E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Anthony Die verbotene Sehnsucht des Kronprinzen
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0945-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7515-0945-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Thronfolger Alessio von Lasserno kennt seine Pflichten: Er muss schon bald eine Prinzessin heiraten. Was für ihn dagegen nicht infrage kommt, ist eine Bürgerliche. Doch woher stammen bloß die heißen Gefühle für die schöne Malerin Hannah Barrington? Zwei Wochen wohnt sie im Palast, um an seinem Krönungsporträt zu arbeiten. Plötzlich brennt in Alessio eine verbotene Sehnsucht: Er will seinem goldenen Käfig entkommen und frei für die Liebe sein, für sinnliche Nächte voller Leidenschaft - mit der bezaubernden, aber nicht standesgemäßen Hannah!
Als Kali Anthony mit vierzehn ihren ersten Roman las, wurde ihr einiges klar: Es kann nie zu viele Happy Ends geben, und eines Tages würde sie diese selbst schreiben.Wie in einer perfekten Liebesromanze heiratete sie ihren eigenen großen, dunklen und gutaussehenden Helden, dann wagte sie den Sprung ins kalte Wasser und machte sich an ihren ersten Roman, der auch direkt veröffentlicht wurde. Seitdem ist das Schreiben ihre große Leidenschaft.
Wenn sie nicht gerade mit ihrer Katze um die Computertastatur kämpft, kann man Kali dabei antreffen, wie sie sich mit Vintage-Kleidung herausputzt, im Garten arbeitet oder sich mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Regenwäldern von South East Queensland durchs Dickicht schlägt.
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Am Flughafen erwartete Hannah eine dunkle Limousine samt Fahrer, in der sie zum Palast gefahren wurde. Das mächtige turmbewehrte Gebäude ragte hoch über einer malerischen Landschaft aus Olivenhainen und Weinbergen auf.
Nun stand sie in einem opulent ausgestatteten Vorzimmer. Das Mobiliar war allerdings gewöhnungsbedürftig. Wie konnte ein so üppig gepolsterter, brokatbezogener Stuhl nur so unbequem sein? Hannah versuchte vergeblich, eine erträgliche Sitzposition einzunehmen. Seine Hoheit ließ auf sich warten. Sie fühlte sich wie ein Schulmädchen, das ins Büro des Schulrektors zitiert worden war.
Sie blickte auf die massiven Eichentüren, hinter denen das Arbeitszimmer des Prinzen lag. Alles hier war so überdimensional und einschüchternd. Was mich hier wohl in den nächsten zwei Wochen erwarten wird?
Ihre Galeristin hatte ihr erst eine Typveränderung verpasst – Maniküre, neue Frisur, elegante Kleider – und sie dann mit Freuden ziehen lassen. Seit ihrer Ankunft in Lasserno holte die Vergangenheit Hannah immer wieder ein, und sie dachte voller Wehmut an die Zeit zurück, bevor ihre ganze Welt zusammengebrochen war.
Aber für diese Gedanken war jetzt keine Zeit. Die mächtigen Türen schwangen auf, und der Privatsekretär des Prinzen trat heraus. Im Vorfeld ihres Besuches hatte sie mehrfach mit ihm telefoniert. Er war stets formvollendet höflich und freundlich gewesen, aber sie hatte ihm keine Auskünfte über den Prinzen entlocken können.
„Seine Hoheit hat jetzt Zeit für Sie.“
Sie trat in den riesigen Raum und staunte.
An sämtlichen Wänden hingen großformatige Ahnenporträts in kunstvoll verzierten vergoldeten Rahmen. Die Decke des Arbeitszimmers zierten opulente Fresken, der Boden war mit einem luxuriösen karmesinroten Teppich ausgelegt. Aber am beeindruckendsten war der Mann, der hinter dem antiken Schreibtisch stand und sie prüfend ansah.
Der Prinz schien auf etwas zu warten. Richtig, das hatte sie fast vergessen! Schnell sank sie in einen angedeuteten Hofknicks und trat anschließend näher. Er bedeutete ihr, sich zu setzen. Hannah nahm auf einem Lehnstuhl Platz. Gerade noch rechtzeitig, denn als er sie anlächelte, bekam sie weiche Knie.
