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Arntz / Kämper | Die digitale Schulleitung  und das papierlose Büro | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 184 Seiten

Arntz / Kämper Die digitale Schulleitung und das papierlose Büro

Strategien und Praxisbeispiele für das digitale Management in der Schulverwaltung
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-347-39798-9
Verlag: Tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Strategien und Praxisbeispiele für das digitale Management in der Schulverwaltung

E-Book, Deutsch, 184 Seiten

ISBN: 978-3-347-39798-9
Verlag: Tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Deutschlands Schulen werden digital. Während alle Blicke auf die Digitalisierung des Unterrichts und das digitale Lernen fokussiert sind, wird ein wesentlicher Aspekt in diesem Transformationsprozess völlig außer Acht gelassen: die Digitalisierung der Schulleitungen und das Management des Organisations- und Verwaltungsapparates. Und während sich die Publikationen zur digitalen Schule, zur Professionalisierung der Lehrkräfte, der Schülerschaft und des Unterrichts regelrecht überschlagen, so gibt es so gut wie keine Hilfe für die Leitungsebene im Schulgeschäft. Gerade diese Personen sind die wichtigen Impulsgeber, Motivatoren und Entscheidungsträger in diesem schulischen Entwicklungsprozess und werden das Bildungswesen der Zukunft in Deutschland fundamental prägen. Daher sind Carsten Arntz und Stephan Kämper auf einer bildungsfördernden Mission. Sie möchten Deutschlands Schulleitungen mit ihren Expertisen im digitalen Bereich, mit ihren langjährigen Erfahrungen im Selbstmanagement und mit tagtäglich gelebten und erlebten Praxisbeispielen tatkräftig dabei unterstützen, den digitalen Wandel erfolgreich zu meistern. Die vorgestellten Strategien und Praxisbeispiele sind dabei nicht nur für das digitale Management von Schulleitungen und deren Schulverwaltung interessant, sondern können adäquat von allen Interessenten angewendet werden, die sich auf den Weg zur Digitalisierung und / oder zum papierlosen Büro machen.

Carsten Arntz, Jahrgang 1974, ist Studiendirektor i. K. und stellvertretender Schulleiter am Erzbischöflichen Berufskolleg Köln. Nach dem Abitur am Emil-Fischer-Gymnasium in Euskirchen studierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und an der University of Nottingham die Fächer Anglistik und Pädagogik. Nach dem 1. Staatsexamen leistete er sein Lehramtsreferendariat am Studienseminar Jülich und am Gymnasium der Stadt Kerpen ab. Seit 2002 ist er am Erzbischöflichen Berufskolleg Köln tätig und wechselte dort 2018 in die Schulleitung. Arntz unterrichtet die Fächer Englisch, Erziehungswissenschaften, Informatik und Medienpädagogik. Seit 2021 ist er von der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit Auszeichnung zertifizierte »Fachkraft für Agile Führung«, seit 2020 von der Deutschen Akademie für pädagogische Führungskräfte (DAPF) zertifizierter »Digital Learning Leader« und seit 2008 vom Institut für Lernsysteme (ILS) zertifizierter »Multimedia-Designer«. Arntz ist zudem Mitglied des Digitalrates des Erzbistums Köln und Mitglied der Digital Society. Mit seinem Kollegen Stephan Kämper betreibt er seit 2021 die Internetseite www.digitaleschulleitung.de und hält regelmäßig Keynote-Vorträge und Workshops zur digitalen Transformation in der Schulleitung und dem papierlosen Büro. Nebenberuflich interessiert er sich für Grafikdesign, Typografie, Fotografie, Video- und Musikproduktion. Arntz wohnt mit seiner Frau Sarah, den zwei Söhnen Janis und Elias, Tochter Emilia sowie Hündin Nika in Brühl bei Köln.

