekommen war, zehn Jahre älter geworden und bereits über achtzig Jahre alt.
Am anderen Tage reiste das neuvermählte Paar ab. Seitdem hatte der Alte die junge Schote andauernd unter Augen und verbrachte jede Nacht an ihrer Seite.
Eines Tages nun befand er sich mit seiner Karawane auf dem Wege nach Bagdad. Sein schönes Weib Armud saß – von herrlichen Gewändern umhüllt – auf einem prachtvollen Kamel. Unterwegs hatte ihn nun ein Reisender gebeten, sich ihm anschließen zu dürfen. Er war ein junger Mann, der Sohn eines angesehenen Kaufmannes von Damaskus, und reiste in Geschäften seines Vaters nach Bagdad, schön gewachsen, mit vollem Gesicht, dunklem Bart und großen, tiefschwarzen Augen.
Der alte Kaufmann hatte auf jeden ein scharfes Auge, der in seines jungen Weibes Nähe kam. Deshalb gab er nur ungern dem jungen Mann die Erlaubnis. Nachdem sich aber herausgestellt hatte, daß er den Vater des Reisegefährten kannte, und dieser ihm erzählte, daß er selbst verheiratet sei, schwand sein Mißtrauen. Und schließlich gewann er zu ihm ein so großes Zutrauen, daß er gelegentlich sein junges Weib seinem Schutze anvertraute.
Als die Karawane sich nun eines Morgens auf dem Wege befand, war der Boden sehr schlüpfrig, denn des Nachts hatte es heftig geregnet. Der Scheich befand sich gerade im Gespräch mit einem seiner Knechte, dem er Anweisungen gab. Da glitt plötzlich das Kamel, auf dem Armud saß, aus, indem seine Beine gleichzeitig nach einer Seite rutschten; sein Rumpf mit der kostbaren Last stürzte nach der Seite. Sofort sprang der junge Damaszener von seinem Reittier, um die junge Frau des Scheichs aus ihrer Lage zu befreien. Als er in ihre Nähe kam, griff sie in ihrer Angst nach ihm, um sich aufrichten zu können, und erwischte dabei seine Hose und mit dieser das, was sich zufällig an dieser Stelle unter ihr befand, nämlich seinen Schlauch.
Kaum hatte sich aber Armud festgehalten, als das, was sie in der Hand hielt, plötzlich anschwoll, groß und straff wurde und zu zucken begann, wie ein Fisch, den man mit der Hand fängt, so daß es ihre Rosenblatthand nicht mehr zu umspannen vermochte und abglitt, sie aber in eine tiefe Erregung versetzte, die sie bisher noch nicht gekannt hatte.
Da hatte aber schon der junge Damaszener sie erfaßt und seine Arme unter sie gelegt, um sie emporzuheben. Dabei fuhr er unter den Mantel, in den sie eingehüllt war, und weil er unruhig war, glitt seine Hand aus, geriet zwischen ihre Beine, sprengte die Hose entzwei und schoß mit zwei Fingern bis an deren Wurzel in ihr Juwelentäschchen hinein. Darüber kam ihn eine große Furcht an, denn er meinte, er habe sie in der Mitte auseinandergerissen; er hob sie daher schnell empor, wobei das junge Weib tief seufzte, und er meinte nun, jetzt würde sie laut schreien und bluten, und der alte Scheich würde ihn töten.
Aber es geschah nichts von alledem. Armud bedankte sich vielmehr bei ihm mit Worten, die wie das Zwitschern von Vögeln klangen, und der Scheich, der inzwischen auch besorgt herzugelaufen war, schenkte ihm als Lohn einen Ring mit einem großen Edelstein.
Der junge Mann versank in Nachdenken. Er konnte sich nicht darüber klarwerden, was es mit der Dame für eine Bewandtnis hatte. Er hatte genau gespürt, wie es bei ihr an dieser Stelle in die Eingeweide ging, und so etwas hatte er bei einem Menschen noch nicht festgestellt. Deshalb wähnte er, sie müsse diesen Schaden von dem Sturz oder von seinem Zugreifen davongetragen haben.
Auch Armud war nachdenklich geworden. Sie war immer fröhlich gewesen, aber jetzt kam eine solche Lustigkeit über sie, daß sie sang. Dem jungen Reisenden aus Damaskus war sie zugetan, und sie sehnte sich danach, von ihm zu erfahren, was dieses sonderbare Ding gewesen war, das unter ihrer Hand von einem Lederzipfel, für den sie es anfangs hielt, sich zu einem Türklopfer ausgewachsen hatte.
Als der Scheich sie singen hörte, ritt er auf seinem arabischen Schimmel an sie heran und sagte zu ihr:
»O mein Kind, ich höre dich singen, was du selten tust. Ist dir ein besonderes Glück widerfahren?«
»Ja, mein Herr. Ich habe etwas begriffen, oder vielmehr: mich hat etwas ergriffen.«
»Und was ist es, mein süßes Weib, was du begriffen oder was dich ergriffen hat, so daß du mit der Bülbül um die Wette jubelst?« fragte er weiter.
Darauf erwiderte sie klug:
»O mein Herr, ist es dir noch nicht widerfahren, daß du nach etwas griffest, was dir ein Sperling erschien, und als du genauer hinsahest, es eine Katze war?«
Der Scheich sann nach, dann gab er zurück:
»O ja, so etwas Ähnliches ist mir schon einmal widerfahren, nur war es umgekehrt: Ich glaubte eine springende Gazelle zu besitzen, und als ich hinsah, war es nur ein Floh.«
Da lachte Armud laut auf und sprach:
»Mein Herr und Gebieter, erkläre mir dies näher.«
»Von Herzen gern und mit größter Freude«, entgegnete er und erzählte dann:
»In Kairo kam einmal ein Mann zu mir, der mir sagte, er wisse mir eine herrliche Sklavin zu nennen, die einer springenden Gazelle gleiche, da sie eben aus dem Innern von Afrika gekommen und noch wenig bestiegen worden sei. Ich belohnte den Mann gut, und er führte mich in das Haus, wo die Gazelle eingehüllt auf Kissen saß. Da ich nun des Nachts mit ihr mein Lager teilte, hatten wir gar keinen Platz, denn mein Spieß, den ich auf die Jagd mitgenommen hatte, lag zwischen uns und im Wege, da ich ihn nirgends der Gazelle in die Weiche stoßen konnte; die Gazelle war nur ein kleines schwarzes Ding, stumm wie ein Stein, taub wie die Erde, zwischen den Beinen zugewachsen, und wenn sie lief, hüpfte sie wie ein Floh.«
Nun wurde Armud ganz ausgelassen, sang noch lustiger, und der Alte ritt wieder weiter zurück, um sich mit einem Kaufmann zu unterhalten, den er am Abend zuvor kennengelernt hatte.
Armud aber suchte Gelegenheit, mit dem Damaszener sprechen zu können. Und als sich diese bei einer Rast...