„Hatten Sie einen angenehmen Flug?“
Sie dachte an ihre Reise im Privatjet des Prinzen, auf der das Personal sie wie eine Prinzessin umsorgt hatte. „Ja, vielen Dank, aber ein Linienflug hätte auch genügt.“
„Nehmen Sie es einfach als Entschädigung für Ihre Unannehmlichkeiten. Ich vermute, Ihre anderen Auftraggeber waren nicht allzu enttäuscht über Ihre vorübergehende Abwesenheit?“
Das war noch untertrieben. Wie prophezeit, rechneten alle ihre Kunden damit, dass mit dem Auftrag aus dem Königshaus auch der Wert ihrer eigenen Porträts steigen würde. Es hätte nicht viel gefehlt, und ihre Kunden hätten sie mit einer rauschenden Party und einem Feuerwerk verabschiedet. Hannah schüttelte den Kopf, und Alessio zog leicht amüsiert die Mundwinkel hoch. Ihr Herz tat einen kleinen Hüpfer. Wenn er lächelte, sah er noch viel attraktiver aus.
Aber dieser Mann war ein Prinz und damit für eine Normalsterbliche wie sie unerreichbar.
Nun setzte er sich ebenfalls. „Sprechen wir darüber, was ich von Ihnen während unserer Zusammenarbeit erwarte.“
Man hatte ihr bereits während des Fluges ein umfangreiches Dossier überreicht, in dem alle Etikette- und sonstigen Verhaltensregeln verzeichnet waren. Die nächsten Tage würden anstrengend werden.
„Ihr Verhalten fällt auch auf mich zurück. Ich möchte Sie darum bitten, dies stets zu bedenken und dementsprechend zu agieren.“
Was fällt ihm ein? „Das versteht sich von selbst. Sie werden meine Anwesenheit gar nicht bemerken.“
Er sah sie eindringlich an. Seine Augen hatten die Farbe von Umbra. „Das ist erfreulich. In der Öffentlichkeit werden Sie stets mit gebührendem Abstand hinter mir gehen. Die einzige Frau, die an meiner Seite schreiten darf, ist die Prinzessin.“
„Werde ich sie auch kennenlernen?“
„Noch gibt es keine Prinzessin.“
„Schade. Ich dachte, ich könnte sie vielleicht ein wenig über Sie ausfragen.“
„Ich lebe für mein Land. Mehr müssen Sie nicht wissen“, antwortete er eisig. Es schien wirklich nichts anderes für ihn zu geben. Das fand Hannah unglaublich traurig.
„Sie sagten, die Regeln gelten in der Öffentlichkeit. Was ist, wenn wir allein sind?“
„Das wird nicht vorkommen.“
Hannah blickte sich gespielt übertrieben um. „Ich sehe hier gerade niemanden.“
„Stefano.“
„Sì?“
Sie fuhr herum. Der Sekretär stand direkt neben der Tür und schmunzelte. Sie drehte sich wieder zu Alessio um.
„Wo haben Sie den armen Mann denn versteckt? Im Aktenschrank?“
„Das ist irrelevant. Es genügt, zu wissen, dass wir nie allein sein werden.“
„Und wie soll ich so meine Arbeit machen?“ Hannah war frustriert.
„Das sollten Sie eigentlich wissen. Sie nehmen sich eine Leinwand, einen Pinsel …“
Enerviert schüttelte Hannah den Kopf. „Ich kann nicht arbeiten, wenn ständig Fremde um mich herumwuseln. Porträtmalerei ist eine sehr persönliche Angelegenheit, eine intensive Interaktion zwischen zwei Menschen …“
„Mein Haus, meine Regeln, Signorina Barrington.“
Wie kann er nur so stur sein? Na, warte …
„Nun, wenn es so leicht ist, warum malen Sie sich dann nicht gleich selbst, Eure Hoheit?“
Er verzog keine Miene. Sie wurde nicht schlau aus ihm, er war wie eine weiße Leinwand, bei der man nicht wusste, welches Motiv darauf entstehen würde.
