Anonymus / Henschel | Die Trump-Tagebücher | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

Anonymus / Henschel Die Trump-Tagebücher


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-455-01078-7
Verlag: Hoffmann und Campe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

ISBN: 978-3-455-01078-7
Verlag: Hoffmann und Campe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Muss jetzt die Geschichte umgeschrieben werden? Die Sensation könnte nicht größer sein: Der umstrittenste US-Präsident aller Zeiten hat seit Jahrzehnten Tagebücher geführt - und ein anonymer Whistleblower gibt sie heraus. Diese Tagebücher zeigen Donald Trump erstmals völlig unverstellt - als jähzornigen Wirtschaftsboss, als ungeschickten Familienvater, als enttäuschten Liebhaber, als rachsüchtigen Intriganten und immer wieder als politischen Wirrkopf. Doch es kommt noch besser: Der Anonymus hat auch Kopien von Trumps umfangreicher Privatkorrespondenz angefertigt. Zu den Menschen, mit denen er in brieflicher Verbindung gestanden hat, gehören u. a. John Lennon, Cindy Crawford, Groucho Marx, Alfred Hitchcock, Gunter Sachs, Franz Beckenbauer, Cary Grant, Rupert Murdoch, John Wayne, Axel Springer, Marlon Brando, Susan Sontag und L. Ron Hubbard - und sogar Osama Bin Laden.

Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman Die Liebenden (2002) begeisterte die Kritik ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, die mit dem Kindheitsroman 2004 ihren Anfang nahmen. Henschel ist außerdem Autor zahlreicher Sachbücher. Er wurde unter anderen mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis und dem Georg-K.-Glaser-Preis und dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet.
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Weitere Infos & Material


Cover
Titelseite
Vorwort des Herausgebers
Die Trump-Tagebücher
Über den Herausgeber
Impressum


Die Trump-Tagebücher


Liebe Violet!

Es ist wahr, was Du mir über Donald geschrieben hast. Ihm fehlt alles, was ein Mann braucht, um im Leben bestehen zu können. Er ist unbelesen, ungebildet, sprunghaft, egozentrisch, jähzornig und vergnügungssüchtig, und seine Selbstverliebtheit überschreitet jedes mir bekannte Maß, obwohl in seinem Fall nicht der geringste Grund für Selbstverliebtheit vorliegt.

Du müsstest ihn einmal reden hören, wenn wir zu Tisch sitzen. Nein, es würde genügen, ihm beim Schlürfen seiner Suppe zuzusehen! Er hat die Manieren eines Neandertalers, und man kann schon froh sein, dass er überhaupt das Essbesteck benutzt.

Kürzlich hat er hier eine »Bekannte« angeschleppt. Es war entwürdigend. In meinem gesamten Leben ist mir keine Person begegnet, die ordinärer gewesen wäre. Von dem vulgär hochtoupierten Haar und ihrem Schmatzen will ich dabei gar nicht einmal reden. Ach, schweigen wir davon!

Als Vater habe ich versucht, ihn auf die richtige Bahn zu lenken, aber meine Kräfte sind anscheinend zu schwach gewesen. Jetzt taumelt er seinem Verderben entgegen, und nichts kann ihn aufhalten. Er ist ein Versager, ein Blindgänger und eine Schande für das Geschlecht, dem er entstammt.

Verzeih mir, dass ich Dir das alles schreibe. Mein Herz ist schwer, und bei jeder Begegnung mit Donald verfluche ich den Tag, an dem ich beschlossen habe, eine Familie zu gründen.

In alter Verbundenheit

Fred

22. Dezember 1967

Der Alte glaubt, dass er ALLES darüber weiß, wie man ein Unternehmen führt. FALSCH! Man muss BESCHLEUNIGEN und LOSLEGEN. Ein Rezept von Blind Boy Fuller. STEP IT UP AND GO! Aber der zahnlose Alte lebt noch in der Ära, in der man Geld in Sparstrümpfe gesteckt hat. FRED DAGOBERT DUCK. Und ich bin der arme Donald …

*

Lieber Donald:

Du hast mir nicht geschrieben, wie alt Du bist, aber ich nehme an, dass Du noch die Grundschule besuchst. Dort nehmt Ihr jetzt bestimmt das Thema Raumfahrt durch.

Leider kann ich Dir Deine Bitte, die Worte »Donald war hier« auf den Mond zu schreiben, nicht erfüllen. Bei unserer Mission sind alle Schritte genau festgelegt, und wir müssen uns an den sorgfältig geplanten Ablauf halten.

Doch ich werde Dir einmal kurz zuwinken, wenn ich gelandet bin!

Mit freundlichen Grüßen

Neil Armstrong

30. Mai 1969

Wieso glaubt der Hohlkopf Neil Armstrong, ich würde noch zur Grundschule gehen? Und weshalb kann er nach der Landung nicht mal eben kurz was auf den Mond schreiben?? Zwei Fragen – eine Antwort: Weil er doof ist. Ich hoffe, dass er mit seiner Drecksrakete ABSTÜRZT und sich alle Zähne ausschlägt, bevor sie EXPLODIERT!