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ZEIT FÜR VERÄNDERUNGEN Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste.
Es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann. CHARLES DARWIN (1809–1882, ENGLISCHER NATURFORSCHER) Die Welt um uns herum wird immer digitaler. So auch unsere Schulen. Die späten 2010er und die frühen 2020er-Jahre zeichnen sich vorrangig durch einen außerordentlichen Change-Management-Prozess aus, der in der Geschichte des Bildungswesens seinesgleichen sucht. Wir befinden uns mitten auf dem Weg in ein von Digitalität geprägtes Schulzeitalter, das dem Anachronismus der vergangenen 200 Jahre langsam, aber sicher abschwört. Und dies mit Recht, denn die Aufgabenfülle, die Schulleiter, Lehrer und Schüler in diesen modernen Zeiten zu bewältigen haben, wird immer komplexer und ist mit früheren Zeiten einfach nicht mehr vergleichbar. Die analoge Schule, wie wir sie aus der Vergangenheit kannten – mit Kreidetafeln, Unmengen an Kopien, Tageslichtprojektoren, Aushängen an Schwarzen Brettern, Klassen- und Notenbüchern in Papierform u.Ä. – wird es in dieser Form zukünftig nicht mehr geben. Schule und Schulorganisation müssen in diesem neuzeitlichen Adaptationsprozess grundlegend neu gedacht und ausgerichtet werden. Tobias Kollmann, Lehrstuhlinhaber für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen, definiert in seinem Buch Digital Leadership diese gesellschaftliche Neuausrichtung von analog zu digital wie folgt: »Die digitale Transformation (auch ›digitaler Wandel‹) bezeichnet einen fortlaufenden und tief greifenden Veränderungsprozess für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf Basis digitaler Technologien, der Information, Kommunikation und Transaktion zwischen den hier jeweils beteiligten Akteuren elementar beeinflusst und zu einem neuen Verständnis und Verhalten in den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebensbereichen führt« (Kollmann 2020, S. 2). Digitale Transformation hat also vorrangig etwas mit einer gesellschaftlich notwendig gewordenen Veränderung der eigenen Haltung zu tun, die die Grundvoraussetzung für die Bewältigung der stetig steigenden Anforderungen im Berufsleben und im privaten Alltag bildet. Man muss sich – vor allem als Führungskraft – zwangsläufig dem digitalen Wandel anpassen, um in dieser neuen VUCA-Welt1, gemäß dem Wortlaut Darwins, »zu überleben«. Ziel ist es, innerhalb einer interaktiven und technisierten Welt zielsicher agieren zu können. Doch ohne eine Form der Unterstützung wird vieles bald nicht mehr in der uns zur Verfügung stehenden Arbeitszeit leistbar sein. Von den verheerenden Folgen der Destabilisierung der eigenen Work-Life-Balance ganz zu schweigen. Die ersten Anzeichen für diese Entwicklung der Digitalisierung in unseren Schulen wurden spätestens am 29.01.2015 offenkundig, als die damalige Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, in ihrer Regierungserklärung vor dem Landtag verkündete: »Wir alle sind längst Teil des digitalen Wandels. […] Es ist entscheidend, den digitalen Wandel in seiner Dynamik wahrzunehmen, weil er Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend verändert und weiter verändern wird« (Kraft 2015, S. 2). Viele Schulleitungen hatten aber zu diesem Zeitpunkt die aufkommende digitale Entwicklung noch nicht in ihrer Essenz wahrgenommen. Wahrscheinlich unbewusst wegen der Angst vor Veränderung oder aufgrund des Respekts vor dem Umgang mit den neuen Technologien. Sie waren und sind daher bis heute schlichtweg unvorbereitet auf, wenn nicht gar überfordert von den mannigfaltigen Erwartungen, die nun auf sie von allen Seiten einwirken. Urplötzlich werden von Schulleitungen profunde Fachkenntnisse im digital-technischen Bereich, z.B. bei den Bestellungen für das Projekt ›Gute Schule 2020 NRW‹ und den ›DigitalPakt Schule‹, abverlangt. Die Gesamtsituation gleicht in Ansätzen dem Bruegelschen Blindensturz2, indem sich die Schulen zwangsläufig Irrtümern und Fehleinschätzungen bei der Anschaffung von digitalem Equipment ohne fachkundige IT-Beratung ergeben müssen. Dabei sind für diesen Misserfolg weniger die Schulleitungen verantwortlich, die im guten Glauben und demütigen beruflichen Gehorsam unweigerlich Bestellungen vornehmen mussten, als vielmehr die fehlende Beratung und Begleitung von dritter Seite, die sie dringend während dieser Phase hätten erhalten müssen. Dadurch ergibt sich ein