„Weil ich die Beste für diese Aufgabe haben möchte, und das sind nun einmal Sie.“
Hannah wusste nicht, ob das unter diesen Umständen noch zutraf. Sie war nur hier, weil sie keine Wahl hatte, und ihr erschloss sich immer noch nicht, wie sie den Prinzen malen sollte. Er war so ausdruckslos, so glatt. Natürlich sah er sehr gut aus, seine Gesichtszüge waren makellos, sein Körper wie gemeißelt. Aber genau das war das Problem, er hätte ebenso gut ein Denkmal sein können. Ein hübsch gestalteter Marmorblock ohne Herz und Seele.
Sie stand auf und ging zu den Ahnenbildern.
„Ich habe nicht gesagt, dass Sie aufstehen dürfen.“ Prinz Alessios Stimme klang unerbittlich. Bisher hatte sie seine Spielchen erduldet, aber um Erlaubnis bitten, um sich bewegen zu dürfen? Das ging zu weit!
„Es wird aber ermüdend für uns beide, wenn ich bei allem, was ich tue, erst Ihr Einverständnis einholen muss. Eure Hoheit, ist es gestattet, dass ich mir ein Glas Wasser einschenke? Eure Hoheit, darf ich ins Bad? So wird das nichts.“
Er warf ihr einen vernichtenden Blick zu.
Hannah wies auf die Gemälde an der Wand. „Wenn Sie so viel Wert darauf legen, über alles zu bestimmen, dann sagen Sie mir doch, wie Sie gern dargestellt werden möchten.“
Nach kurzem Zögern kam der Prinz ihrer Bitte nach und stellte sich neben sie. Er studierte die verschiedenen Darstellungen seiner Vorfahren. Einige posierten stehend, in Uniform mit dazugehörigem Säbel, andere saßen auf einem Thron, ein Zepter in der Hand.
„Wie soll man Sie einmal in Erinnerung behalten, wenn Sie nicht mehr leben?“
Seine Antwort kam schnell. „Als der beste Herrscher, den Lasserno je hatte. Ich werde mich nicht mit weniger zufriedengeben.“
Sie zweifelte nicht daran, dass ihm dieses Unterfangen gelingen würde. Aber wie sollte sie das bildlich darstellen?
Ich hätte hinter meinem Schreibtisch bleiben sollen. Jetzt war er ihr fast zu nah. Hannah Barrington übte eine starke Anziehungskraft auf Alessio aus. Ihre Widerspenstigkeit war entzückend. Die meisten Menschen verhielten sich ihm gegenüber unterwürfig, verbeugten sich permanent oder knicksten. Sie war anders, sie behandelte ihn, als wäre er nichts Besonderes. Sie hatte sich nicht einmal vorher umgezogen, als er sie in ihrem Atelier besucht hatte. Schon in ihrer Malerkleidung und mit dem wilden Haar hatte sie ihn mit ihrer Unbekümmertheit bezaubert.
Aber das war kein Vergleich dazu, wie sie gerade auf ihn wirkte.
Er stand so nah vor ihr, dass er sogar die kleinen goldenen Sprenkel in ihren smaragdgrünen Augen sehen konnte. Ihr seidiges dunkelbraunes Haar umrahmte ihr ebenmäßiges Gesicht. Die farbbespritzte Kleidung war dunklen, eng anliegenden Jeans gewichen. Dazu trug sie schwarze kniehohe Stiefel und eine raffiniert geschnittene weiße Bluse, die gerade so weit aufgeknöpft war, um die Fantasie anzuregen, ohne zu viel preiszugeben. So wirkte sie auf ihn nicht mehr mädchenhaft, sondern wie eine begehrenswerte Frau.
Aber das war verboten. Sie war nicht standesgemäß. Der royale Heiratsvermittler stellte gerade eine Liste mit passenden Kandidatinnen zusammen, aus der er seine Wahl treffen würde.
Hannah würde nie mehr sein als seine Angestellte. Jemand, den er auf Abstand hielt und mit angemessenem Respekt behandelte, mehr nicht. Daran änderten auch ihre Kurven und ihr sinnlicher Mund nichts. Wie es sich wohl anfühlt, sie zu küssen?
Er riss sich aus seinen Gedanken. Wo waren nur seine Manieren geblieben? Sie hatte eine lange Reise hinter sich, und er hatte ihr nicht einmal die Gelegenheit gegeben, sich auszuruhen. Allerdings wirkte sie im Moment auch nicht, als ob sie sich erholen müsste.
Mit in die...