*

Lieber John!

Wie ich gehört habe, wollen Sie Ihren Orden »Member of the British Empire« zurückgeben. Das ist vollkommen verständlich. Auch ich bin zornig auf das Establishment, das jungen Leuten wie uns den Weg nach oben verwehren will.

Aber was soll die verschnarchte Queen mit dem Orden anfangen?

Hier ist mein Vorschlag: Verkaufen Sie mir diesen Orden für 4000 Dollar. Einverstanden?

Ich bin ein Riesenfan der Beatles. YESTERDAY war Euer allergrößter Hit.

Alles Liebe!!!

Donald J. Trump

22. August 1970

FUCK THE BEATLES. Sie haben unser Land gestohlen, und jetzt verbreiten sie ihre LSD-PROPAGANDA. Getrennt haben sie sich nur zum Schein, damit sie aus allen vier Himmelsrichtungen angreifen können. Ringo Starr haut auf die Trommel, Gregory Harrison schart unsere Feinde in Indien um sich, Paul McCartney lächelt, und John Lennon bekennt sich offen zum VIETCONG. Wir brauchen einen Motormäher, um diese Köpfe zu rasieren. JETZT SOFORT!

*

Sehr geehrter Herr Sachs:

Sie haben sicher schon von mir gehört. Ich bin mit phänomenalem Erfolg in der Baubranche tätig und führe laut FORBES die Liste der Jungunternehmer an, die das Bild Amerikas in den kommenden Jahrzehnten prägen werden.

Nun aber eine Frage von Mann zu Mann: Ist es wahr, dass Sie vor einigen Jahren in Saint-Tropez aus einem Hubschrauber eintausend Rosen über dem Grundstück von Brigitte Bardot abgeworfen und dadurch ihr Herz erobert haben?

Inzwischen sind Sie ja von Bardot geschieden und haben sich neu verheiratet. Ich habe ein Bild von Ihnen beiden im LIFE Magazine gesehen und gratuliere Ihnen zu dem neuen Schätzchen an Ihrer Seite.

Wenn Sie einmal in New York sind, erzähle ich Ihnen gern mehr über mich.

Mit besten Grüßen Donald J. Trump

13. September 1970

Wenn die Geschichte mit den tausend Rosen stimmt, werde ich EINE MILLION ROSEN über Brigitte Bardots Grundstück abwerfen. Nicht kleckern, sondern KLOTZEN!!!

Sehr geehrter Herr Trump!

Der Komponist Johann Sebastian Bach hat einst die Verse eines unbekannten Dichters vertont, die mit den Worten beginnen:

»Willst du dein Herz mir schenken,

So fang es heimlich an.«

Ich erlaube mir daher, Ihnen die Antwort auf Ihre Frage schuldig zu bleiben.

Weiterhin viel Erfolg in Ihrem reizvollen Metier.

Mit freundlichen Grüßen

Gunter Sachs

16. Oktober 1970

Dieser aufgeblasene Gunter Sachs will offensichtlich die Kontrolle über alle seine abgelegten Weiber behalten. Na, soll er doch! Ich habe KEINERLEI Interesse an seinem Harem. Wer ist schon die Bardot? Eine französische Zicke ohne jeden Sex-Appeal. Gerade gut genug für das Gesindel der europäischen Schürzenjäger. Meine Ansprüche an das zarte Geschlecht sind weitaus HÖHER!!!

*

Sir,

es ehrt Sie, dass Sie mich mit zehn Millionen Dollar unterstützen möchten, und es schmeichelt mir, dass sie meine Arbeit lieben. Leider ist es mir jedoch unmöglich, Ihnen als Gegenleistung eine Rolle in meinem neuen Film anzubieten.

Ich glaube Ihnen gern, dass Sie in der Firma E. Trump & Son demnächst die erste Geige spielen werden, und nachdem ich nun einige Fotos von Ihnen gesehen habe, möchte ich Ihnen empfehlen, sich auf das Immobiliengeschäft zu konzentrieren und sich den Gedanken an die Schauspielerei aus dem Kopf zu schlagen.

Sollten Sie dennoch darauf beharren, ins Filmgeschäft einsteigen zu wollen, rate ich Ihnen, sich an meinen alten Freund Roger Corman zu wenden, der in seinen B-Filmen gelegentlich Verwendung für obskure Galgenvögel findet.

Mit freundlichen Grüßen

Alfred Hitchcock

25. Juni...


Henschel, Gerhard
Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman Die Liebenden (2002) begeisterte die Kritik ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, die mit dem Kindheitsroman 2004 ihren Anfang nahmen. Henschel ist außerdem Autor zahlreicher Sachbücher. Er wurde unter anderen mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis und dem Georg-K.-Glaser-Preis und dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet.

Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman Die Liebenden (2002) begeisterte die Kritik ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, die mit dem Kindheitsroman 2004 ihren Anfang nahmen. Henschel ist außerdem Autor zahlreicher Sachbücher. Er wurde unter anderen mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis und dem Georg-K.-Glaser-Preis und dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet.



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