bisher völlig unbeachtetes Kriterium, das – während der von der Corona-Pandemie vorangetriebenen Revolutionierung unserer Schul- und Bildungslandschaft – ausnahmslos vernachlässigt worden ist: der digitale Erneuerungsprozess im innerschulischen Kernbereich der Leitung und der Organisation und Verwaltung. Die ganze Welt schaut momentan ausnahmslos auf die Digitalisierung, die adaptive Didaktisierung des Schulunterrichts und die Befähigung der Schülerschaft und des Kollegiums, mit den Neuen Medien möglichst effektiv umzugehen. Aber wie soll der digitale Wandel nachhaltig und ganzheitlich erfolgen, wenn die Kommandozentrale der Schule – sprich die Schulleitung, das Sekretariat und die Organisation und Verwaltung – weiterhin ihre Arbeit analog auf Papier verrichtet? Thomas Bauerle, 2. Konrektor der Werner-von-Siemens-Realschule in Düsseldorf, schrieb diesbezüglich am 18. Dezember 2020 auf Twitter: »Fazit meines morgendlichen Gedankenflows: Digitale Schulverwaltung muss stärker als Gelingensfaktor für Schule und deren digitale Transformationsprozesse in den Blick genommen werden … da gibt es ordentlich Potenzial!« (Bauerle 2020). Und wie recht er hat! Doch dieses bisher ungenutzte Potenzial wird bildungspolitisch weiterhin gänzlich außer Acht gelassen. Die entsprechende Lösung für die meisten Schulleitungen, diese massive Herausforderung gewinnbringend für sich zu bewältigen, kann auf zwei fundamentale Aspekte reduziert werden: 1. Die zweckmäßige und wohlbedachte Nutzung von ausgewählten technischen Hilfsmitteln zur Unterstützung der eigenen Arbeitsprozesse 2. Ein effektives Selbstmanagement Dies setzt auf der einen Seite von Schulleitern das aktive Erlernen von neuen ›Digital Skills‹ (technischen Kompetenzen) voraus, andererseits ist eine strategische Neuausrichtung der bisherigen Führungsrolle zugunsten von agilem Teambuilding unabdingbar. In diesem digitalen Zeitalter, das vorwiegend durch die Vernetzung mit und die Partizipation durch andere Menschen floriert, sind autarke Einzelgänger in der Chefetage hinderlich. Der Duden definiert das Wort ›Veränderung‹ als »das Sichverändern; Wechsel der beruflichen Stellung« (Duden 2021), also zuallererst als Abkehr von der persönlichen, traditionellen Einstellung hin zur beruflichen Erneuerung der eigenen Führungsrolle. Dies fällt gewohnheitsmäßig uns allen schwer. Sich auf den Weg zu etwas Neuem aufzumachen, fordert von einer Person eine gewisse Offenheit, ein gesundes Maß an Neugierde, Anpassungsfähigkeit, Ausdauer und die Bereitschaft, während des Prozesses auch scheitern zu können. Doch oftmals hindert uns die Unsicherheit, die eigenen Ziele zu verfolgen und lässt uns somit die echten Chancen verpassen. Aber, wie Business-Coach und Fotokünstler Calvin Hollywood im Titel seines 2018 erschienen Buches erfolgreich proklamiert: »Wer will, der kann!« Digitalisierung – und die damit einhergehende Neuausrichtung des altbewährten analogen Arbeitsflusses – verändert schulinterne Prozesse und Arbeitsweisen grundlegend. Benedikt Stratmann, Schulleiter der St.-Anna-Schule Wuppertal, vertritt diesbezüglich folgende Meinung: »Ich bin davon überzeugt, dass man viele Vorstellungen resetten und auf der Basis digitaler Prozesse neu erfinden muss. Meistens funktioniert die Übertragung analoger Prozesse auf digitale nicht gut. Digitale Schule muss ein Lifestyle sein« (Stratmann 2021). Deswegen ist bereits vor Beginn des aktiven Transformationsprozesses eine klar strukturierte Digitalstrategie bzw. ein gut durchdachtes Projektmanagement notwendig, um die Fahrtrichtung, die Kontrollinstanzen und die zu erreichenden Ziele genauestens zu definieren. Dieses ›Digital Roadmapping‹ (Digitale Strategieplanung) bietet allen Beteiligten Transparenz, Sicherheit und Orientierung. Der IST-Zustand der Schule wird zuerst eruiert und dann der gewünschte SOLL-Zustand antizipiert. Die entsprechenden Meilensteine sind somit für alle im Prozess Beteiligten sichtbar. Es muss das schulweite Credo erschaffen werden, dass der digitale Wandel als Chance zu verstehen ist und nur in gemeinschaftlicher Arbeit gelingen kann. Die allgemeine Verunsicherung, die durch den plötzlichen Wechsel von Traditionellem zu Neuem entsteht, kann so im Kollektiv viel besser abgebaut werden als allein. Erfahrene Schulleitungen antizipieren wahrscheinlich direkt, dass Ihr Kollegium bei der ersten...



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